ICD-10-GM Kap. XVI: Perinatalperiode (BfArM)
Hintergrund
Das Kapitel XVI der ICD-10-GM (Version 2026), herausgegeben vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), umfasst bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben. Die entsprechenden Kodes reichen von P00 bis P96.
Diese Klassifikation schließt Krankheitszustände ein, deren Ursache in der Zeit vor, während oder kurz nach der Geburt liegt. Es handelt sich hierbei um ein System zur medizinischen Dokumentation, das bei der systematischen Erfassung von neonatologischen und perinatalen Erkrankungen hilft.
Laut BfArM werden diese Kodes auch dann angewendet, wenn die eigentliche Krankheit oder der Tod erst zu einem späteren Zeitpunkt im Leben eintreten. Entscheidend für die Zuordnung ist ausschließlich der zeitliche Ursprung der Schädigung.
Empfehlungen
Das BfArM gliedert das Kapitel XVI in spezifische Kode-Gruppen, um perinatale Zustände systematisch zu erfassen.
Struktur der Klassifikation
Die Hauptgruppen des Kapitels sind wie folgt unterteilt:
| Kode-Gruppe | Beschreibung |
|---|---|
| P00-P04 | Schädigung durch mütterliche Faktoren, Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen |
| P05-P08 | Störungen im Zusammenhang mit Schwangerschaftsdauer und fetalem Wachstum |
| P10-P15 | Geburtstrauma |
| P20-P29 | Perinatalspezifische Krankheiten des Atmungs- und Herz-Kreislaufsystems |
| P35-P39 | Perinatalspezifische Infektionen |
| P50-P61 | Hämorrhagische und hämatologische Krankheiten beim Fetus und Neugeborenen |
| P70-P74 | Transitorische endokrine und Stoffwechselstörungen |
| P75-P78 | Krankheiten des Verdauungssystems beim Fetus und Neugeborenen |
| P80-P83 | Zustände mit Beteiligung von Haut und Temperaturregulation |
| P90-P96 | Sonstige Störungen mit Ursprung in der Perinatalperiode |
Besondere Kodierhinweise
Das Dokument weist auf eine spezifische Sternschlüsselnummer innerhalb dieses Kapitels hin:
- P75*: Mekoniumileus bei zystischer Fibrose
Kontraindikationen
Laut ICD-10-GM sind bestimmte Krankheitsbilder explizit aus dem Kapitel XVI ausgeschlossen (Exklusiva). Für diese Zustände ist die Verwendung anderer Kodes vorgesehen:
-
Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien (Q00-Q99)
-
Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)
-
Keuchhusten (A37.-)
-
Neubildungen (C00-D48)
-
Tetanus neonatorum (A33)
-
Verletzungen, Vergiftungen und bestimmte andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Klassifikation ist, dass die Kodes aus dem Kapitel XVI (P00-P96) auch dann zur Verschlüsselung herangezogen werden, wenn die eigentliche Erkrankung oder der Tod erst im späteren Leben eintreten. Voraussetzung ist lediglich, dass der Ursprung des Zustands in der Perinatalperiode liegt.
Häufig gestellte Fragen
Das Kapitel XVI der ICD-10-GM umfasst die Kodes P00 bis P96. Diese werden für Zustände verwendet, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben.
Ja, laut den Inklusiva des BfArM werden diese Kodes auch dann angewendet, wenn die Krankheit oder der Tod erst später im Leben eintreten. Entscheidend ist, dass der Ursprung des Zustands in der Perinatalperiode liegt.
Angeborene Fehlbildungen, Deformitäten und Chromosomenanomalien sind explizit aus dem Kapitel XVI ausgeschlossen. Sie werden gemäß der Klassifikation unter den Kodes Q00-Q99 verschlüsselt.
Die ICD-10-GM führt den Mekoniumileus bei zystischer Fibrose als spezifische Sternschlüsselnummer auf. Hierfür ist der Kode P75* vorgesehen.
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Quelle: ICD-10-GM 2026 Kapitel XVI: Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben (P00-P96) (BfArM, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.