HIV-Screening: Indikation, Intervalle und Empfehlung

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: USPSTF (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die USPSTF-Leitlinie (2019) befasst sich mit dem Screening auf eine Infektion mit dem Humanen Immundefizienz-Virus (HIV). In den USA leben schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen mit HIV, wobei etwa 15 % von ihrer Infektion nichts wissen.

Personen, die ihren HIV-Status nicht kennen, sind laut Schätzungen für 40 % der HIV-Übertragungen verantwortlich. Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung reduziert die Morbidität, Mortalität und das Übertragungsrisiko signifikant.

Die Leitlinie betont, dass die perinatalen HIV-Infektionen durch routinemäßiges pränatales Screening und präventive Maßnahmen deutlich gesenkt werden konnten.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum HIV-Screening:

Zielgruppe für das Routine-Screening

Es wird ein routinemäßiges HIV-Screening für alle Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 15 bis 65 Jahren empfohlen (substanzieller Nettonutzen).

Bei Jugendlichen unter 15 Jahren und Erwachsenen über 65 Jahren wird ein Screening nur empfohlen, wenn spezifische Risikofaktoren vorliegen.

Risikofaktoren

Personen mit erhöhtem Risiko sollten identifiziert und getestet werden. Zu den von der Leitlinie genannten Risikofaktoren gehören:

  • Männer, die Sex mit Männern haben (MSM)

  • Intravenöser Drogenkonsum

  • Ungeschützter Vaginal- oder Analverkehr

  • Sexarbeit oder Austausch von Sex gegen Drogen

  • Vorliegen anderer sexuell übertragbarer Infektionen (STI)

Diagnostik und Testverfahren

Es wird primär ein Antigen/Antikörper-Immunoassay empfohlen, der HIV-1- und HIV-2-Antikörper sowie das HIV-1-p24-Antigen nachweist.

Bei einem reaktiven Testergebnis muss laut Leitlinie eine ergänzende Differenzierungstestung erfolgen. Fällt diese negativ oder unbestimmt aus, wird ein HIV-1-Nukleinsäuretest empfohlen, um eine akute Infektion von einem falsch-positiven Ergebnis zu unterscheiden.

Screening-Intervalle

Für Personen ohne erhöhtes Risiko ist laut Leitlinie in der Regel kein routinemäßiges Wiederholungsscreening erforderlich. Für Risikogruppen wird ein wiederholtes Screening als sinnvoll erachtet.

Die Leitlinie verweist auf die Empfehlungen der CDC zur Häufigkeit der Testung:

PatientengruppeEmpfohlenes Screening-Intervall
Personen ohne erhöhtes Risiko (15-65 Jahre)Einmaliges Routine-Screening
Personen mit erhöhtem RisikoJährliches Screening
Hochrisiko-MSMAlle 3 bis 6 Monate
Schwangere mit RisikofaktorenWiederholung im 3. Trimenon

Screening in der Schwangerschaft

Die Leitlinie empfiehlt das HIV-Screening für alle Schwangeren, unabhängig vom Alter.

Schwangere mit unbekanntem HIV-Status, die unter der Geburt vorstellig werden, sollten mit einem HIV-Schnelltest getestet werden. Ein wiederholtes Screening im dritten Trimenon wird für Schwangere mit Risikofaktoren oder in Hochprävalenzgebieten empfohlen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt vor potenziellen Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie (ART).

Dazu gehören neuropsychiatrische, renale und hepatische Komplikationen sowie ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten bei Schwangeren.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein wichtiger Praxisaspekt der Leitlinie ist die Testung von Schwangeren unter der Geburt. Es wird empfohlen, bei Gebärenden mit unbekanntem HIV-Status sofort einen HIV-Schnelltest durchzuführen, um bei einem positiven Ergebnis umgehend Maßnahmen zur Verhinderung einer Mutter-Kind-Übertragung einleiten zu können.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt das routinemäßige Screening für alle Personen im Alter von 15 bis 65 Jahren. Bei jüngeren oder älteren Patienten wird ein Screening nur bei Vorliegen von Risikofaktoren empfohlen.

Für Personen mit erhöhtem Risiko wird ein wiederholtes Screening empfohlen. Laut Leitlinie schlägt die CDC hierfür ein jährliches Intervall vor, bei Hochrisikogruppen wie sexuell aktiven MSM auch alle 3 bis 6 Monate.

Es wird ein FDA-zugelassener Antigen/Antikörper-Immunoassay empfohlen. Dieser weist sowohl HIV-1- und HIV-2-Antikörper als auch das HIV-1-p24-Antigen nach.

Ein erneutes Screening im dritten Trimenon wird für Schwangere mit Risikofaktoren empfohlen. Zudem sollte es bei Schwangeren erwogen werden, die in Gebieten mit hoher HIV-Inzidenz leben.

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Quelle: USPSTF Recommendation: Screening for HIV Infection (USPSTF, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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