IQWiG2020Pädiatrie

Ivacaftor (CF): Dosierung und Indikation bei Säuglingen

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A19-105 bewertet den Zusatznutzen von Ivacaftor bei zystischer Fibrose. Die Zielgruppe umfasst Säuglinge im Alter von 6 bis unter 12 Monaten mit einem Körpergewicht ab 5 kg.

Voraussetzung für die Therapie ist das Vorliegen einer spezifischen Gating-Mutation (Klasse III) im CFTR-Gen. Zu diesen Mutationen zählen unter anderem G551D, G1244E, G1349D, G178R, G551S, S1251N, S1255P, S549N oder S549R.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie (ZVT) wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Best supportive Care (BSC) festgelegt. Diese umfasst eine patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut Bericht ist ein Zusatznutzen von Ivacaftor gegenüber der Best supportive Care (BSC) in dieser Altersgruppe nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte keine direkt vergleichenden randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) vor.

Methodische Mängel der Evidenz

Die Bewertung stützt sich auf die einarmige Studie VX15-770-124. Der Versuch, Daten von älteren Kindern (ab 6 Jahren) auf Säuglinge zu übertragen, wurde aus folgenden Gründen abgelehnt:

  • Zystische Fibrose ist eine progrediente Erkrankung, weshalb sich Behandlungseffekte je nach Krankheitsstadium unterscheiden.

  • Die Endpunkte, insbesondere pulmonale Exazerbationen, wurden in den Studien unterschiedlich operationalisiert.

  • Es fehlen Daten zur zweckmäßigen Vergleichstherapie (BSC) bei Säuglingen.

Fazit zur Datenlage

Aufgrund der fehlenden Vergleichsdaten und der unzureichenden Übertragbarkeit älterer Kohorten lässt sich kein Behandlungseffekt abschätzen. Die Wahrscheinlichkeit und das Ausmaß eines Zusatznutzens sind daher nicht quantifizierbar.

Dosierung

Die Fachinformation gibt laut Bericht folgende Dosierungsempfehlungen für Ivacaftor-Granulat bei Säuglingen und Kleinkindern ab 6 Monaten vor:

KörpergewichtDosis pro EinnahmeEinnahmehäufigkeit
5 kg bis < 7 kg25 mg (1 Beutel)alle 12 Stunden
7 kg bis < 14 kg50 mg (1 Beutel)alle 12 Stunden
14 kg bis < 25 kg75 mg (1 Beutel)alle 12 Stunden

Das Granulat wird mit 5 ml einer weichen Speise oder Flüssigkeit vermischt. Unmittelbar vor oder nach der Einnahme wird der Verzehr einer fetthaltigen Mahlzeit empfohlen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von starken CYP3A-Inhibitoren oder bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion (Child-Pugh-Klasse B) wird eine Dosisreduktion empfohlen.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation besteht eine Kontraindikation bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Zudem wird während der Behandlung der Verzicht auf Speisen empfohlen, die Grapefruit oder Pomeranzen enthalten.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass vor Beginn einer Therapie mit Ivacaftor das Vorliegen einer indizierten Gating-Mutation in mindestens einem Allel des CFTR-Gens zwingend durch eine validierte Genotypisierungsmethode bestätigt werden muss. Zudem wird betont, dass die Dosierung streng gewichtsadaptiert erfolgt und bei Erreichen der nächsten Gewichtsklasse zeitnah angepasst werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Die Dosierung von Ivacaftor erfolgt gewichtsadaptiert, beginnend bei 25 mg alle 12 Stunden für Kinder zwischen 5 und unter 7 kg. Laut Fachinformation wird das Granulat mit weicher Nahrung vermischt und zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit verabreicht.

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen in dieser Altersgruppe mangels geeigneter Vergleichsstudien nicht belegt ist. Es liegen keine ausreichenden Daten gegenüber der Best supportive Care vor.

Laut Fachinformation wird während der Behandlung mit Ivacaftor von Speisen und Getränken abgeraten, die Grapefruit oder Pomeranzen enthalten. Diese können den Abbau des Medikaments über das CYP3A-System beeinflussen.

Bei leicht eingeschränkter Leberfunktion ist keine Anpassung nötig. Bei mäßiger Einschränkung (Child-Pugh B) wird laut Fachinformation eine Reduktion auf eine einmal tägliche Gabe empfohlen.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A19-105: Ivacaftor (zystische Fibrose, 6 bis < 12 Monate, mit Gating-Mutationen) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.