Händehygiene: Indikationen und Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die CDC-Leitlinie bietet eine umfassende Übersicht zur Händehygiene in medizinischen Einrichtungen. Ziel ist es, die Übertragung pathogener Mikroorganismen auf Patienten und Personal effektiv zu reduzieren.
Traditionell wurde das Händewaschen mit Wasser und Seife als primäre Maßnahme angesehen. Neuere Erkenntnisse belegen jedoch die überlegene Wirksamkeit und bessere Hautverträglichkeit von alkoholbasierten Einreibepräparaten im klinischen Alltag.
Die Leitlinie analysiert verschiedene antiseptische Wirkstoffe hinsichtlich ihrer antimikrobiellen Aktivität. Zudem werden Strategien zur Verbesserung der Compliance des Personals detailliert beschrieben.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Händehygiene:
Indikationen zur Händehygiene
Es wird empfohlen, die Hände mit antimikrobieller oder nicht-antimikrobieller Seife und Wasser zu waschen, wenn diese sichtbar verschmutzt oder mit proteinhaltigem Material kontaminiert sind (Kategorie IA).
In fast allen anderen klinischen Situationen wird routinemäßig die Verwendung eines alkoholbasierten Händedesinfektionsmittels empfohlen (Kategorie IA).
Zu den spezifischen Indikationen für eine Händedesinfektion gehören laut Leitlinie:
-
Vor dem direkten Patientenkontakt (Kategorie IB)
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Vor dem Anlegen steriler Handschuhe bei invasiven Eingriffen (Kategorie IB)
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Nach Kontakt mit intakter Haut, Körperflüssigkeiten oder Wundverbänden (Kategorie IA/IB)
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Nach dem Ausziehen von Handschuhen (Kategorie IB)
Durchführung und Technik
Bei der Verwendung alkoholischer Präparate wird empfohlen, das Mittel auf die Handfläche aufzutragen und alle Oberflächen von Händen und Fingern zu verreiben, bis diese trocken sind (Kategorie IB).
Für das Händewaschen wird ein kräftiges Reiben der eingeseiften Hände für mindestens 15 Sekunden empfohlen (Kategorie IB). Heißes Wasser sollte vermieden werden, da es das Risiko für eine Dermatitis erhöht.
Chirurgische Händeantisepsis
Vor chirurgischen Eingriffen wird das Ablegen von Ringen, Uhren und Armbändern sowie die Reinigung der Subungualräume empfohlen (Kategorie II).
Es wird eine chirurgische Händeantisepsis mit einer antimikrobiellen Seife oder einem alkoholbasierten Präparat mit remanenter Wirkung empfohlen (Kategorie IB).
Hautpflege und Fingernägel
Die Leitlinie empfiehlt die Bereitstellung von Handlotionen oder -cremes, um irritativen Kontaktdermatitiden vorzubeugen (Kategorie IA).
Das Tragen von künstlichen Fingernägeln oder Nagelverlängerungen bei direktem Kontakt mit Hochrisikopatienten wird strikt abgelehnt (Kategorie IA). Natürliche Nägel sollten kürzer als etwa 6 Millimeter gehalten werden (Kategorie II).
Vergleich antiseptischer Wirkstoffe
Die Leitlinie vergleicht die Wirksamkeit verschiedener Wirkstoffgruppen:
| Wirkstoffgruppe | Grampositive Bakterien | Gramnegative Bakterien | Viren | Wirkungseintritt |
|---|---|---|---|---|
| Alkohole | Exzellent | Exzellent | Exzellent | Schnell |
| Chlorhexidin | Exzellent | Gut | Exzellent | Mittel |
| Iodophore | Exzellent | Exzellent | Gut | Mittel |
| Triclosan | Gut | Mittel | Unzureichend | Mittel |
Kontraindikationen
Die Leitlinie warnt davor, Seifenspender aufzufüllen, da dies zu einer bakteriellen Kontamination der Seife führen kann (Kategorie IA).
Zudem wird darauf hingewiesen, dass Alkohole, Chlorhexidin und Iodophore eine unzureichende Wirksamkeit gegen Bakteriensporen aufweisen. Bei Verdacht auf eine Exposition gegenüber Sporen (z. B. Bacillus anthracis) wird daher das physische Abwaschen mit Seife und Wasser empfohlen (Kategorie II).
Es wird vor der Entflammbarkeit alkoholbasierter Präparate gewarnt. Diese müssen fern von hohen Temperaturen oder offenen Flammen gelagert werden (Kategorie IC).
💡Praxis-Tipp
Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist der Verzicht auf die Händehygiene nach dem Tragen von Handschuhen. Die Leitlinie betont, dass Handschuhe keinen vollständigen Schutz vor Kontamination bieten und eine Händedesinfektion nach dem Ausziehen zwingend erforderlich ist. Zudem wird darauf hingewiesen, dass das Tragen von Handschuhen die reguläre Händehygiene nicht ersetzt.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt Wasser und Seife ausschließlich bei sichtbarer Verschmutzung der Hände oder bei Kontamination mit Blut und Körperflüssigkeiten. In allen anderen klinischen Routinesituationen wird ein alkoholbasiertes Einreibepräparat bevorzugt.
Es wird empfohlen, die Hände nach dem Befeuchten und Einseifen für mindestens 15 Sekunden kräftig an allen Oberflächen zu reiben. Anschließend sollten die Hände gründlich abgespült und mit einem Einmalhandtuch getrocknet werden.
Laut Leitlinie ist das Tragen von künstlichen Fingernägeln oder Nagelverlängerungen beim Umgang mit Hochrisikopatienten, wie beispielsweise auf Intensivstationen, kontraindiziert. Natürliche Nägel sollten stets kurz gehalten werden.
Nein, die Leitlinie stellt fest, dass alkoholbasierte Präparate, die pflegende Zusätze enthalten, weniger Hautirritationen und Trockenheit verursachen als das regelmäßige Waschen mit Seife und Wasser.
Da alkoholische Präparate nicht zuverlässig sporizid wirken, wird bei Kontakt mit Sporenbildnern das Tragen von Handschuhen empfohlen. Nach dem Ausziehen der Handschuhe sollte ein gründliches Händewaschen mit Seife und Wasser erfolgen, um Sporen mechanisch zu entfernen.
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Quelle: CDC Hand Hygiene Guidelines in Healthcare Settings (CDC, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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Händedesinfektion und Händehygiene
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