Exokrines Pankreaskarzinom: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Das exokrine Pankreaskarzinom ist eine maligne Erkrankung, die in über 95 Prozent der Fällen als duktales Adenokarzinom aus dem exokrinen Anteil der Bauchspeicheldrüse entsteht. In Deutschland erkranken jährlich etwa 20.230 Menschen an diesem Tumor, wobei Männer und Frauen etwa gleich häufig betroffen sind. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei über 70 Jahren.
Aufgrund einer oft späten Diagnosestellung, einer frühen und aggressiven Metastasierung sowie einer geringen kurativen Resektionsrate ist die Prognose der Erkrankung ungünstig. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 11 Prozent.
Als gesicherte Risikofaktoren für die Entstehung eines sporadischen Pankreaskarzinoms gelten das Rauchen, ein starker Alkoholkonsum sowie Adipositas. Auch bestimmte Vorerkrankungen wie ein Diabetes mellitus oder chronische Pankreatitiden sind mit einem erhöhten Risiko assoziiert.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie wird bei resektablen Tumoren mit einer Größe von über 3 cm, Aszites oder einem CA 19-9-Wert von über 500 U/ml eine diagnostische Laparoskopie vor der eigentlichen Laparotomie empfohlen. Dies begründet sich durch das in dieser Konstellation deutlich erhöhte Risiko für eine okkulte, in der Bildgebung nicht sichtbare Metastasierung. So kann eine unnötige explorative Laparotomie vermieden und zügig eine systemische Therapie eingeleitet werden.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Beginn von Surveillance-Untersuchungen bei Hochrisiko-Individuen für ein familiäres Pankreaskarzinom ab dem 50. bis 55. Lebensjahr. Alternativ sollte das Screening 10 Jahre vor dem jüngsten Erkrankungsalter in der Familie beginnen.
Bei Patienten mit einem guten Allgemeinzustand (ECOG 0-1) unter 80 Jahren wird eine adjuvante Therapie mit mFOLFIRINOX empfohlen. Bei einem ECOG-Status von über 1 bis 2 sollte laut Leitlinie auf Gemcitabin (als Monotherapie oder in Kombination mit Capecitabin) zurückgegriffen werden.
Eine präoperative Galleableitung mittels Stent sollte gemäß der Leitlinie nur bei Vorliegen einer Cholangitis erfolgen. Liegt keine Cholangitis vor und kann die Operation zeitnah durchgeführt werden, ist eine Galleableitung nicht indiziert.
Bei Patienten mit einer nachgewiesenen BRCA1/2-Keimbahnmutation hat der PARP-Inhibitor Olaparib einen Stellenwert in der Erhaltungstherapie. Die Leitlinie empfiehlt diesen Einsatz nach einer mindestens 16-wöchigen platinbasierten Vortherapie, sofern kein Tumorprogress aufgetreten ist.
Es wird eine standardisierte Lymphadenektomie empfohlen, bei der mindestens 12 regionäre Lymphknoten entfernt werden sollten. Eine erweiterte Lymphadenektomie bringt laut Leitlinie keinen Überlebensvorteil und wird daher nicht empfohlen.
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Quelle: Exokrines Pankreaskarzinom (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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