Heimenterale und heimparenterale Ernährung: Indikation
Hintergrund
Die medizinische Ernährungstherapie, bestehend aus enteraler und parenteraler Ernährung, ist ein essenzieller Bestandteil der Behandlung vieler chronischer Erkrankungen. Sie beschränkt sich nicht auf den stationären Bereich, sondern kann sicher und effektiv im häuslichen Umfeld durchgeführt werden.
Für Patienten mit chronischem Darmversagen ist die heimparenterale Ernährung (HPE) oft eine lebensrettende Maßnahme. Die heimenterale Ernährung (HEE) kommt häufig bei neurologischen Erkrankungen, onkologischen Leiden oder Malabsorptionssyndromen zum Einsatz.
Die Einleitung und Überwachung dieser komplexen Therapien erfordert ein multidisziplinäres Ernährungsteam. Ziel ist es, Mangelernährung zu vermeiden, die Lebensqualität zu erhalten und therapieassoziierte Komplikationen zu minimieren.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Verwendung von Heparin als Spül- oder Verriegelungslösung für zentrale Venenkatheter, da ein Nutzen nicht belegt ist und es die Bildung eines intraluminalen Biofilms fördern kann. Stattdessen wird empfohlen, den Katheter nach jeder Nutzung mit physiologischer Kochsalzlösung (NaCl 0,9 %) in pulsierender Technik zu spülen. Bei Patienten mit hohem Risiko für Katheterinfektionen rät die Leitlinie zum Einsatz taurolidinhaltiger Verriegelungslösungen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollte der Portnadelwechsel bei täglicher parenteraler Ernährung alle 3 bis 7 Tage erfolgen. Bei intermittierender Ernährung wird empfohlen, die Kanüle für die infusionsfreie Zeit zu entfernen.
Die Leitlinie empfiehlt, eine verstopfte Sonde zunächst mit frischem Trinkwasser unter Verwendung einer 10-ml-Spritze zu spülen. Von der routinemäßigen Verwendung kohlensäurehaltiger Getränke oder mechanischer Hilfsmittel wird abgeraten.
Es wird ein langsamer Aufbau der Nahrungszufuhr über 7 Tage empfohlen. Die Leitlinie rät zu einer initialen Kalorienrestriktion von 10 bis 15 kcal/kg Körpergewicht in den ersten drei Tagen, begleitet von einem raschen Elektrolytausgleich.
Die Leitlinie rät davon ab, Medikamente vor der Verabreichung zu mischen, um Ausfällungen und Sondenverschlüsse zu vermeiden. Es wird empfohlen, Medikamente einzeln zu verabreichen und die Sonde dazwischen mit mindestens 30 ml Wasser zu spülen.
Zur Prävention hepatischer Komplikationen empfiehlt die Leitlinie alternative Fettemulsionen, die neben Sojaöl auch MCT-, Oliven- oder Fischöl enthalten. Reine Sojaölemulsionen sollten bei Langzeitpatienten auf unter 1 g/kg/Tag limitiert werden.
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Quelle: Heimenterale und heimparenterale Ernährung (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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