Gramnegativer Fußinfekt: Lokaltherapie und Antibiose

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-S1-Leitlinie behandelt die infizierte Zehenzwischenraum-Intertrigo (IZI), ein Krankheitsbild, das historisch oft irreführend als „gramnegativer Fußinfekt“ bezeichnet wurde. Es handelt sich um eine exsudative, infizierte Intertrigo der Zehenzwischenräume, die mit Mazerationen beginnt und ulzerierend auf den Vorfuß übergreifen kann.

Der Begriff „gramnegativ“ wird von der Leitlinie abgelehnt, da in den Läsionen meist Mischinfektionen vorliegen. Für eine daraus resultierende tiefergehende Weichgewebeinfektion sind in der Regel grampositive Erreger wie Staphylococcus aureus verantwortlich.

Typische klinische Zeichen sind eine süßlich-putride Geruchsbildung, Mazeration, Ödeme und Schmerzen. Begünstigt wird die Entstehung häufig durch Komorbiditäten wie Diabetes mellitus, Polyneuropathie oder eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) sowie durch eine vorbestehende Tinea pedis.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die Entnahme oberflächlicher Wundabstriche mit anschließender systemischer Antibiose gegen die dort nachgewiesenen gramnegativen Erreger. Die Leitlinie betont, dass eine systemische Therapie nur bei klinischen Zeichen einer Weichgewebeinfektion (Phlegmone) indiziert ist und sich dann primär gegen Staphylococcus aureus richten sollte. Für die unkomplizierte infizierte Zehenzwischenraum-Intertrigo ist eine konsequente Lokaltherapie mit Antiseptika und dem Trockenhalten der Zehenzwischenräume ausreichend.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist eine systemische Antibiose nur bei einer begleitenden Weichgewebeinfektion, wie einer Phlegmone, indiziert. Bei einer rein lokalen Infektion der Erosionen reicht eine konsequente topische Therapie aus.

Der Begriff 'gramnegativer Fußinfekt' ist irreführend, da Weichgewebeinfektionen in diesem Bereich meist durch Staphylococcus aureus verursacht werden. Es wird daher primär eine kalkulierte Therapie mit Cefazolin oder Flucloxacillin empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt moderne, wenig zytotoxische Antiseptika wie Polihexanid oder Octenidin. Von Farbstoffen, Wasserstoffperoxid oder topischen Antibiotika wird explizit abgeraten.

Von oberflächlichen Abstrichen wird abgeraten. Bei Zeichen einer komplizierten Infektion wird die Entnahme nativer Gewebeproben (Biopsien) aus dem Wundrand nach vorheriger antiseptischer Reinigung empfohlen.

Zur Prophylaxe von Rezidiven wird eine topische antimykotische Therapie, beispielsweise mit Terbinafin oder Ciclopirox, empfohlen. Ciclopirox bietet dabei den Vorteil einer zusätzlichen antibakteriellen Wirkung gegen gramnegative Erreger.

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Quelle: Infizierte Zehenzwischenraum-Intertrigo (sog. „gramnegativer Fußinfekt“) (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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