StatPearls2026

ERCP: Indikationen, Vorbereitung und Komplikationen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) ist ein spezialisiertes endoskopisches Verfahren. Es kombiniert Endoskopie und Fluoroskopie zur Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Gallen- und Pankreasgänge.

Laut der StatPearls-Zusammenfassung hat sich die ERCP von einem primär diagnostischen zu einem therapeutischen Instrument entwickelt. Diagnostische Fragestellungen werden heute zunehmend durch nicht-invasive Verfahren wie die Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP) oder den endoskopischen Ultraschall (EUS) geklärt.

Die Leitlinie betont, dass die ERCP das höchste Komplikationsrisiko unter den routinemäßigen endoskopischen Eingriffen aufweist. Eine sorgfältige Indikationsstellung und umfassende technische Expertise sind daher zwingend erforderlich.

Empfehlungen

Die StatPearls-Zusammenfassung formuliert folgende Kernempfehlungen für die Durchführung einer ERCP:

Indikationsstellung

Die Leitlinie nennt unter anderem folgende therapeutische Hauptindikationen für eine ERCP:

  • Evaluation und Therapie eines obstruktiven Ikterus (benigne oder maligne)

  • Management der biliären Pankreatitis und Choledocholithiasis

  • Behandlung von benignen oder malignen biliären Strikturen

  • Versorgung von Gallenlecks nach Cholezystektomie

Es wird darauf hingewiesen, dass eine rein diagnostische ERCP nur in Ausnahmefällen erfolgen sollte. Dies betrifft beispielsweise Personen mit Metallimplantaten, bei denen eine MRCP kontraindiziert ist.

Sphinkter-Oddi-Dysfunktion (Milwaukee-Klassifikation)

Die Leitlinie klassifiziert die Sphinkter-Oddi-Dysfunktion in drei Typen mit unterschiedlichen Empfehlungen:

Milwaukee-TypKlinische KriterienEmpfehlung zur ERCP
Typ IBiliärer Schmerz, erhöhte Leberwerte UND erweiterter Ductus choledochus (≥ 12 mm)Spricht gut auf biliäre Sphinkterotomie an
Typ IIBiliärer Schmerz, erhöhte Leberwerte ODER erweiterter Ductus choledochusEvaluation durch biliäre Manometrie und ggf. Therapie
Typ IIIBiliärer Schmerz ohne erhöhte Leberwerte und ohne GangdilatationBiliäre Manometrie wird nicht empfohlen (Risiko überwiegt Nutzen)

Vorbereitung

Vor dem Eingriff wird eine Nüchternheit empfohlen. Es wird geraten, feste und fettige Speisen 8 Stunden, leichte Kost 6 Stunden und klare Flüssigkeiten 2 Stunden vor der ERCP zu pausieren.

Eine routinemäßige Labor- oder Bildgebungsdiagnostik vor dem Eingriff wird bei ansonsten gesunden Personen nicht empfohlen. Bei vorbestehenden Gerinnungsstörungen oder geplanten Sphinkterotomien ist laut Leitlinie eine Überprüfung der Gerinnungsparameter indiziert.

Eine antibiotische Prophylaxe wird bei aufsteigender Cholangitis oder bei Personen nach Lebertransplantation empfohlen. Die Antibiose sollte biliäre Erreger wie Enterokokken und gramnegative Bakterien abdecken.

Prävention der Post-ERCP-Pankreatitis (PEP)

Die PEP ist die häufigste Komplikation. Zur Risikominimierung empfiehlt die Leitlinie folgende Maßnahmen:

  • Rektale Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) unmittelbar vor, während oder nach dem Eingriff

  • Aggressive intravenöse Hydratation mit Ringer-Laktat-Lösung, sofern keine Kontraindikationen bestehen

  • Prophylaktische Einlage eines Pankreasstents bei Personen mit erhöhtem PEP-Risiko

  • Bevorzugung der drahtgeführten Kanülierungstechnik zur Reduktion von Papillentraumata

Management von Komplikationen

Bei Blutungen nach einer Sphinkterotomie wird eine endoskopische Blutstillung empfohlen. Dies kann durch Kauterisation, das Setzen von Hämoclips oder die Applikation von hämostatischem Pulver erfolgen.

