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Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD)2025PneumologieInnere MedizinAllgemeinmedizin

COPD-Leitlinie 2025: Diagnose & Therapie (GOLD)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose der COPD erfordert zwingend eine Spirometrie mit einem Post-Bronchodilatator-Quotienten FEV1/FVC < 0,7.
  • Rauchentwöhnung und Impfungen (inkl. RSV, COVID-19, Pneumokokken) sind essenzielle Präventionsmaßnahmen.
  • Bei Exazerbationen sind kurzwirksame Bronchodilatatoren die Therapie der Wahl; systemische Kortikosteroide und Antibiotika sollten maximal 5 Tage gegeben werden.
  • Ein jährliches Low-Dose-CT (LDCT) zum Lungenkrebs-Screening wird nur für COPD-Patienten mit Raucheranamnese empfohlen.
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Hintergrund

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine heterogene Erkrankung, die durch chronische Atembeschwerden (Dyspnoe, Husten, Auswurf) und eine persistierende Atemwegsobstruktion gekennzeichnet ist. Die Entstehung basiert auf sogenannten GETomics (Gen-Umwelt-Interaktionen über die Lebenszeit).

Neben dem Hauptrisikofaktor Tabakkonsum spielen auch Luftverschmutzung und genetische Faktoren (z. B. SERPINA1-Mutationen bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) eine Rolle. Die Leitlinie definiert zudem Vorstufen:

  • Pre-COPD: Symptome oder strukturelle Läsionen ohne Atemwegsobstruktion.
  • PRISm: Erhaltene Ratio (FEV1/FVC ≥ 0,7), aber abnormale Spirometrie.

Diagnostik und Assessment

Eine Verdachtsdiagnose sollte bei Dyspnoe, chronischem Husten, Auswurf oder rezidivierenden Atemwegsinfektionen gestellt werden.

Zur Bestätigung der Diagnose ist eine Spirometrie zwingend erforderlich. Das Kriterium ist eine nicht vollständig reversible Atemwegsobstruktion mit einem Post-Bronchodilatator FEV1/FVC < 0,7.

Prävention und Basismanagement

Die wichtigste Maßnahme ist die Rauchentwöhnung. E-Zigaretten werden mangels Evidenz zu Wirksamkeit und Sicherheit nicht als Entwöhnungshilfe empfohlen.

Zur Infektionsprävention empfiehlt die Leitlinie folgende Impfungen:

ImpfungIndikation / Zielgruppe
COVID-19Alle COPD-Patienten (nach nationalen Vorgaben)
InfluenzaAlle COPD-Patienten
PneumokokkenAlle COPD-Patienten
Tdap (Pertussis, Tetanus, Diphtherie)Patienten ohne Impfung im Jugendalter
Zoster (Gürtelrose)Routinemäßig für alle COPD-Patienten
RSVPatienten > 60 Jahre und/oder mit chronischer Herz-/Lungenerkrankung

Pharmakologische und apparative Therapie

Die medikamentöse Therapie zielt auf die Reduktion von Symptomen und Exazerbationen ab. Die Auswahl der Inhalatoren muss individualisiert erfolgen, wobei die Inhalationstechnik regelmäßig überprüft werden muss.

Für Patienten mit schwerer chronischer Hypoxämie in Ruhe verbessert eine Langzeit-Sauerstofftherapie (LTOT) das Überleben. Bei moderater Desaturierung wird sie nicht routinemäßig empfohlen.

Kriterium für LTOTPaO2-Grenzwert
Schwere chronische Hypoxämie in Ruhe≤ 55 mmHg
Mit Cor pulmonale oder sekundärer Polyzythämie< 60 mmHg

Bei schwerer chronischer Hyperkapnie und einer Historie von Hospitalisierungen wegen akuten Atemversagens kann eine langfristige nicht-invasive Beatmung (NIV) die Mortalität senken.

Management von Exazerbationen

Eine Exazerbation ist definiert als eine Verschlechterung von Dyspnoe und/oder Husten und Auswurf über einen Zeitraum von < 14 Tagen. Differenzialdiagnosen wie Pneumonie, Herzinsuffizienz und Lungenembolie müssen ausgeschlossen werden.

MaßnahmeEmpfehlung / Bemerkung
SABA (mit/ohne SAMA)Initialer Bronchodilatator der Wahl
LABAErhaltungstherapie so schnell wie möglich beginnen
ICSErwägen bei häufigen Exazerbationen und erhöhten Blut-Eosinophilen
Systemische KortikosteroideBei schweren Exazerbationen; Therapiedauer maximal 5 Tage
AntibiotikaBei Indikation; Therapiedauer 5 Tage
MethylxanthineNicht empfohlen (aufgrund des Nebenwirkungsprofils)
NIVErste Wahl bei akuter respiratorischer Insuffizienz (ohne Kontraindikationen)

Komorbiditäten

COPD tritt häufig mit Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Depressionen und Lungenkrebs auf. Diese sollten unabhängig von der COPD nach den üblichen Standards behandelt werden.

Lungenkrebs-Screening:

  • Ein jährliches Low-Dose-CT (LDCT) wird für COPD-Patienten mit Raucheranamnese empfohlen.
  • Bei Nichtraucher-COPD wird ein jährliches LDCT mangels Evidenz nicht empfohlen.

💡Praxis-Tipp

Überprüfen Sie regelmäßig die Inhalationstechnik Ihrer Patienten und denken Sie an die Verordnung der RSV- und Zoster-Impfung, die nun explizit in den GOLD-Leitlinien empfohlen werden.

Häufig gestellte Fragen

Zwingend durch eine Spirometrie mit dem Nachweis einer nicht vollständig reversiblen Atemwegsobstruktion (Post-Bronchodilatator FEV1/FVC < 0,7).
Nein, laut GOLD-Leitlinie gibt es derzeit keine Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit von E-Zigaretten als Hilfsmittel zur Rauchentwöhnung.
Die Dauer der Therapie mit systemischen Kortikosteroiden sollte im Normalfall nicht mehr als 5 Tage betragen.
Ein jährliches Low-Dose-CT (LDCT) wird für COPD-Patienten empfohlen, deren Erkrankung auf Rauchen zurückzuführen ist. Bei Nichtraucher-COPD wird es mangels Evidenz nicht empfohlen.
Die nicht-invasive mechanische Beatmung (NIV) sollte die erste Wahl sein, sofern keine absoluten Kontraindikationen vorliegen.

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