NICE

Enuresis nocturna: Diagnostik und Therapie-Empfehlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie CG111 befasst sich mit dem Bettnässen bei Kindern und Jugendlichen unter 19 Jahren. Es handelt sich um ein weit verbreitetes und belastendes Symptom, dessen Prävalenz mit zunehmendem Alter abnimmt.

Als Ursachen werden eine Kombination aus Aufwachstörungen, Polyurie und Blasendysfunktion diskutiert. Zudem tritt das Bettnässen häufig familiär gehäuft auf.

Die Leitlinie betont, dass das Bettnässen nicht die Schuld des Kindes ist. Strafende Maßnahmen werden in der Behandlung ausdrücklich abgelehnt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen:

Diagnostik und Anamnese

Es wird empfohlen, das Muster des Bettnässens, die Flüssigkeitsaufnahme und mögliche Tagessymptome detailliert zu erfragen. Eine routinemäßige Urinanalyse wird laut Leitlinie nicht empfohlen, es sei denn, es liegen spezifische Warnsignale vor.

Zu diesen Warnsignalen zählen ein plötzlicher Beginn in den letzten Tagen oder Wochen, Tagessymptome, Krankheitszeichen oder Hinweise auf einen Harnwegsinfekt beziehungsweise Diabetes mellitus.

Die Leitlinie liefert eine Übersicht zur Interpretation der Anamnese:

Anamnese-BefundMögliche Interpretation
Großes Urinvolumen in den ersten NachtstundenTypisches Muster für reines Bettnässen
Variables Urinvolumen, oft mehrmals pro NachtTypisch bei zusätzlichem Vorliegen von Tagessymptomen (mögliche überaktive Blase)
Bettnässen jede NachtSchweres Bettnässen, spontane Rückbildung unwahrscheinlicher
Zuvor für mehr als 6 Monate trockenSekundäres Bettnässen
Tagessymptome (Frequenz, Drang, Einnässen, Schmerzen)Hinweis auf Blasenstörung oder urologische Erkrankung
Obstipation oder EinkotenHäufige Komorbidität, die behandelt werden muss

Basisberatung und Trinkmengen

Vor dem Beginn einer spezifischen Therapie wird empfohlen, eine angemessene Flüssigkeitszufuhr und ein normales Toilettenverhalten sicherzustellen. Koffeinhaltige Getränke sollten laut Leitlinie vermieden werden.

Die Leitlinie gibt folgende Richtwerte für die tägliche Flüssigkeitsaufnahme vor:

AlterEmpfohlene Gesamttrinkmenge pro Tag
4 bis 8 Jahre1000 bis 1400 ml
9 bis 13 JahreWeiblich: 1200 bis 2100 ml, Männlich: 1400 bis 2300 ml
14 bis 18 JahreWeiblich: 1400 bis 2500 ml, Männlich: 2100 bis 3200 ml

Belohnungssysteme

Es wird empfohlen, Belohnungssysteme für vereinbartes Verhalten einzusetzen, nicht jedoch für trockene Nächte.

Belohnt werden können beispielsweise:

  • Das Trinken der empfohlenen Flüssigkeitsmenge am Tag

  • Der Toilettengang vor dem Schlafengehen

  • Die Mithilfe beim Wechseln der Bettwäsche

Alarmtherapie

Ein Alarm wird als Erstlinientherapie empfohlen, wenn Basismaßnahmen nicht ausreichen. Dies gilt nicht, wenn ein Alarm unerwünscht ist oder die Eltern emotional überlastet sind.

Die Leitlinie empfiehlt, das Ansprechen nach 4 Wochen zu beurteilen. Bei frühen Anzeichen eines Ansprechens sollte die Therapie fortgesetzt werden, bis das Kind mindestens 2 Wochen ununterbrochen trocken ist.

Medikamentöse Therapie

Desmopressin wird für Kinder ab 7 Jahren empfohlen, wenn eine schnelle Besserung Priorität hat oder ein Alarm ungeeignet ist. Bei Kindern zwischen 5 und 7 Jahren kann Desmopressin ebenfalls erwogen werden.

Bei unzureichendem Ansprechen auf Alarm oder Desmopressin wird eine Kombinationstherapie empfohlen. Anticholinergika oder Imipramin sollten laut Leitlinie nur nach fachärztlicher Beurteilung und bei Therapieversagen eingesetzt werden.

Kontraindikationen

Die Leitlinie nennt folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Desmopressin darf nicht bei Kindern eingesetzt werden, die ausschließlich tagsüber einnässen.

  • Anticholinergika dürfen nicht als Monotherapie bei Kindern ohne Tagessymptome verwendet werden.

  • Eine Kombination aus Anticholinergika und Imipramin wird für die Behandlung des Bettnässens ausdrücklich nicht empfohlen.

  • Trizyklische Antidepressiva (Imipramin) dürfen nicht als Erstlinientherapie eingesetzt werden. Die Leitlinie warnt vor der besonderen Gefahr einer Überdosierung.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, Belohnungssysteme an das Erreichen "trockener Nächte" zu knüpfen, da das Bettnässen unwillkürlich geschieht. Stattdessen wird empfohlen, kooperatives Verhalten wie regelmäßiges Trinken am Tag oder den Toilettengang vor dem Schlafen positiv zu verstärken. Zudem wird betont, dass nächtliches Wecken durch die Eltern keine langfristige Trockenheit fördert und nur als kurzfristige praktische Maßnahme dienen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie werden Kinder in der Regel bis zu einem Entwicklungsalter von 5 Jahren trocken. Es wird jedoch empfohlen, jüngere Kinder nicht allein aufgrund ihres Alters von einer Behandlung auszuschließen, sondern individuelle Maßnahmen zu prüfen.

Die Leitlinie empfiehlt eine altersgerechte Trinkmenge, beispielsweise 1000 bis 1400 ml für Kinder zwischen 4 und 8 Jahren. Eine Restriktion der Flüssigkeitszufuhr als Therapieform wird ausdrücklich nicht empfohlen.

Eine routinemäßige Urinanalyse wird laut Leitlinie nicht empfohlen. Sie ist nur indiziert bei Warnsignalen wie Tagessymptomen, Krankheitszeichen, Verdacht auf einen Harnwegsinfekt oder Hinweisen auf Diabetes mellitus.

Die Leitlinie empfiehlt die Einnahme von Desmopressin zur Schlafenszeit. Es wird betont, dass die Flüssigkeitszufuhr von einer Stunde vor bis acht Stunden nach der Einnahme eingeschränkt werden muss.

Wenn das Bettnässen nicht auf die initiale Alarmtherapie anspricht, empfiehlt die Leitlinie eine Kombinationstherapie aus Alarm und Desmopressin. Alternativ kann Desmopressin als Monotherapie erwogen werden, falls der Alarm nicht mehr akzeptiert wird.

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Quelle: CG111: Bedwetting in under 19s (NICE). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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