Enzalutamid bei mCRPC: Zusatznutzen und Indikation
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A13-33 aus dem Jahr 2013 bewertet den Zusatznutzen des Wirkstoffs Enzalutamid. Die Bewertung erfolgt im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie Best Supportive Care (BSC).
Das Anwendungsgebiet umfasst erwachsene Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC). Voraussetzung ist, dass die Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet.
Grundlage der Bewertung ist primär die placebokontrollierte Phase-III-Zulassungsstudie AFFIRM. In dieser wurde Enzalutamid in Kombination mit BSC gegen Placebo plus BSC untersucht.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen von Enzalutamid:
Gesamtüberleben und Subgruppen
Laut IQWiG zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen hinsichtlich des Gesamtüberlebens. Das Ausmaß des Zusatznutzens hängt dabei vom Vorliegen viszeraler Metastasen ab.
Für die jeweiligen Patientengruppen wird folgendes Ausmaß abgeleitet:
-
Bei Patienten ohne viszerale Metastasierung ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen.
-
Bei Patienten mit viszeraler Metastasierung zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen.
Morbidität und Lebensqualität
Die Behandlung mit Enzalutamid führt laut Bericht zu einer signifikanten Verlängerung der Zeit bis zur ersten skelettbezogenen Komplikation. Ebenso wird die Zeit bis zur Schmerzprogression signifikant verlängert.
Für beide Endpunkte leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen ab. Bezüglich der Änderung der Schmerzintensität zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen, dessen Ausmaß jedoch nicht quantifizierbar ist.
Nebenwirkungen
Hinsichtlich schwerer unerwünschter Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Enzalutamid. Das IQWiG leitet daraus einen Anhaltspunkt für einen geringeren Schaden ab.
Für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUE) und Therapieabbrüche wegen Nebenwirkungen ist ein größerer oder geringerer Schaden nicht belegt.
Dosierung
Die Unterlagen zur qualitätsgesicherten Anwendung benennen folgende Dosierung:
| Wirkstoff | Dosierung | Einnahmehinweis |
|---|---|---|
| Enzalutamid | 160 mg (4 x 40 mg Kapseln) 1x täglich | Als Ganzes mit Wasser schlucken, unabhängig von Mahlzeiten |
Bei toxischen Wirkungen (Schweregrad ≥ 3) oder intolerablen Nebenwirkungen wird eine Unterbrechung der Behandlung für eine Woche beschrieben. Die Therapie sollte erst fortgesetzt werden, wenn die Symptome auf einen Schweregrad ≤ 2 zurückgegangen sind.
Für ältere Patienten sowie bei leichter bis mäßiger Nieren- oder Leberfunktionsstörung ist laut Dokumentation keine Dosisanpassung erforderlich.
Kontraindikationen
Die Dokumentation führt folgende Gegenanzeigen und Warnhinweise auf:
Kontraindikationen
-
Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile
-
Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden können
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
-
Leberfunktion: Bei schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh C) wird Enzalutamid nicht empfohlen. Bei mäßiger Einschränkung ist Vorsicht geboten.
-
Nierenfunktion: Bei schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz ist Vorsicht geboten.
-
Kardiovaskuläre Erkrankungen: Patienten mit kürzlichem Myokardinfarkt, instabiler Angina pectoris, schwerer Herzinsuffizienz oder unkontrolliertem Bluthochdruck waren von der Zulassungsstudie ausgeschlossen.
-
Krampfanfälle: Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Krampfanfällen in der Vorgeschichte oder prädisponierenden Faktoren (z. B. Hirnmetastasen, Alkoholismus).
Interaktionen
Es wird darauf hingewiesen, dass Enzalutamid ein potenter Enzyminduktor ist. Ein möglicher Einfluss durch andere Arzneimittel ist für CYP2C8- und CYP3A4-Inhibitoren sowie -Induktoren bekannt.
Die gleichzeitige Behandlung mit Warfarin und Cumarin-artigen Antikoagulanzien sollte vermieden werden. Zudem ist die Gefahr einer Leberschädigung durch Paracetamol bei gleichzeitiger Gabe vermutlich erhöht.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass unter der Therapie mit Enzalutamid ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle bestehen kann. Besondere Vorsicht ist bei Personen geboten, die prädisponierende Faktoren wie Hirnmetastasen, eine zugrunde liegende Gehirnverletzung oder Alkoholismus aufweisen. Zudem wird vor der gleichzeitigen Einnahme von Arzneimitteln gewarnt, welche die Krampfschwelle senken.
Häufig gestellte Fragen
Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen bei Männern ohne viszerale Metastasen. Liegen viszerale Metastasen vor, wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen abgeleitet.
Die empfohlene Dosis beträgt 160 mg einmal täglich. Die Kapseln werden als Ganzes mit Wasser eingenommen, unabhängig von den Mahlzeiten.
Bei leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung ist laut Bericht keine Dosisanpassung erforderlich. Bei schwerer Nierenfunktionsstörung oder terminaler Niereninsuffizienz wird zur Vorsicht geraten.
Laut den Unterlagen zur qualitätsgesicherten Anwendung sollte die gleichzeitige Behandlung mit Warfarin und Cumarin-artigen Antikoagulanzien vermieden werden. Enzalutamid ist ein potenter Enzyminduktor, was die Wirksamkeit vieler Medikamente beeinflussen kann.
Bei toxischen Wirkungen ab Schweregrad 3 wird eine Unterbrechung der Behandlung für eine Woche beschrieben. Die Therapie kann fortgesetzt werden, sobald die Symptome auf einen Schweregrad von 2 oder geringer zurückgegangen sind.
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Quelle: IQWiG A13-33: Enzalutamid - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (Dossierbewertung) (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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