Haut- und Weichteilinfektionen: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Haut- und Weichteilinfektionen (SSTI) umfassen ein breites Spektrum klinischer Krankheitsbilder, von leichten oberflächlichen Infektionen bis hin zu lebensbedrohlicher nekrotisierender Fasziitis. Die IDSA-Leitlinie adressiert die zunehmende Häufigkeit dieser Infektionen und das vermehrte Auftreten resistenter Erreger wie MRSA.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Unterscheidung zwischen eitrigen und nicht-eitrigen Infektionen, da sich die therapeutischen Ansätze grundlegend unterscheiden. Zudem werden spezifische Empfehlungen für immungeschwächte Personen formuliert, da diese ein erweitertes Erregerspektrum aufweisen können.
Die korrekte klinische Einschätzung, die Identifikation des Erregers und die zeitgerechte Einleitung einer effektiven Therapie sind laut Leitlinie entscheidend für den Behandlungserfolg. Chirurgische Interventionen spielen bei bestimmten Entitäten eine ebenso wichtige Rolle wie die antimikrobielle Therapie.
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die routinemäßige Verschreibung von Antibiotika bei unkomplizierten Hautabszessen. Die Leitlinie betont, dass eine fachgerechte Inzision und Drainage in den meisten Fällen als alleinige Therapie ausreicht. Systemische Antibiotika sollten Personen mit systemischen Entzündungszeichen (SIRS) oder Immunsuppression vorbehalten bleiben.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine Antibiotikagabe zusätzlich zur Inzision und Drainage nur bei Vorliegen von systemischen Entzündungszeichen (SIRS) indiziert. Auch bei stark eingeschränkter Immunabwehr oder bei SIRS mit Hypotonie wird eine antibiotische Abdeckung empfohlen.
Es wird eine Therapiedauer von 5 Tagen empfohlen. Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Behandlung verlängert werden sollte, falls innerhalb dieses Zeitraums keine klinische Besserung eintritt.
Bei infizierten Tierbissen empfiehlt die Leitlinie eine kalkulierte Therapie, die aerobe und anaerobe Erreger abdeckt. Amoxicillin-Clavulansäure wird hierbei als geeignete orale Standardtherapie genannt.
Bei typischen Fällen von Erysipel oder Zellulitis wird routinemäßig kein Abstrich oder eine Blutkultur empfohlen. Eine mikrobiologische Diagnostik sollte gemäß Leitlinie nur bei speziellen Risikofaktoren wie Neutropenie, Malignomen oder Tierbissen erwogen werden.
Die Leitlinie nennt als Warnsignale starke Schmerzen, die in keinem Verhältnis zum klinischen Befund stehen, sowie eine holzartige Verhärtung des subkutanen Gewebes. Auch ein Therapieversagen unter initialer Antibiose oder das Vorliegen von Hautnekrosen deuten auf eine tiefe Infektion hin.
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Quelle: IDSA: Skin and Soft Tissue Infections (IDSA, 2014). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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