Re-Sleeve & Toupet-Fundoplikatio nach Sleeve (Cureus)
📋Auf einen Blick
- •Die Kombination aus Toupet-Fundoplikatio und Re-Sleeve ist eine sichere Revisionsoperation nach frustraner Sleeve-Gastrektomie mit Hiatushernie.
- •Bei 65 % der Patienten kam es nach 18 Monaten zu einer vollständigen Remission der GERD-Symptomatik ohne PPI-Bedarf.
- •Der mittlere prozentuale Übergewichtsverlust (EWL%) lag nach 18 Monaten bei 63,2 %.
- •Es traten keine schweren perioperativen Komplikationen wie Leckagen, Nachblutungen oder Mortalität auf.
- •Das Verfahren bietet eine Alternative zur Konversion in einen Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB), um Malabsorption zu vermeiden.
Hintergrund
Eine Sleeve-Gastrektomie (SG) kann eine gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) neu auslösen oder verschlechtern, insbesondere bei Vorliegen einer Hiatushernie (HH). Ein Versagen der bariatrischen Operation wird häufig als ein prozentualer Übergewichtsverlust (EWL) von unter 50 % definiert. Bei Gewichtszunahme und refraktärem Reflux ist oft eine Revisionsoperation indiziert. Traditionell wird hierbei häufig eine Konversion zu einem Roux-en-Y-Magenbypass (RYGB) durchgeführt, was jedoch mit malabsorptiven Nachteilen verbunden ist.
Indikation und Patientenauswahl
Die prospektive Studie untersuchte Patienten mit frustraner Sleeve-Gastrektomie und symptomatischer Hiatushernie.
| Einschlusskriterien | Details |
|---|---|
| Alter | 30–60 Jahre |
| Gewicht | ≤ 50 % EWL nach 1 Jahr und/oder BMI > 35 kg/m² |
| Symptomatik | Medizinisch refraktäre GERD |
| Anatomie | Ausreichend verbliebener Magenfundus für eine Fundoplikatio |
Operationstechnik
Das chirurgische Vorgehen kombiniert eine Restriktion mit einer Antirefluxplastik und umfasst folgende Schlüsselschritte:
- Vollständige Hiatusdissektion und Mobilisation des distalen Ösophagus.
- Posteriore Hiatoplastik (Cruroplastik) mit nicht-resorbierbaren Nähten.
- 270°-Toupet-Fundoplikatio unter Verwendung des verbliebenen Magenfundus mit Fixierung an den Zwerchfellschenkeln.
- Re-Sleeve-Gastrektomie über eine 36-Charrière-Bougie.
- Gastropexie des Sleeves an das Omentum majus zur Vermeidung von Torsionen.
Klinische Ergebnisse
Die Nachbeobachtungszeit der Studie betrug 18 Monate. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen sowohl bei der Refluxkontrolle als auch beim Gewichtsverlust.
| Parameter | Ergebnis nach 18 Monaten |
|---|---|
| GERD-Remission (ohne PPI) | 65 % der Patienten |
| EWL (Übergewichtsverlust) | 63,2 ± 16,1 % |
| Hiatushernie-Rezidiv | 0 % |
| Schwere Komplikationen* | 0 % |
| Transiente Übelkeit | 40 % (konservativ beherrschbar) |
Keine Leckagen, keine postoperativen Blutungen, keine Reoperationen, keine Mortalität.
Zusätzlich konnte bei allen Patienten mit arterieller Hypertonie die Medikation abgesetzt werden. Bei 10 % der Patienten kam es zu einer Remission des Diabetes mellitus.
Fazit für die Praxis
Die Toupet-Fundoplikatio mit Re-Sleeve ist ein sicheres und effektives Verfahren für ausgewählte Patienten. Sie bietet eine restriktive, nicht-malabsorptive Alternative zur Bypass-Konversion, setzt jedoch voraus, dass anatomisch noch ausreichend Fundusgewebe für die Manschettenbildung vorhanden ist.
💡Praxis-Tipp
Prüfen Sie bei Patienten mit frustraner Sleeve-Gastrektomie und refraktärem Reflux präoperativ endoskopisch, ob noch ausreichend Fundusgewebe für eine Toupet-Fundoplikatio vorhanden ist, um eine malabsorptive Bypass-Konversion zu vermeiden.