Glecaprevir/Pibrentasvir: Zusatznutzen bei Hepatitis C

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht (Nr. 553) aus dem Jahr 2017 bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Glecaprevir/Pibrentasvir. Diese wird zur Behandlung der chronischen Hepatitis C (CHC) bei Erwachsenen eingesetzt.

Die Bewertung erfolgt im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt wurde. Dabei wird zwischen verschiedenen Genotypen, dem Vorliegen einer Zirrhose und der Vorbehandlung unterschieden.

Ziel der Dossierbewertung ist es, festzustellen, ob die neue Wirkstoffkombination einen therapeutisch bedeutsamen Zusatznutzen für die betroffenen Patientengruppen bietet.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen für Glecaprevir/Pibrentasvir bei chronischer Hepatitis C nicht belegt ist. Dies betrifft alle untersuchten Patientengruppen.

Genotypen 1, 3, 4, 5 und 6

Für diese Genotypen wurden vom pharmazeutischen Unternehmer keine geeigneten vergleichenden Daten vorgelegt. Es fehlen direkte Vergleichsstudien gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie.

Auch für einen adjustierten indirekten Vergleich lagen keine verwertbaren Daten vor. Daher ergibt sich laut Bericht kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.

Genotyp 2

Für den Genotyp 2 wurde die Studie CERTAIN-II eingereicht. Aus dieser lässt sich jedoch kein Zusatznutzen ableiten.

Die Gründe für die fehlende Aussagekraft der Studie sind:

  • Die Dosierung von Ribavirin im Vergleichsarm entsprach nicht der deutschen Fachinformation.

  • Die behandelten Personen wurden mit bis zu 400 mg Ribavirin unterdosiert.

  • Der Einfluss dieser Unterdosierung auf die beobachteten Effekte lässt sich nicht adäquat abschätzen.

Vorbehandelte Gruppen

Die Gruppe der mit Sofosbuvir und Ribavirin therapieerfahrenen Personen wurde im Dossier nicht gesondert betrachtet. Folglich liegen auch hier keine Daten vor, die einen Zusatznutzen belegen könnten.

Dosierung

Der Bericht zitiert die Fachinformation zur Dosierung von Glecaprevir/Pibrentasvir. Die Einnahme erfolgt einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit.

WirkstoffkombinationTagesdosisDarreichungsform
Glecaprevir / Pibrentasvir300 mg / 120 mg3 Tabletten à 100 mg / 40 mg

Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Genotyp, dem Zirrhosestatus und der Vorbehandlung.

PatientengruppeZirrhosestatusBehandlungsdauer
Therapienaiv (Genotyp 1-6)Ohne Zirrhose8 Wochen
Therapienaiv (Genotyp 1-6)Kompensierte Zirrhose12 Wochen
Vorbehandelt (Genotyp 1, 2, 4-6)Ohne Zirrhose8 Wochen
Vorbehandelt (Genotyp 1, 2, 4-6)Kompensierte Zirrhose12 Wochen
Vorbehandelt (Genotyp 3)Ohne oder mit kompensierter Zirrhose16 Wochen

Bei einer Nierenfunktionsstörung, einschließlich Dialysepflichtigkeit, ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Laut den im Bericht zitierten Anforderungen an eine qualitätsgesicherte Anwendung gelten folgende Kontraindikationen:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile

  • Schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)

Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Tabletten im Ganzen geschluckt und nicht zerkaut oder zerstoßen werden dürfen. Dies ist wichtig, da ein Zerkleinern die Bioverfügbarkeit der Wirkstoffe verändern kann.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Bei der Interpretation von Zulassungsstudien zu Hepatitis-C-Therapien wird empfohlen, stets die Dosierung der Vergleichsmedikation kritisch zu prüfen. Der vorliegende Bericht zeigt, dass eine Unterdosierung im Kontrollarm (hier Ribavirin) dazu führen kann, dass eine Studie für die Nutzenbewertung als nicht aussagekräftig eingestuft wird.

Häufig gestellte Fragen

Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg Glecaprevir und 120 mg Pibrentasvir einmal täglich. Dies entspricht der Einnahme von drei Tabletten, die zusammen mit einer Mahlzeit eingenommen werden sollen.

Laut den zitierten Fachinformationen ist bei jeglichem Grad einer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung erforderlich. Dies schließt auch dialysepflichtige Personen ein.

Für die meisten Genotypen wurden keine vergleichenden Studien vorgelegt. Bei der einzigen eingereichten Studie zum Genotyp 2 war die Vergleichsmedikation nicht zulassungskonform dosiert, weshalb die Daten nicht verwertbar waren.

Die Therapiedauer variiert je nach Genotyp, Vorbehandlung und Vorliegen einer Zirrhose. Sie beträgt in der Regel zwischen 8 und 16 Wochen.

Das Dokument weist darauf hin, dass die Wirkstoffkombination bei einer schweren Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) kontraindiziert ist.

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Quelle: IQWiG A17-34: Glecaprevir/Pibrentasvir (chronische Hepatitis C) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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