Gallenkarzinom: Pembrolizumab-Therapie bei MSI-H/dMMR
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab. Das Anwendungsgebiet umfasst die Monotherapie bei Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasierendem biliären Karzinom.
Voraussetzung für die Behandlung ist das Vorliegen einer hochfrequenten Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) oder einer Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR). Zudem muss ein Fortschreiten der Erkrankung während oder nach mindestens einer vorherigen Therapie vorliegen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe festgelegt. Diese umfasst unter anderem Pemigatinib bei FGFR2-Fusionen oder Best Supportive Care (BSC).
Empfehlungen
Bewertung der Studienlage
Laut IQWiG-Bericht legte der pharmazeutische Unternehmer Daten aus der einarmigen Studie KEYNOTE-158 für Pembrolizumab vor. Diese wurden mit dem Studienarm ASC plus FOLFOX aus der Studie ABC-06 als historische Kontrolle verglichen.
Die vorgelegten Daten werden vom Institut als nicht geeignet für die Nutzenbewertung eingestuft.
Folgende methodische Mängel werden im Bericht aufgeführt:
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Die Gesamtpopulation der Vergleichsstudie ABC-06 bildet die Fragestellung nicht ab, da der MSI-H- oder dMMR-Status nicht berücksichtigt wurde.
-
Die zweckmäßige Vergleichstherapie nach ärztlicher Maßgabe wird durch ASC plus FOLFOX nicht ausreichend abgebildet.
-
Ein Vergleich einzelner Arme aus verschiedenen Studien stellt keine adäquate Methode für einen indirekten Vergleich dar.
Fazit zum Zusatznutzen
Da keine verwertbaren Daten für einen direkten oder adjustierten indirekten Vergleich vorliegen, ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.
Es wird geschlussfolgert, dass ein Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt ist.
Dosierung
Die Fachinformation nennt folgende Dosierungsschemata für Pembrolizumab bei Erwachsenen:
| Medikament | Dosierung | Applikation | Dauer |
|---|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg alle 3 Wochen | intravenös (über 30 Min.) | Bis Krankheitsprogression oder unzumutbarer Toxizität |
| Pembrolizumab | 400 mg alle 6 Wochen | intravenös (über 30 Min.) | Bis Krankheitsprogression oder unzumutbarer Toxizität |
Kontraindikationen
Der Bericht verweist auf folgende Warnhinweise und Anwendungsbeschränkungen:
-
Eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn sollte vermieden werden, da dies die Wirksamkeit beeinträchtigen kann.
-
Bei schwerer Nieren- oder moderater bis schwerer Leberfunktionseinschränkung ist eine besondere klinische Überwachung erforderlich.
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Es wird auf das mögliche Auftreten eines atypischen Ansprechens (anfängliches Tumorwachstum vor einer Regression) hingewiesen.
-
Eine engmaschige Überwachung auf immunvermittelte Nebenwirkungen (irARs) ist zwingend erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Laut Bericht wird bei einem initialen Befund eines Fortschreitens der Krebserkrankung empfohlen, klinisch stabile Personen bis zur Bestätigung der Progression weiter zu behandeln. Dies begründet sich durch das beobachtete Phänomen des atypischen Ansprechens, bei dem es vor einer Tumorregression zu einem vorübergehenden Tumorwachstum kommen kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG ist Pembrolizumab für Erwachsene mit nicht resezierbarem oder metastasierendem biliären Karzinom zugelassen. Voraussetzung ist ein bestätigter MSI-H- oder dMMR-Status sowie ein Progress nach mindestens einer Vortherapie.
Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist. Die vom Hersteller vorgelegten indirekten Studienvergleiche wurden als methodisch ungeeignet eingestuft.
Es wird empfohlen, systemische Kortikosteroide vor Therapiebeginn zu vermeiden, da sie die Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen können. Nach Therapiebeginn können sie jedoch zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen eingesetzt werden.
Die empfohlene Dosis beträgt entweder 200 mg alle drei Wochen oder 400 mg alle sechs Wochen. Die Verabreichung erfolgt laut Fachinformation als 30-minütige intravenöse Infusion.
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Quelle: IQWiG A22-79: Pembrolizumab (Gallenkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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