Interkostalblockade: Ultraschall-Technik und Dosierung
Hintergrund
Die Interkostalblockade ist eine selektive, oberflächliche Regionalanästhesie, die am Krankenbett durchgeführt werden kann. Laut der StatPearls-Zusammenfassung dient sie sowohl diagnostischen als auch therapeutischen Zwecken.
Die Blockade der Interkostalnerven bietet eine effektive Analgesie der Brustwand. Sie wird häufig zur Schmerztherapie bei stumpfen Thoraxtraumata, Brustwandoperationen oder postherpetischer Neuralgie eingesetzt.
Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens ist die Reduktion des perioperativen Opioidbedarfs. Die ultraschallgestützte Durchführung zeichnet sich durch eine gute Verträglichkeit und eine niedrige Komplikationsrate aus.
Empfehlungen
Die StatPearls-Autoren formulieren folgende Kernaspekte für die Durchführung:
Indikationen
Die Blockade wird für verschiedene klinische Szenarien als diagnostische und therapeutische Maßnahme empfohlen:
-
Schmerzsyndrome wie Costochondritis, Herpes zoster und postherpetische Neuralgie
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Postoperative Analgesie nach Eingriffen an der Brustwand (z. B. Mastektomie)
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Schmerztherapie bei stumpfem Thoraxtrauma und Rippenserienfrakturen
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Anästhesie für die Anlage einer Thoraxdrainage
Vorbereitung und Monitoring
Für eine sichere Durchführung wird ein Standard-ASA-Monitoring (3-Kanal-EKG, Blutdruck, Pulsoximetrie) empfohlen.
Zudem muss laut den Autoren zwingend eine Notfallausrüstung inklusive 20%iger Lipidemulsion zur Behandlung einer systemischen Lokalanästhetika-Toxizität (LAST) verfügbar sein.
Ultraschallgestützte Durchführung
Die Positionierung erfolgt je nach Situation sitzend, in Seitenlage oder in Bauchlage.
Es wird die Verwendung eines hochfrequenten Linearschallkopfs (8-13 MHz) in transversaler Ausrichtung empfohlen, um die Interkostalmuskulatur optimal darzustellen.
Vor der Injektion sollte eine Gefäßlokalisation mittels Doppler-Ultraschall sowie eine Aspiration zum Ausschluss einer intravasalen Lage erfolgen.
Das Lokalanästhetikum wird zielgerichtet zwischen den Musculus intercostalis internus und intimus injiziert, was sich sonografisch als Eindellung der Pleura darstellt.
Dosierung
Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsrichtlinien für die Interkostalblockade:
| Medikament | Konzentration | Dosis pro Interkostalraum | Maximale Dosis pro Raum |
|---|---|---|---|
| Ropivacain | 0,2 % | 0,1 - 0,15 ml/kg | 2 - 3 ml |
| Levobupivacain | 0,25 % | 0,1 - 0,15 ml/kg | 2 - 3 ml |
| Bupivacain | 0,25 % | 0,1 - 0,15 ml/kg | 2 - 3 ml |
Für eine verlängerte Analgesie von bis zu 72 Stunden kann der Einsatz von liposomalem Bupivacain erwogen werden.
Kontraindikationen
Die Leitlinie unterteilt die Kontraindikationen in absolute und relative Faktoren:
Absolute Kontraindikationen
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Ablehnung durch den Patienten oder fehlende Kooperation
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Infektion an der Einstichstelle oder Allergie gegen Lokalanästhetika
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Fehlende sterile Ausrüstung oder fehlendes Reanimationsset
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Hohes Risiko für eine Lokalanästhetika-Toxizität (z. B. bei bilateralen Blockaden)
Relative Kontraindikationen
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Nicht ansprechbare Patienten, die toxische Symptome nicht äußern können
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Gerinnungsstörungen oder Einnahme von Antikoagulanzien
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Pädiatrische Altersgruppe, Demenz oder schwere Agitation
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Bestehende periphere Neuropathien, die sich verschlechtern könnten
💡Praxis-Tipp
Die Autoren warnen davor, dass die maximalen Plasmaspiegel nach einer Interkostalblockade sehr schnell ansteigen und hohe Werte erreichen. Es wird daher eine exakte Berechnung der Gesamtdosis des Lokalanästhetikums sowie das Vorhalten einer 20%igen Lipidemulsion zur Behandlung einer systemischen Toxizität (LAST) dringend empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut StatPearls bietet eine Standard-Interkostalblockade in der Regel eine Analgesie für 8 bis 12 Stunden. Bei der Verwendung von liposomalem Bupivacain kann die schmerzlindernde Wirkung auf bis zu 72 Stunden verlängert werden.
Zu den möglichen Komplikationen zählen Verletzungen der Arteria thoracica anterior, Nervenschäden sowie Verletzungen der Pleura parietalis, die zu einem Pneumo- oder Hämatothorax führen können. Zudem wird auf das seltene, aber lebensbedrohliche Risiko einer systemischen Lokalanästhetika-Toxizität (LAST) hingewiesen.
Die Leitlinie empfiehlt die Verwendung eines hochfrequenten Linearschallkopfs mit 8 bis 13 MHz. Dieser ermöglicht eine optimale Darstellung der oberflächlichen Strukturen wie der Interkostalmuskulatur und der Pleura.
Das Lokalanästhetikum wird zielgerichtet zwischen den Schichten des Musculus intercostalis internus und des Musculus intercostalis intimus injiziert. Eine korrekte Platzierung zeigt sich im Ultraschall durch eine sichtbare Eindellung der Pleura.
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Quelle: StatPearls: Ultrasound-Guided Intercostal Nerve Block (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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