Hepatozelluläres Karzinom (HCC): Durvalumab Dosierung
Hintergrund
Die IQWiG-Dossierbewertung A23-27 untersucht den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination aus Tremelimumab und Durvalumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die Erstlinienbehandlung von Erwachsenen mit fortgeschrittenem oder nicht resezierbarem hepatozellulären Karzinom (HCC).
Für die Bewertung wird zwischen zwei Patientengruppen unterschieden. Dies betrifft Personen mit Child-Pugh-Stadium A oder ohne Leberzirrhose sowie Personen mit Child-Pugh-Stadium B.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie für die erste Gruppe wurde Atezolizumab in Kombination mit Bevacizumab festgelegt. Für die zweite Gruppe gilt Best Supportive Care als Vergleichsstandard.
Empfehlungen
Bewertungsmethodik
Laut Bericht liegt keine direkt vergleichende Studie gegenüber Atezolizumab plus Bevacizumab vor. Daher wurde ein adjustierter indirekter Vergleich über den Brückenkomparator Sorafenib herangezogen.
Dieser Vergleich basiert auf den Daten der Studien HIMALAYA (Intervention) und IMbrave150 (Vergleichstherapie).
Ergebnisse für Child-Pugh A
Für Patientinnen und Patienten mit Child-Pugh A oder ohne Leberzirrhose zeigt die Bewertung folgende Resultate:
-
Für das Gesamtüberleben zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zur Vergleichstherapie.
-
Für die Endpunkte Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen keine geeigneten Daten vor.
-
Auch für Nebenwirkungen und unerwünschte Ereignisse fehlen ausreichend ergebnissichere Daten für einen Vergleich.
Zusammenfassend gibt es für diese Patientengruppe keinen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen der Kombinationstherapie.
Ergebnisse für Child-Pugh B
Für die Gruppe der Erkrankten mit Child-Pugh B wurden keine Daten zur Bewertung vorgelegt. Somit ist ein Zusatznutzen für diese Population nicht belegt.
Dosierung
Der Bericht nennt folgende Dosierungen, die in den zugrundeliegenden Studien angewendet wurden:
| Wirkstoff | Dosierung | Anwendung |
|---|---|---|
| Tremelimumab | 300 mg i.v. | Einmalig an Tag 1 (Zyklus 1) |
| Durvalumab | 1500 mg i.v. | An Tag 1 jedes 28-tägigen Zyklus |
| Atezolizumab (Vergleich) | 1200 mg i.v. | An Tag 1 jedes 21-tägigen Zyklus |
| Bevacizumab (Vergleich) | 15 mg/kg i.v. | An Tag 1 jedes 21-tägigen Zyklus |
| Sorafenib (Brückenkomparator) | 400 mg oral | Zweimal täglich |
Kontraindikationen
Der Bericht verweist auf Gegenanzeigen bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile.
Besondere Warnhinweise bestehen laut Dokument für folgende immunvermittelte Nebenwirkungen:
-
Pneumonitis und Myokarditis
-
Hepatitis und Pankreatitis
-
Kolitis und Nephritis
-
Endokrinopathien und Hautausschlag
Zudem wird auf das Risiko von infusionsbezogenen Reaktionen hingewiesen, die eine entsprechende Überwachung erfordern.
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bericht weisen die zugrundeliegenden Studien eine methodische Schwäche bei der Erfassung von Nebenwirkungen und Lebensqualität auf, da diese nur über einen verkürzten Zeitraum beobachtet wurden. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass die Therapie in den Studien teilweise über den radiologischen Progress hinaus fortgesetzt wurde, was den Empfehlungen der aktuellen S3-Leitlinie widerspricht.
Häufig gestellte Fragen
Die IQWiG-Bewertung sieht für die Erstlinientherapie des HCC keinen belegten Zusatznutzen. Weder für Erkrankte mit Child-Pugh A noch für Child-Pugh B konnte ein Vorteil gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nachgewiesen werden.
Laut Bericht wird Tremelimumab einmalig in einer Dosis von 300 mg an Tag 1 verabreicht. Durvalumab wird mit 1500 mg an Tag 1 jedes 28-tägigen Zyklus als Monotherapie fortgeführt.
Für Erkrankte mit Child-Pugh A oder ohne Zirrhose ist Atezolizumab plus Bevacizumab die Vergleichstherapie. Bei Vorliegen eines Child-Pugh B wird Best Supportive Care als Standard herangezogen.
Das Dokument warnt vor schweren immunvermittelten Reaktionen. Dazu zählen unter anderem Pneumonitis, Hepatitis, Kolitis, Nephritis und Myokarditis.
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Quelle: IQWiG A23-27: Durvalumab (hepatozelluläres Karzinom [HCC]) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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