Gesättigte und Transfettsäuren: Leitlinien-Empfehlung
Hintergrund
Die WHO-Leitlinie aus dem Jahr 2023 befasst sich mit der Aufnahme von gesättigten Fettsäuren (SFA) und Transfettsäuren (TFA) bei Erwachsenen und Kindern. Kardiovaskuläre Erkrankungen stellen weltweit die häufigste Todesursache dar, wobei ungesunde Ernährungsgewohnheiten einen wesentlichen modifizierbaren Risikofaktor bilden.
Gesättigte Fettsäuren kommen primär in tierischen Lebensmitteln sowie in einigen pflanzlichen Fetten und Ölen vor. Transfettsäuren entstehen industriell durch die partielle Hydrierung von Pflanzen- und Fischölen, kommen aber auch natürlich in Fleisch und Milchprodukten von Wiederkäuern vor.
Ziel der Leitlinie ist es, aktualisierte, evidenzbasierte Zielwerte für die tägliche Zufuhr dieser Fettsäuren zu definieren. Die Reduktion von SFA und TFA wird mit einer Senkung des LDL-Cholesterins und einem verringerten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse in Verbindung gebracht.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert spezifische Zielwerte für die tägliche Fettzufuhr. Es werden folgende allgemeine Prinzipien betont:
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Die Empfehlungen gelten für Erwachsene und Kinder gleichermaßen.
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Die Zielwerte gelten unabhängig vom individuellen Gesundheitsstatus.
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Der gesundheitliche Nutzen hängt maßgeblich von der Wahl der Ersatznährstoffe ab.
Gesättigte Fettsäuren (SFA)
Laut Leitlinie wird empfohlen, die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren auf 10 % der gesamten Energiezufuhr zu reduzieren (starke Empfehlung). Eine weitere Reduktion auf unter 10 % der Gesamtenergie wird zusätzlich nahegelegt (bedingte Empfehlung).
Die Leitlinie betont, dass der Ersatz von SFA durch gemischte tierische Proteine oder raffinierte Kohlenhydrate nicht empfohlen wird. Dies kann das Risiko für koronare Herzkrankheiten erhöhen.
Transfettsäuren (TFA)
Es wird empfohlen, die Aufnahme von Transfettsäuren auf maximal 1 % der gesamten Energiezufuhr zu begrenzen (starke Empfehlung). Auch hier wird eine weitere Reduktion auf unter 1 % der Gesamtenergie vorgeschlagen (bedingte Empfehlung).
Die Leitlinie unterscheidet bei diesen Zielwerten nicht zwischen industriell hergestellten und natürlich vorkommenden Transfettsäuren aus Wiederkäuerprodukten. Beide Formen sollten gleichermaßen reduziert werden.
Empfohlene Ersatznährstoffe
Um das Energiedefizit bei einer Reduktion von SFA und TFA auszugleichen, empfiehlt die Leitlinie spezifische Ersatznährstoffe. Die folgende Tabelle fasst die Empfehlungen zusammen:
| Zu reduzierender Nährstoff | Empfohlener Ersatznährstoff | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| SFA | Mehrfach ungesättigte Fettsäuren | Stark |
| SFA | Einfach ungesättigte Fettsäuren (pflanzliche Quellen) | Bedingt |
| SFA | Kohlenhydrate aus natürlichen Ballaststoffquellen (Vollkorn, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte) | Bedingt |
| TFA | Mehrfach ungesättigte Fettsäuren | Bedingt |
| TFA | Einfach ungesättigte Fettsäuren (primär pflanzliche Quellen) | Bedingt |
Es wird darauf hingewiesen, dass bei einer angestrebten Gewichtsreduktion (negative Energiebilanz) SFA und TFA auch ohne direkten Nährstoffersatz reduziert werden können.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass die Reduktion von gesättigten Fettsäuren nur dann einen kardiovaskulären Nutzen bringt, wenn die richtigen Ersatznährstoffe gewählt werden. Es wird davor gewarnt, SFA durch raffinierte Kohlenhydrate oder tierische Proteine zu ersetzen, da dies das Risiko für Herzerkrankungen erhöhen kann. Zudem wird betont, dass eine fettreduzierte Ernährung bei Kindern laut aktueller Evidenz sicher ist und weder das Längenwachstum noch die kognitive Entwicklung beeinträchtigt.
Häufig gestellte Fragen
Ja, die Leitlinie schließt Kinder ausdrücklich in die Empfehlungen ein. Es wird betont, dass eine Reduktion von gesättigten Fettsäuren und Transfettsäuren bei Kindern sicher ist und die normale körperliche und geistige Entwicklung nicht beeinträchtigt.
Laut Leitlinie wird bei den Zielwerten nicht zwischen industriell produzierten und natürlich in Milch oder Fleisch vorkommenden Transfettsäuren unterschieden. Für beide Formen gilt der gemeinsame Zielwert von maximal 1 % der Gesamtenergie.
Die Leitlinie empfiehlt primär den Ersatz durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren (starke Empfehlung). Alternativ wird der Ersatz durch pflanzliche einfach ungesättigte Fettsäuren oder ballaststoffreiche Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte und Gemüse vorgeschlagen.
Die Leitlinie schließt den Konsum bestimmter Lebensmittelgruppen nicht aus. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass Lebensmittel mit hohem SFA-Gehalt nur in Maßen konsumiert oder fettreduzierte Varianten gewählt werden sollten, um die Zielwerte zu erreichen.
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Quelle: Saturated fatty acid and trans-fatty acid intake for adults and children: WHO guideline (WHO, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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