Anal-Karzinom bei CED: Neues Screening (ACG)
📋Auf einen Blick
- •Anal-Karzinome treten bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) überproportional häufig auf.
- •Es besteht ein erhöhtes Risiko für Adenokarzinome und HPV-assoziierte Plattenepithelkarzinome.
- •Bislang fehlen einheitliche Algorithmen für Screening, Diagnose und Therapie.
- •Ein neues Screening-Konzept soll die Früherkennung bei CED-Patienten verbessern.
Hintergrund
Anal-Karzinome sind seltene, aber potenziell tödliche Erkrankungen. Sie betreffen Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn überproportional häufig.
Erhöhtes Krebsrisiko bei CED
Bei CED-Patienten werden durchweg höhere Raten spezifischer Karzinome im Analbereich nachgewiesen. Dazu gehören insbesondere:
| Karzinom-Art | Assoziation |
|---|---|
| Adenokarzinom | Erhöhte Inzidenz bei CED |
| Plattenepithelkarzinom | Häufig HPV-assoziiert (Humanes Papillomavirus) |
Diagnostische Herausforderungen und Screening
Trotz des nachweislich erhöhten Risikos für diese Patientengruppe fehlen bislang einheitliche Algorithmen für:
- Das systematische Screening
- Die exakte Diagnosestellung
- Die anschließende Behandlung
Um dieser Herausforderung zu begegnen, wird ein neues Screening-Konzept vorgeschlagen. Dieses basiert auf aktuellen Literaturdaten sowie multidisziplinärer klinischer Erfahrung und zielt darauf ab, die Früherkennung von Anal-Karzinomen in der CED-Population signifikant zu verbessern.
💡Praxis-Tipp
Denken Sie bei Patienten mit Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn an das erhöhte Risiko für Anal-Karzinome (insbesondere HPV-assoziierte Plattenepithelkarzinome) und evaluieren Sie individuelle Screening-Maßnahmen zur Früherkennung.