IQWiG2017Kardiologie

FFR-Messung bei KHK: Indikation und klinische Evidenz

Diese Leitlinie stammt aus 2017 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2017)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die koronare Herzkrankheit (KHK) führt zu einer Stenosierung der Herzkranzgefäße und einer Minderperfusion des Myokards. Zur Therapieentscheidung über eine perkutane koronare Intervention (PCI) wird standardmäßig die Koronarangiografie herangezogen.

Die Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR) ist eine invasive diagnostische Methode zur Beurteilung der hämodynamischen Relevanz einer Stenose. Sie wird während der Herzkatheteruntersuchung mittels Druckmessdraht unter standardisierter Vasodilatation durchgeführt.

Der IQWiG-Bericht D15-02 untersucht den patientenrelevanten Nutzen einer FFR-geleiteten Therapieentscheidung. Dabei wird zwischen Patienten mit einer primären Indikation zur PCI und Patienten mit stabiler KHK unterschieden.

Empfehlungen

Die IQWiG-Bewertung formuliert je nach Patientengruppe unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich des patientenrelevanten Nutzens.

Indikation zur PCI

Bei Patienten mit einer angiografischen Indikation zur PCI zeigt die Bewertung Vorteile für die FFR-geleitete Behandlungsstrategie im Vergleich zur rein angiografischen Steuerung.

Laut Bericht ergeben sich folgende Evidenzgrade für die ersten 24 Monate:

EndpunktEvidenzgrad (FFR vs. Angiografie)
MyokardinfarktBeleg für einen Nutzen
Tod oder Myokardinfarkt (kombiniert)Hinweis auf einen Nutzen
GesamtmortalitätKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden
Kardiale MortalitätKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden
Angina PectorisKein Anhaltspunkt für Nutzen/Schaden

Stabile KHK (ohne primäre PCI-Indikation)

Für Patienten mit stabiler KHK, bei denen eine Stenose nach konventioneller Diagnostik nicht als revaskularisationsbedürftig gilt, zeigt sich ein anderes Bild.

Der Bericht stellt fest, dass für diese Patientengruppe kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der FFR-Messung vorliegt. Dies betrifft alle untersuchten Endpunkte wie Mortalität, Myokardinfarkt und Angina Pectoris.

Bifurkationsstenosen und Komplikationen

Bei Patienten mit Bifurkationsstenosen lässt sich laut Bewertung ebenfalls kein Anhaltspunkt für einen Nutzen oder Schaden der FFR-geleiteten Strategie ableiten.

Hinsichtlich unerwünschter Wirkungen der Diagnostik zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. Es gibt keinen Anhaltspunkt für vermehrte Blutungen oder Kontrastmittel-Nephropathien durch die FFR-Messung.

Kontraindikationen

Laut IQWiG-Bericht gibt es klinische Situationen, in denen die Aussagekraft der FFR-Messung eingeschränkt ist:

  • Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom (AKS) kann die Messung in der Infarktläsion fehleranfällig sein, da Mikroembolisationen die Vasodilatation einschränken können.

  • In einem vollständig verschlossenen Gefäß wird die FFR-Messung als nicht aussagekräftig eingestuft.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die IQWiG-Bewertung verdeutlicht, dass der Nutzen der FFR-Messung stark von der Patientengruppe abhängt. Während bei Patienten mit einer angiografischen PCI-Indikation ein Beleg für die Reduktion von Myokardinfarkten vorliegt, lässt sich dieser Vorteil bei stabiler KHK ohne primäre PCI-Indikation nicht nachweisen. Es wird betont, dass die FFR primär dazu dient, unnötige Stentimplantationen bei grenzwertigen Stenosen zu vermeiden, anstatt zusätzliche Interventionen herbeizuführen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Beleg für einen Nutzen hinsichtlich der Vermeidung von Myokardinfarkten in den ersten 24 Monaten. Zudem besteht ein Hinweis auf einen Nutzen für den kombinierten Endpunkt aus Tod oder Myokardinfarkt.

Die Bewertung zeigt für diese Patientengruppe keinen Anhaltspunkt für einen patientenrelevanten Nutzen oder Schaden. Weder bei der Mortalität noch bei der Morbidität zeigten sich signifikante Unterschiede zur Standarddiagnostik.

Der Bericht stellt fest, dass es keinen Anhaltspunkt für ein vermehrtes Auftreten von unerwünschten Ereignissen durch die FFR-Messung gibt. Die Raten für Blutungen oder Kontrastmittel-Nephropathien unterschieden sich nicht signifikant von der rein angiografischen Diagnostik.

Bei einem akuten Koronarsyndrom kann die FFR-Messung in der Infarktläsion fehleranfällig sein. Laut Bericht können Störungen der Mikrozirkulation die Vasodilatation einschränken, wodurch die hämodynamische Relevanz der Stenose unterschätzt werden könnte.

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Quelle: IQWiG D15-02: Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR-Messung) bei koronarer Herzkrankheit (IQWiG, 2017). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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