Perforationen werden laut Leitlinie nach der Stapfer-Klassifikation in vier Typen eingeteilt:

Stapfer-TypBeschreibungManagement-Strategie
Typ IFreie Perforation der Duodenal- oder JejunalwandErfordert in der Regel eine chirurgische Intervention
Typ IIRetroperitoneale duodenale Perforation durch periampulläre VerletzungHäufigstes Auftreten, oft endoskopisch behandelbar
Typ IIIPerforation des Pankreas- oder GallengangsMeist endoskopisches Management (z.B. Stenteinlage)
Typ IVRetroperitoneale Luft ohne andere PerforationszeichenKonservatives Management, oft klinisch unbedeutend

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende spezifische Dosierungen zur medikamentösen Prophylaxe der Post-ERCP-Pankreatitis:

MedikamentDosisIndikationZeitpunkt
Indometacin100 mg (Zäpfchen)Prophylaxe der Post-ERCP-PankreatitisUnmittelbar vor, während oder nach der ERCP
Diclofenac100 mg (Zäpfchen)Prophylaxe der Post-ERCP-PankreatitisUnmittelbar vor, während oder nach der ERCP

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen für eine ERCP:

  • Hämodynamische Instabilität, die eine sichere Sedierung nicht zulässt

  • Kürzlich aufgetretene Perforation oder schwere Strikturen des Pharynx oder des oberen Gastrointestinaltrakts

  • Magenausgangsobstruktion oder anatomische Veränderungen nach Voroperationen (z.B. Roux-en-Y-Magenbypass), die den Zugang zur Papilla major verhindern

  • Unkorrigierte Koagulopathie (schwere Thrombozytopenie oder verlängerte INR), wenn eine Sphinkterotomie geplant ist

  • Diagnostische Fragestellungen, die durch sicherere Verfahren wie die MRCP geklärt werden können

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist die konsequente Nutzung von rektalen NSAR zur Prävention der Post-ERCP-Pankreatitis. Es wird betont, dass diese Maßnahme bei fast allen Eingriffen erfolgen sollte, ausgenommen bei Personen mit vernachlässigbarem Risiko. Zudem wird davor gewarnt, bei unkorrigierter Koagulopathie eine Sphinkterotomie durchzuführen; stattdessen wird in solchen Fällen eine temporäre Stenteinlage oder Ballondilatation empfohlen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte eine rein diagnostische ERCP nur durchgeführt werden, wenn sicherere Alternativen wie die MRCP kontraindiziert sind. Dies ist beispielsweise bei Personen mit bestimmten Metallimplantaten der Fall.

Die Leitlinie empfiehlt die rektale Gabe von NSAR (Indometacin oder Diclofenac) sowie eine aggressive intravenöse Hydratation mit Ringer-Laktat. Zusätzlich wird bei Hochrisikoeingriffen die prophylaktische Einlage eines Pankreasstents angeraten.

Es wird empfohlen, feste und fettige Speisen 8 Stunden vor dem Eingriff zu pausieren. Leichte Kost sollte 6 Stunden und klare Flüssigkeiten 2 Stunden vor der ERCP gestoppt werden.

Es wird eine primär endoskopische Blutstillung empfohlen, beispielsweise durch Kauterisation, Hämoclips oder hämostatische Pulver. Bei Versagen der endoskopischen Maßnahmen wird eine angiographische Embolisation angeraten.

Eine prophylaktische Antibiose wird bei aufsteigender Cholangitis sowie bei Personen nach einer Lebertransplantation empfohlen. Sie sollte biliäre Erreger wie Enterokokken und gramnegative Bakterien abdecken.

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Quelle: StatPearls: Endoscopic Retrograde Cholangiopancreatography (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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