Glecaprevir/Pibrentasvir: Dosierung bei Kindern (HCV)

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat das IQWiG mit der Nutzenbewertung der fixen Wirkstoffkombination Glecaprevir/Pibrentasvir beauftragt. Die Bewertung bezieht sich auf die Behandlung der chronischen Hepatitis-C-Virus-Infektion (HCV) bei Kindern im Alter von 3 bis unter 12 Jahren.

Es besteht ein hoher therapeutischer Bedarf an pangenotypisch wirksamen, Interferon-freien Therapieoptionen mit hoher Resistenzbarriere für diese Altersgruppe. Dies gilt insbesondere für Kinder mit schwerer Niereninsuffizienz oder bestimmten Genotypen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde für die Genotypen 1, 4, 5 und 6 Ledipasvir/Sofosbuvir (LDV/SOF) festgelegt. Für die Genotypen 2 und 3 dient Sofosbuvir plus Ribavirin (SOF + RBV) als Vergleichsstandard.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Glecaprevir/Pibrentasvir im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer beanspruchte selbst keinen Zusatznutzen, da die eingereichten Daten aus der einarmigen DORA-Studie stammen.

Studienergebnisse (DORA-Studie)

Die Bewertung zeigt für die Behandlung mit Glecaprevir/Pibrentasvir folgende Ergebnisse:

  • Ein anhaltendes virologisches Ansprechen (SVR12) wurde bei 98,3 % (Genotyp 1 oder 4) bzw. 90,0 % (Genotyp 2 oder 3) der Kinder erreicht.

  • Es traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse (SUEs) oder Todesfälle auf.

  • Die Ergebnisse liegen in derselben Größenordnung wie bei den zweckmäßigen Vergleichstherapien, weshalb sich kein dramatischer Effekt ableiten lässt.

Therapiedauer

Die empfohlene Behandlungsdauer richtet sich nach dem Genotyp, dem Vorliegen einer Zirrhose und einer eventuellen Vorbehandlung. Sie beträgt laut Fachinformation in der Regel:

  • 8 Wochen für therapienaive Kinder (Genotyp 1-6) mit oder ohne kompensierte Zirrhose.

  • 12 oder 16 Wochen bei bestimmten Vorbehandlungen (z. B. mit Interferon oder Sofosbuvir).

Dosierung

Die Dosierung von Glecaprevir/Pibrentasvir erfolgt bei Kindern unter 45 kg gewichtsabhängig einmal täglich zusammen mit einer Mahlzeit.

KörpergewichtDarreichungsformTagesdosis (Glecaprevir + Pibrentasvir)
12 bis < 20 kgÜberzogenes Granulat3 Beutel (150 mg + 60 mg)
20 bis < 30 kgÜberzogenes Granulat4 Beutel (200 mg + 80 mg)
30 bis < 45 kgÜberzogenes Granulat5 Beutel (250 mg + 100 mg)
ab 45 kgFilmtablettenTablettenformulierung verwenden

Bei jeglichem Grad einer Nierenfunktionsstörung, einschließlich Dialyse, ist keine Dosisanpassung erforderlich.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation bestehen folgende Kontraindikationen für die Anwendung von Glecaprevir/Pibrentasvir:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile

  • Schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C)

  • Gleichzeitige Anwendung mit Atazanavir, Atorvastatin, Simvastatin, Dabigatranetexilat oder ethinylestradiolhaltigen Arzneimitteln

  • Gleichzeitige Anwendung mit starken P-Glycoprotein- und CYP3A-Induktoren (z. B. Rifampicin, Carbamazepin, Johanniskraut, Phenobarbital, Phenytoin, Primidon)

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht weist darauf hin, dass die Tabletten und das überzogene Granulat aufgrund unterschiedlicher pharmakokinetischer Profile nicht austauschbar sind. Es wird betont, dass ein vollständiger Behandlungszyklus zwingend mit derselben Formulierung durchgeführt werden muss. Zudem wird hervorgehoben, dass bei versäumter Einnahme die Dosis nur innerhalb von 18 Stunden nachgeholt werden darf.

Häufig gestellte Fragen

In der DORA-Studie erreichten 98,3 % der Kinder mit Genotyp 1 oder 4 ein anhaltendes virologisches Ansprechen (SVR12). Bei Kindern mit Genotyp 2 oder 3 lag die SVR12-Rate bei 90,0 %.

Laut Fachinformation ist bei Personen mit jeglichem Grad einer Nierenfunktionsstörung keine Dosisanpassung notwendig. Dies schließt auch dialysepflichtige Kinder mit ein.

Für Kinder zwischen 3 und unter 12 Jahren mit einer HCV-Infektion vom Genotyp 2 oder 3 wurde Sofosbuvir in Kombination mit Ribavirin als zweckmäßige Vergleichstherapie festgelegt.

Für therapienaive Kinder mit den Genotypen 1 bis 6 wird standardmäßig eine Behandlungsdauer von 8 Wochen angegeben. Dies gilt unabhängig davon, ob eine kompensierte Zirrhose vorliegt oder nicht.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG A21-88: Glecaprevir/Pibrentasvir (chronische Hepatitis C bei Kindern) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.