EASLGuideline2025HepatologyInfektiologie

Hepatitis B und C Screening: Leitlinien-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: EASL (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract einer aktuellen Studie zur Evaluation der EASL-Leitlinien für das Screening auf das Hepatitis-B-Virus (HBV) und Hepatitis-C-Virus (HCV). Chronische Virushepatitiden bleiben oft lange asymptomatisch, weshalb effektive Screening-Strategien für die weltweite Eradikation entscheidend sind.

Bisherige internationale Leitlinien empfehlen ein Screening auf HBV und HCV meist nur für Personen mit bekannten Risikofaktoren oder erhöhten Alanin-Aminotransferase-Werten (ALT). Die vorliegende Untersuchung analysiert die praktische Anwendung und Effektivität dieses risikobasierten Ansatzes in der primärärztlichen Versorgung.

Die Daten basieren auf einer retrospektiven Analyse von über 90.000 Patienten sowie einer prospektiven Intervention in primärärztlichen Versorgungszentren.

Klinischer Kontext

Die Hepatitis B ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten weltweit mit schätzungsweise fast 300 Millionen chronisch infizierten Menschen. In Deutschland liegt die Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung bei unter einem Prozent, ist jedoch in Risikogruppen und bei Personen aus Endemiegebieten deutlich höher.

Das Hepatitis-B-Virus (HBV) ist ein hepatotropes DNA-Virus, das durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen wird. Die Leberschädigung entsteht primär nicht durch das Virus selbst, sondern durch die zelluläre Immunantwort des Wirts gegen die infizierten Hepatozyten.

Eine chronische Infektion kann zu Leberzirrhose, Leberversagen und hepatozellulärem Karzinom führen, was eine regelmäßige Überwachung erfordert. Diagnostisch stehen serologische Marker wie HBsAg, Anti-HBc und die HBV-DNA-Bestimmung im Vordergrund, um den Infektionsstatus und die Viruslast zu beurteilen.

Wissenswertes

Eine ausgeheilte Hepatitis-B-Infektion ist typischerweise durch das Vorhandensein von Anti-HBs und Anti-HBc (IgG) bei gleichzeitig negativem HBsAg gekennzeichnet. Diese Konstellation zeigt eine erfolgreiche Immunantwort und eine lebenslange Immunität an.

Die Indikation zur Therapie richtet sich allgemein nach der Höhe der HBV-DNA, den Transaminasen (ALT) und dem Ausmaß der Leberschädigung. Ziel ist es, die Virusreplikation dauerhaft zu unterdrücken und das Risiko für Folgeerkrankungen zu minimieren.

Das Chronifizierungsrisiko hängt stark vom Alter bei der Infektion ab. Während bei Neugeborenen und Säuglingen bis zu 90 Prozent der Infektionen chronisch verlaufen, heilt die akute Hepatitis B bei immunkompetenten Erwachsenen in über 90 Prozent der Fälle vollständig aus.

Zur Standardtherapie gehören Nukleosid- oder Nukleotidanaloga wie Entecavir und Tenofovir, die eine hohe Barriere gegen Resistenzbildung aufweisen. Alternativ kann in ausgewählten Fällen pegyliertes Interferon alfa eingesetzt werden, welches zeitlich begrenzt verabreicht wird.

Patienten mit chronischer Hepatitis B und erhöhtem Risiko, insbesondere solche mit Leberzirrhose, erhalten regelmäßige Ultraschalluntersuchungen der Leber. Diese Überwachung findet meist in halbjährlichen Abständen statt, um maligne Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Ein isoliertes Anti-HBc kann auf eine weit zurückliegende, ausgeheilte Infektion mit Verlust von Anti-HBs hinweisen oder eine okkulte Hepatitis B darstellen. In seltenen Fällen handelt es sich um ein falsch-positives Ergebnis oder die späte Phase einer chronischen Infektion mit sehr niedriger Virämie.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein rein risikobasiertes Screening oder die alleinige Testung bei erhöhten Transaminasen (ALT) übersieht laut der Untersuchung mehr als die Hälfte der Patienten mit einer Hepatitis-B- oder Hepatitis-C-Infektion. Es wird in der Publikation nahegelegt, dass ein universelles, einmaliges Screening für alle erwachsenen Patienten eine deutlich höhere Entdeckungsrate ermöglicht.

Häufig gestellte Fragen

Die Studiendaten zeigen, dass mehr als die Hälfte der Patienten mit einer nachgewiesenen HBV- oder HCV-Infektion weder bekannte Risikofaktoren noch erhöhte ALT-Werte aufweisen. Ein rein risikobasierter Ansatz übersieht demnach einen Großteil der asymptomatischen Fälle.

Als Alternative wird ein universelles, einmaliges Screening auf Hepatitis B und C für alle Erwachsenen vorgeschlagen. Dies könnte laut der Publikation die Bemühungen zur Eradikation der Virushepatitis deutlich vorantreiben.

In der retrospektiven Analyse der Studie lagen die Screening-Raten in der Primärversorgung bei lediglich 16 % für Hepatitis B und 10 % für Hepatitis C.

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Quelle: EASL Clinical Practice Guidelines on the management of hepatitis B virus (2025) (EASL, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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