CochraneIa2020

Infektionsschutz bei Atemwegsinfektionen: IPC-Adhärenz

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review aus dem Jahr 2020 untersucht die Erfahrungen von medizinischem Personal bei der Umsetzung von Leitlinien zur Infektionsprävention und -kontrolle (IPC). Der Fokus liegt auf Infektionskrankheiten der Atemwege wie COVID-19, SARS, MERS und Tuberkulose.

Bei Ausbrüchen von Atemwegsinfektionen ist die konsequente Anwendung von Schutzmaßnahmen wie persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Isolierung entscheidend. Die Umsetzung im klinischen Alltag erweist sich jedoch oft als zeitaufwendig und physisch sowie psychisch belastend.

Ziel der qualitativen Evidenzsynthese war es, Barrieren und fördernde Faktoren für die Einhaltung dieser Richtlinien zu identifizieren. Die Ergebnisse sollen Gesundheitseinrichtungen dabei unterstützen, ihr Personal in Krisenzeiten optimal zu schützen und zu entlasten.

Empfehlungen

Die Autoren des Reviews identifizieren verschiedene Faktoren, die die Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen maßgeblich beeinflussen. Diese lassen sich in organisatorische, umgebungsbedingte und individuelle Aspekte unterteilen.

KategorieFördernde Faktoren (Facilitators)Barrieren (Barriers)
OrganisatorischUnterstützung durch das Management, klare KommunikationStändig wechselnde Leitlinien, erhöhte Arbeitsbelastung
UmgebungsbedingtAusreichend Isolierzimmer, gute Belüftung, PSA-VerfügbarkeitPlatzmangel, fehlende Waschgelegenheiten, schlechte PSA-Qualität
IndividuellAngst vor eigener Infektion, positive ArbeitsplatzkulturPhysisches Unbehagen durch PSA, Sorge vor Patientenstigmatisierung

Organisatorische Faktoren

Laut dem Review wird die Umsetzung von Richtlinien stark durch die Unterstützung der Führungsebene beeinflusst. Wenn Leitlinien zu lang, mehrdeutig oder ständigen Änderungen unterworfen sind, führt dies beim Personal zu Verunsicherung und Überforderung.

Die Autoren betonen die Wichtigkeit folgender organisatorischer Maßnahmen:

  • Etablierung klarer und konsistenter Kommunikationswege über verschiedene Kanäle.

  • Bereitstellung von verpflichtenden Schulungen zur korrekten Nutzung der PSA.

  • Entlastung des klinischen Personals, sodass dieses nicht zusätzlich als Trainer fungieren muss.

  • Anpassung der Arbeitsbelastung, um der Ermüdung durch aufwendige Hygienemaßnahmen entgegenzuwirken.

Umgebungsbedingte Faktoren

Die räumliche und materielle Ausstattung der Gesundheitseinrichtung stellt einen zentralen Faktor dar. Ein Mangel an Isolierzimmern, Vorräumen, Duschen oder adäquater Belüftung wird als wesentliche Barriere für den Infektionsschutz beschrieben.

Zur Reduktion des Kontaminationsrisikos hebt der Review folgende Aspekte hervor:

  • Strikte Kontrolle der Laufwege und Vermeidung von Überbelegung.

  • Uneingeschränkter Zugang zu Handwaschbecken und Desinfektionsmitteln.

  • Kontinuierliche und vorausschauende Bereitstellung von qualitativ hochwertiger PSA.

Individuelle Faktoren

Das individuelle Verhalten wird stark durch das Arbeitsumfeld und persönliche Überzeugungen geprägt. Die Angst, sich selbst oder Angehörige zu infizieren, fördert laut den Studienergebnissen die Einhaltung der Schutzmaßnahmen.

Demgegenüber stehen Faktoren, die die Adhärenz verringern können:

  • Physisches Unbehagen beim Tragen der PSA, wie Hitze, Dehydration oder beschlagene Brillen.

  • Die Sorge, dass Masken und Isolierung auf Patienten stigmatisierend oder beängstigend wirken.

  • Ein starkes berufliches Pflichtgefühl, bei dem die schnelle Patientenversorgung über den Eigenschutz gestellt wird.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass physisches Unbehagen durch schlecht sitzende Schutzausrüstung eine der größten Barrieren für die korrekte Anwendung darstellt. Es wird darauf hingewiesen, dass regelmäßige Fit-Tests für Masken und die Bereitstellung passgenauer Ausrüstung die Adhärenz des Personals signifikant verbessern können. Zudem zeigt sich, dass medizinisches Personal in Notfallsituationen oft den Eigenschutz vernachlässigt, um Patienten schneller helfen zu können.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review spielen oft unklare oder sich ständig ändernde Leitlinien eine Rolle. Zudem werden physisches Unbehagen beim Tragen der Schutzausrüstung und eine erhöhte Arbeitsbelastung als wesentliche Barrieren genannt.

Die Autoren betonen die Wichtigkeit von klarer Kommunikation und der Unterstützung durch das Management. Eine ausreichende Bereitstellung von qualitativ hochwertiger Schutzausrüstung sowie verpflichtende Schulungen werden ebenfalls als förderlich beschrieben.

Die physische Umgebung ist ein zentraler Faktor für den Infektionsschutz. Der Review zeigt, dass ausreichend Isolierzimmer, Vorräume, gute Belüftung und leicht zugängliche Handwaschbecken die korrekte Umsetzung der Maßnahmen erheblich erleichtern.

Einige Pflegekräfte und Ärzte berichten, dass Masken und Isolierungsmaßnahmen auf Patienten beängstigend oder stigmatisierend wirken können. Dies führt laut den Studienergebnissen gelegentlich dazu, dass Personal die Ausrüstung ablegt, um Barrieren in der Kommunikation abzubauen.

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Quelle: Cochrane Review: Barriers and facilitators to healthcare workers' adherence with infection prevention and control (IPC) guidelines for respiratory (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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