Essstörungen bei Kindern: Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: APA (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Essstörungen weisen hohe Morbiditäts- und Mortalitätsraten auf und beginnen meist im Jugendalter. Eine frühzeitige Identifikation und die Überweisung zu evidenzbasierten Behandlungen führen zu verbesserten klinischen Ergebnissen.

Die vorliegende Zusammenfassung basiert auf einer Synthese verschiedener US-amerikanischer Leitlinien, darunter die der American Psychiatric Association (APA). Sie adressiert die Erkennung und das Management von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen.

Es wird betont, dass trotz bestehender Konsense in der Behandlung weiterhin Forschungsbedarf besteht. Dies betrifft insbesondere validierte Screening-Tools und spezifische Therapieansätze für die vermeidend-restriktive Ernährungsstörung (ARFID).

Klinischer Kontext

Essstörungen wie Anorexia nervosa, Bulimia nervosa und die Binge-Eating-Störung weisen eine hohe Prävalenz auf, insbesondere bei weiblichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Binge-Eating-Störung ist dabei die häufigste Form und betrifft zunehmend auch männliche und ältere Patienten.

Die Pathogenese ist multifaktoriell und umfasst genetische, neurobiologische sowie psychosoziale Faktoren. Eine veränderte Verarbeitung von Belohnungsreizen im Gehirn und eine tiefgreifende Störung der Körperwahrnehmung spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung.

Aufgrund schwerwiegender somatischer Komplikationen und einer der höchsten Mortalitätsraten aller psychischen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung essenziell. Die Diagnostik stützt sich auf eine ausführliche klinische Exploration des Essverhaltens, ergänzt durch somatische Basisuntersuchungen wie Laborkontrollen und EKGs zur Erfassung von Mangelernährung oder Elektrolytverschiebungen.

Wissenswertes

Bei Verdacht auf eine Essstörung stehen Elektrolyte wie Kalium, Natrium und Chlorid im Fokus, da Erbrechen oder Abführmittelabusus zu lebensbedrohlichen Entgleisungen führen können. Zudem sollten Blutbild, Nierenwerte, Leberenzyme und Schilddrüsenparameter kontrolliert werden.

Beide Erkrankungen sind durch wiederkehrende Essanfälle gekennzeichnet, bei denen große Mengen an Nahrung konsumiert werden. Im Gegensatz zur Binge-Eating-Störung zeigen Patienten mit Bulimie jedoch regelmäßige kompensatorische Verhaltensweisen wie selbstinduziertes Erbrechen oder exzessiven Sport.

Eine stationäre Behandlung wird häufig bei kritischem Untergewicht, raschem Gewichtsverlust oder schwerwiegenden somatischen Komplikationen wie ausgeprägter Bradykardie erforderlich. Auch eine akute Suizidalität oder das Versagen ambulanter Maßnahmen rechtfertigen eine Klinikaufnahme.

Typische kardiale Befunde umfassen eine Sinusbradykardie sowie eine Verlängerung der QTc-Zeit, die das Risiko für maligne Arrhythmien erhöht. Diese Veränderungen resultieren meist aus einer Kombination von Elektrolytmangel, insbesondere Hypokaliämie, und myokardialer Atrophie.

Die kognitive Verhaltenstherapie gilt als evidenzbasiertes Standardverfahren zur Modifikation von dysfunktionalen Gedanken und Essgewohnheiten. Bei Jugendlichen mit Anorexie zeigt zudem die familienbasierte Therapie sehr gute Erfolge in der Wiederherstellung eines gesunden Gewichts.

Das Refeeding-Syndrom ist eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung bei rascher Nahrungszufuhr nach langer Mangelernährung, gekennzeichnet durch starke intrazelluläre Elektrolytverschiebungen. Zur Prävention erfolgt ein langsamer Kostaufbau unter engmaschiger Kontrolle von Phosphat, Kalium und Magnesium sowie einer Thiamin-Substitution.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, die Schwere einer Essstörung ausschließlich an einem niedrigen absoluten Körpergewicht festzumachen. Es wird betont, dass medizinische Komplikationen wie das Refeeding-Syndrom maßgeblich durch die Geschwindigkeit und das Gesamtausmaß des jüngsten Gewichtsverlusts vorhergesagt werden. Daher wird empfohlen, auch bei normal- oder übergewichtigen Personen mit raschem Gewichtsverlust eine hohe klinische Wachsamkeit walten zu lassen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird ein Screening bei allen jährlichen Gesundheitsuntersuchungen sowie bei jeder psychiatrischen Erstuntersuchung empfohlen. Besondere Aufmerksamkeit wird bei Warnzeichen wie signifikanten Gewichtsabweichungen, Amenorrhö oder einer Ruheherzfrequenz unter 50 Schlägen pro Minute angeraten.

Die Leitlinie empfiehlt das Family-Based Treatment (FBT) als evidenzbasierte Therapie der ersten Wahl. Die Behandlung sollte nach Möglichkeit im ambulanten Setting stattfinden.

Es wird empfohlen, das Zielgewicht streng individualisiert zu bestimmen. Anstatt sich auf den absoluten BMI zu verlassen, sollen BMI-Perzentilen, individuelle Wachstumskurven und der Stand der Pubertätsentwicklung berücksichtigt werden.

Pharmakologische Interventionen werden in der Leitlinie primär für die Behandlung von psychiatrischen Komorbiditäten wie Angststörungen oder Depressionen empfohlen. Für die Kernsymptomatik der Essstörung im Kindes- und Jugendalter wird der Fokus auf psychotherapeutische und familienbasierte Ansätze gelegt.

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Quelle: APA Practice Guidelines for the Treatment of Eating Disorders (APA, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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