Impfempfehlungen: Impfschemata für alle Altersgruppen

Diese Leitlinie stammt aus 2009 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IDSA (2009)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Leitlinie der Infectious Diseases Society of America (IDSA) aus dem Jahr 2009 aktualisiert die vorherigen Impfempfehlungen von 2002. Sie richtet sich an medizinisches Fachpersonal, das immunkompetente sowie immunsupprimierte Personen aller Altersgruppen betreut.

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract der Leitlinie. Seit 2002 haben sich die Möglichkeiten zur Prävention von Infektionskrankheiten durch die Zulassung neuer Impfstoffe und Kombinationsvakzinen deutlich erweitert.

Die Leitlinie umfasst insgesamt 46 Standards. Bei Einhaltung dieser Standards soll eine optimale Krankheitsprävention durch Impfungen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen bei gleichzeitig hoher Sicherheit erreicht werden.

Klinischer Kontext

Impfungen gehören zu den wirksamsten präventivmedizinischen Maßnahmen weltweit und senken die Morbidität sowie Mortalität von Infektionskrankheiten signifikant. Durch flächendeckende Immunisierungsprogramme konnten Krankheiten wie Pocken eradiziert und die Inzidenz von Poliomyelitis oder Masern drastisch reduziert werden.

Bei einer aktiven Immunisierung werden dem Körper abgeschwächte Erreger, abgetötete Pathogene oder spezifische Antigene präsentiert. Dies induziert eine humorale und zelluläre Immunantwort, die zur Bildung von Gedächtniszellen führt und bei einem späteren Wildtyp-Kontakt eine schnelle Erregerelimination ermöglicht.

Für den klinischen Alltag ist die Aufrechterhaltung eines adäquaten Herdenschutzes essenziell, um auch vulnerable, nicht impffähige Personengruppen zu schützen. Eine kontinuierliche Überprüfung des Impfstatus in allen Altersgruppen verhindert Ausbrüche impfpräventabler Erkrankungen.

Die Indikationsstellung zur Impfung erfordert eine sorgfältige Anamnese bezüglich Vorerkrankungen, Immunsuppression und vorangegangener Impfreaktionen. Serologische Titerbestimmungen können in spezifischen Fällen helfen, den bestehenden Immunstatus vor einer Auffrischungsimpfung zu evaluieren.

Wissenswertes

Zwischen verschiedenen Totimpfstoffen sowie zwischen Tot- und Lebendimpfstoffen muss in der Regel kein Mindestabstand eingehalten werden. Werden jedoch zwei verschiedene Lebendimpfstoffe nicht simultan verabreicht, ist meist ein Mindestabstand von vier Wochen erforderlich.

Banale Infekte mit subfebrilen Temperaturen stellen keine Kontraindikation für eine Impfung dar. Bei akuten, behandlungsbedürftigen Erkrankungen mit Fieber über 38,5 Grad Celsius sollte die Immunisierung jedoch bis zur Genesung verschoben werden.

Jede dokumentierte Impfung zählt, sodass auch bei deutlich überschrittenen Impfabständen in der Regel nicht neu begonnen werden muss. Die Grundimmunisierung wird einfach mit den noch fehlenden Dosen fortgesetzt.

Lebendimpfungen sind bei Patienten mit schwerer angeborener oder erworbener Immundefizienz sowie unter immunsuppressiver Therapie kontraindiziert. Auch während der Schwangerschaft dürfen aus theoretischen Sicherheitsbedenken keine Lebendimpfstoffe verabreicht werden.

Eine routinemäßige Titerbestimmung vor Auffrischungsimpfungen wird im Allgemeinen nicht empfohlen, da sie oft unzuverlässig ist und unnötige Kosten verursacht. Ausnahmen bestehen bei bestimmten Indikationen wie der Hepatitis-B-Impfung bei medizinischem Personal oder bei unklarem Impfstatus bezüglich Varizellen.

Eine Impfreaktion ist eine typische, harmlose und kurzzeitige Reaktion des Immunsystems, wie lokale Rötung oder leichtes Fieber. Eine Impfkomplikation hingegen ist ein über das übliche Maß hinausgehendes, schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis, das meldepflichtig ist.

Ärzte fragen zu diesem Thema

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Aspekt der IDSA-Leitlinie ist die deutliche Ausweitung der Impfschemata für Jugendliche und Erwachsene. Es wird betont, dass der Impfstatus insbesondere bei speziellen Risikogruppen wie medizinischem Personal, Schwangeren und immunsupprimierten Personen systematisch überprüft und aktualisiert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird die jährliche Influenza-Impfung für alle Kinder zwischen 6 Monaten und 18 Jahren sowie für Erwachsene ab 50 Jahren empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt die Aufnahme einer zweiten Dosis des Varizellen-Impfstoffs in das routinemäßige Impfschema für Kinder und Jugendliche.

Gemäß den Empfehlungen der Leitlinie wird die Hepatitis-A-Impfung nun generell für alle Kleinkinder empfohlen.

Die Leitlinie legt besonderes Augenmerk auf die Immunisierung von medizinischem Personal, immunsupprimierten Personen, Schwangeren, internationalen Reisenden und adoptierten Kindern.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IDSA: Immunization of Infants, Children, Adolescents, and Adults (IDSA, 2009). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.