Harnwegsinfekt (HWI) bei Kindern: Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Harnwegsinfektionen (HWI) zählen zu den häufigsten bakteriellen Infektionen im Säuglings- und Kindesalter. Die Mehrzahl der ersten symptomatischen Infektionen tritt bereits in den ersten drei Lebensjahren auf.

Gramnegative Bakterien aus dem Darmtrakt, insbesondere Escherichia coli, sind die häufigsten Erreger. Bei komplizierten Verläufen oder im jungen Säuglingsalter spielen auch Non-E. coli-Stämme wie Enterokokken eine wichtige Rolle.

Eine frühzeitige Erkennung und adäquate Behandlung sind entscheidend, um Komplikationen wie eine Urosepsis oder irreversible Nierenparenchymschäden zu vermeiden. Die Leitlinie differenziert bei den Maßnahmen stark nach Alter und Schweregrad der Infektion.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler ist die Verwendung von Beutelurin für die mikrobiologische Diagnostik. Wegen der sehr hohen Kontaminationsraten ist Beutelurin für eine Urinkultur ungeeignet und sollte laut Leitlinie nur zum Ausschluss einer Infektion bei negativem Streifentest verwendet werden. Bei Verdacht auf eine Pyelonephritis wird stattdessen die Gewinnung von Katheter-, Blasenpunktions- oder zumindest Clean-Catch-Urin empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt bei fehlender Blasenkontrolle die Gewinnung von Katheterurin oder Blasenpunktionsurin. Alternativ kann ein sauber gewonnener Clean-catch-Urin verwendet werden.

Es wird eine orientierende Sonographie der Nieren und Harnwege bei der ersten fieberhaften Harnwegsinfektion im Säuglings- und Kleinkindalter empfohlen. Diese sollte möglichst innerhalb der ersten 24 Stunden erfolgen.

Bei Säuglingen über 3 Monaten und älteren Kindern wird eine Gesamttherapiedauer von etwa 7 Tagen empfohlen. Bei komplizierten Verläufen oder jungen Säuglingen kann eine längere Therapiedauer von 10 bis 14 Tagen indiziert sein.

Laut Leitlinie soll eine asymptomatische Bakteriurie grundsätzlich nicht antibakteriell behandelt werden. Eine Ausnahme bilden geplante schleimhautinvasive Interventionen im Bereich der Harnwege.

Nitrofurantoin eignet sich zur Therapie der unkomplizierten Zystitis sowie zur Langzeitprophylaxe. Es darf jedoch wegen unzureichender Gewebespiegel nicht bei einer Pyelonephritis eingesetzt werden.

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Quelle: Harnwegsinfektionen im Kindesalter – Diagnostik, Therapie und Prophylaxe (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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