NICE

Impfquoten steigern: Strategien und Erinnerungssysteme

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Impfungen bieten einen individuellen Schutz und tragen auf Bevölkerungsebene zur Herdenimmunität bei. Dadurch werden auch Personen geschützt, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können oder besonders anfällig für Infektionen sind.

Obwohl die Impfquoten im Allgemeinen hoch sind, variiert die Inanspruchnahme je nach Impfstoff, Region und Altersgruppe stark. Bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie beispielsweise Migranten, Asylsuchende oder Wohnungslose, weisen oft deutlich niedrigere Impfquoten auf.

Als Gründe für eine geringe Inanspruchnahme nennt die Leitlinie unter anderem einen schlechten Zugang zu Gesundheitsdiensten, Fehlinformationen über Sicherheit und Wirksamkeit sowie unzureichende Kapazitäten im Gesundheitssystem. Auch Probleme bei der Erfassung des Impfstatus und unflexible Klinikzeiten spielen eine wesentliche Rolle.

Empfehlungen

Die NICE-Leitlinie NG218 formuliert umfassende Empfehlungen zur strukturellen Verbesserung der Impfquoten.

Organisation und Zugänglichkeit

Es wird empfohlen, dass jede Organisation, die Impfdienste anbietet oder organisiert, eine benannte Führungskraft für das Impfwesen ernennt. Diese Person soll unter anderem sicherstellen, dass Impfunterlagen aktualisiert und berechtigte Personen identifiziert werden.

Um lokale Barrieren abzubauen, empfiehlt die Leitlinie, die Öffnungszeiten und Standorte von Impfangeboten an die Bedürfnisse der Bevölkerung anzupassen. Dazu gehören:

  • Die Nutzung von Orten außerhalb des Gesundheitswesens, wie mobile Impfeinheiten oder Gemeindezentren

  • Das Angebot von Impfungen in den Abendstunden und an Wochenenden

  • Die Bereitstellung verschiedener, barrierefreier Optionen zur Terminbuchung

Identifikation und Dokumentation

Laut Leitlinie sollte jede Gelegenheit genutzt werden, um Personen zu identifizieren, die für eine Impfung in Frage kommen. Dies wird als opportunistische Impfung bezeichnet.

Solche Gelegenheiten umfassen unter anderem Gesundheits- und Entwicklungsgespräche, die Aufnahme in Pflegeheime oder Schulen sowie Besuche in Apotheken. Wenn eine berechtigte Person identifiziert wird, sollte die Impfung nach Möglichkeit sofort angeboten und durchgeführt werden.

Für die Dokumentation wird empfohlen, dass Hausarztpraxen ihre Impfunterlagen innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt neuer Informationen aktualisieren. Dabei ist es wichtig, auch abgelehnte Impfangebote samt Begründung zu dokumentieren.

Einladungen und Erinnerungssysteme

Die Leitlinie empfiehlt, Personen, die für eine Impfung in Frage kommen, aktiv einzuladen. Die Einladung sollte in einem Format und einer Sprache erfolgen, die für die Person verständlich sind.

Eine Einladung sollte idealerweise folgende Informationen enthalten:

  • Die angebotenen Impfstoffe und die anvisierten Krankheiten

  • Eine klare Aussage, dass das Gesundheitssystem die Impfung empfiehlt

  • Kontaktdaten für Rückfragen zu Bedenken oder Kontraindikationen

  • Anweisungen zur Terminbuchung

Wenn Personen nicht auf Einladungen reagieren, wird ein eskalierendes Erinnerungssystem empfohlen. Dies kann bei anhaltender Nichtreaktion auch direktere Kontaktwege wie Telefonanrufe umfassen.

Spezifische Zielgruppen

Für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter wird empfohlen, Impfungen nach Möglichkeit direkt in der Schule durchzuführen. Die Leitlinie rät dazu, Anreize für die Rückgabe von Einverständniserklärungen zu schaffen.

Bei Personen, die nicht in einer Hausarztpraxis registriert sind, sollten lokale Behörden und Gemeindevertreter einbezogen werden. So soll sichergestellt werden, dass auch diese Gruppen Zugang zu relevanten Impfungen erhalten.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Leitlinie sollte bei einer unklaren oder unvollständigen Impfhistorie ohne verlässliche Dokumentation davon ausgegangen werden, dass die Person nicht immunisiert ist. Es wird in diesen Fällen empfohlen, einen vollständigen Impfplan zu erstellen, da eine opportunistische Impfung entscheidend zur Steigerung der Impfquoten beiträgt.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt, bei fehlender oder unzuverlässiger Dokumentation davon auszugehen, dass die Person nicht geimpft ist. In solchen Fällen sollte ein vollständiger Impfplan erstellt und die Impfung angeboten werden.

Es wird empfohlen, dass Hausarztpraxen ihre Impfunterlagen innerhalb von zwei Wochen aktualisieren, nachdem sie neue Informationen über den Impfstatus einer Person erhalten haben. Dies stellt sicher, dass opportunistische Impfangebote auf aktuellen Daten basieren.

Laut Leitlinie sollte bei einer Ablehnung nicht nur die Tatsache der Ablehnung, sondern nach Möglichkeit auch der angegebene Grund dokumentiert werden. Zudem wird empfohlen, die Person darüber zu informieren, wie sie die Impfung zu einem späteren Zeitpunkt nachholen kann.

Es wird empfohlen, Impfungen für schulpflichtige Kinder direkt in den Schulen durchzuführen und die Schulen in den Einladungsprozess einzubinden. Um die Rücklaufquote der Einverständniserklärungen zu erhöhen, rät die Leitlinie zum Einsatz von Anreizsystemen.

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Quelle: NG218: Vaccine uptake in the general population (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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