Unkomplizierte Zystitis & Pyelonephritis: IDSA/ESCMID
📋Auf einen Blick
- •Die Leitlinie fokussiert sich auf die akute unkomplizierte Zystitis und Pyelonephritis.
- •Die Zielgruppe beschränkt sich auf prämenopausale, nicht-schwangere Frauen ohne urologische Anomalien oder Komorbiditäten.
- •Therapieentscheidungen basieren maßgeblich auf In-vitro-Resistenzen und ökologischen Kollateralschäden der Antibiotika.
Hintergrund
Die Infectious Diseases Society of America (IDSA) hat in Zusammenarbeit mit der European Society for Microbiology and Infectious Diseases (ESCMID) ein Update der Leitlinie von 1999 zur unkomplizierten Harnwegsinfektion erstellt. Unterstützt wird die Leitlinie von weiteren Fachgesellschaften, darunter das American Congress of Obstetricians and Gynecologists (ACOG), die American Urological Association (AUA), AMMI-Canada und die Society for Academic Emergency Medicine (SAEM).
Zielgruppe und Definition
Der Fokus der Leitlinie liegt auf der Behandlung der akuten unkomplizierten Zystitis und Pyelonephritis. Die Diagnose ist in diesem Rahmen streng definiert und auf eine spezifische Patientengruppe beschränkt:
| Einschlusskriterien | Ausschlusskriterien |
|---|---|
| Frauen | Schwangerschaft |
| Prämenopausal | Bekannte urologische Anomalien |
| Keine bekannten Komorbiditäten | Relevante Komorbiditäten |
Therapieentscheidungen
Bei der Wahl der optimalen antimikrobiellen Therapie und der Einstufung der Empfehlungen wurden zwei wesentliche Faktoren als besonders wichtig erachtet:
- In-vitro-Resistenzprävalenz: Berücksichtigung der lokalen und allgemeinen Resistenzlage der Erreger.
- Ökologische Kollateralschäden: Vermeidung unerwünschter ökologischer Auswirkungen der Antibiotikatherapie (Collateral Damage).
💡Praxis-Tipp
Berücksichtigen Sie bei der empirischen Antibiotikatherapie unkomplizierter Harnwegsinfekte stets die lokale Resistenzlage und mögliche ökologische Kollateralschäden (Collateral Damage) der eingesetzten Wirkstoffe.