IQWiG2022Onkologie

Nivolumab bei Magenkarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Nivolumab. Es geht um die Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit HER2-negativen, fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinomen des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus.

Voraussetzung für die Behandlung ist, dass die Tumoren den Programmed Cell Death-Ligand 1 (PD-L1) mit einem Combined Positive Score (CPS) von ≥ 5 exprimieren. Die Bewertung basiert auf den Daten der offenen, randomisierten kontrollierten Studie CheckMate 649.

In dieser Studie wird die Kombination aus Nivolumab und einer fluoropyrimidin- und platinbasierten Chemotherapie (FOLFOX oder XELOX) mit der alleinigen Chemotherapie verglichen. Der Bericht stellt ein Addendum dar und analysiert nachgereichte Daten zum dritten Datenschnitt der PD-L1-positiven Population.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Studie CheckMate 649 zentrale Aussagen zum Zusatznutzen und zu potenziellen Schäden der Kombinationstherapie.

Bewertung des Zusatznutzens

Die Gegenüberstellung von Nivolumab plus Chemotherapie (FOLFOX/XELOX) im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie ergibt laut Bewertung folgendes Bild:

EndpunktEffektrichtungAusmaß laut IQWiG
GesamtüberlebenPositiver EffektAnhaltspunkt für erheblichen Zusatznutzen
Gesundheitsbezogene Lebensqualität (FACT-Ga)Positiver EffektAnhaltspunkt für beträchtlichen Zusatznutzen
Abbruch wegen unerwünschter EreignisseNegativer EffektAnhaltspunkt für beträchtlich höheren Schaden
Immunvermittelte schwerwiegende EreignisseNegativer EffektAnhaltspunkt für erheblich höheren Schaden
Spezifische Nebenwirkungen (z.B. Neuropathie)Negativer EffektAnhaltspunkt für beträchtlich höheren Schaden

Positive Effekte und Überleben

Laut Bericht zeigt sich für das Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Nivolumab in Kombination mit Chemotherapie.

Zudem wird eine Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität, gemessen mit dem FACT-Ga-Fragebogen, beobachtet. Für den allgemeinen Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) lagen dem Institut keine verwertbaren Daten vor, weshalb hierfür kein Zusatznutzen belegt ist.

Nebenwirkungen und Schäden

Hinsichtlich der unerwünschten Ereignisse (UE) dokumentiert der Bericht verschiedene negative Effekte der Kombinationstherapie. Es wird ein höherer Schaden in folgenden Bereichen festgestellt:

  • Abbruch der Therapie wegen unerwünschter Ereignisse

  • Immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE)

  • Immunvermittelte schwere unerwünschte Ereignisse

  • Spezifische Nebenwirkungen wie erhöhte Amylase und periphere Neuropathie

  • Erkrankungen der Haut, des Unterhautgewebes sowie des Immunsystems

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💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass unter der Kombinationstherapie mit Nivolumab vermehrt immunvermittelte schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auftreten. Es wird ärztlicherseits eine engmaschige Überwachung auf spezifische Toxizitäten wie erhöhte Amylase-Werte, periphere Neuropathien sowie Hautveränderungen nahegelegt. Ein Therapieabbruch aufgrund von Nebenwirkungen kommt im Interventionsarm signifikant häufiger vor.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht bewertet Erwachsene mit HER2-negativen, fortgeschrittenen oder metastasierten Adenokarzinomen des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus. Eine weitere Voraussetzung ist eine PD-L1-Expression mit einem CPS von ≥ 5.

Laut der Bewertung zeigt die Kombination aus Nivolumab und Chemotherapie einen signifikanten Vorteil beim Gesamtüberleben gegenüber der alleinigen Chemotherapie. Das Institut leitet daraus einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen ab.

Der Bericht dokumentiert einen höheren Schaden durch immunvermittelte schwerwiegende und schwere unerwünschte Ereignisse. Dazu zählen unter anderem periphere Neuropathien, erhöhte Amylase-Werte sowie Erkrankungen der Haut und des Immunsystems.

In der zugrundeliegenden Studie CheckMate 649 wurde Nivolumab mit den fluoropyrimidin- und platinbasierten Regimen FOLFOX oder XELOX kombiniert. Diese Kombinationen wurden mit der alleinigen Gabe von FOLFOX oder XELOX verglichen.

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Quelle: IQWiG A22-44: Nivolumab (Adenokarzinome des Magens, des gastroösophagealen Übergangs oder des Ösophagus) - Addendum zum Auftrag A21-146 (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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