Endometriumkarzinom: Pembrolizumab Therapie & Dosierung
Hintergrund
Der Bericht des IQWiG (A22-76) bewertet den Zusatznutzen von Pembrolizumab bei erwachsenen Patientinnen mit Endometriumkarzinom. Im Fokus stehen Tumoren mit hochfrequenter Mikrosatelliten-Instabilität (MSI-H) oder Mismatch-Reparatur-Defizienz (dMMR).
Die Bewertung bezieht sich auf fortgeschrittene oder rezidivierende Krankheitsstadien. Voraussetzung ist ein Fortschreiten der Erkrankung während oder nach einer vorherigen platinbasierten Therapie.
Zudem darf eine kurative chirurgische Behandlung oder Bestrahlung für die betroffenen Patientinnen nicht mehr infrage kommen. Der Bericht vergleicht Pembrolizumab in diesem Setting mit einer zweckmäßigen Vergleichstherapie nach ärztlicher Maßgabe.
Empfehlungen
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat als Vergleichstherapie eine Behandlung nach ärztlicher Maßgabe festgelegt. Diese umfasst laut Bericht folgende Optionen:
-
Endokrine Therapie (Medroxyprogesteronacetat, Megestrolacetat)
-
Systemische Chemotherapie (Cisplatin, Doxorubicin, Carboplatin in Kombination mit Paclitaxel, Paclitaxel-Monotherapie)
-
Best supportive Care (BSC)
Bewertung der Evidenz
Der pharmazeutische Unternehmer reichte Daten aus einem indirekten Vergleich der Studien KEYNOTE 158 (einarmig) und KEYNOTE 775 ein. Das IQWiG stuft diese Daten als für die Nutzenbewertung nicht geeignet ein.
Ein Vergleich einzelner Arme aus verschiedenen Studien stellt laut Bericht keine adäquate Methode dar. Zudem bilde die herangezogene Studie KEYNOTE 775 die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht ausreichend ab.
Fazit zum Zusatznutzen
Aufgrund der fehlenden verwertbaren Daten ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen. Der Zusatznutzen von Pembrolizumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie gilt somit als nicht belegt.
Dosierung
Der Bericht zitiert die Fachinformation hinsichtlich der Dosierung von Pembrolizumab. Die Behandlung erfolgt als intravenöse Infusion über 30 Minuten.
| Wirkstoff | Dosierung | Applikationsintervall |
|---|---|---|
| Pembrolizumab | 200 mg | Alle 3 Wochen |
| Pembrolizumab | 400 mg | Alle 6 Wochen |
Es wird eine Fortführung der Therapie bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder bis zum Auftreten unzumutbarer Toxizität empfohlen.
Kontraindikationen
Der Bericht verweist auf spezifische Warnhinweise bei der Anwendung. Es wird auf das Risiko von immunvermittelten Nebenwirkungen (irARs) hingewiesen, die eine engmaschige Überwachung erfordern.
Eine systemische Anwendung von Kortikosteroiden oder Immunsuppressiva vor Therapiebeginn sollte vermieden werden. Diese können die pharmakodynamische Aktivität und Wirksamkeit von Pembrolizumab beeinträchtigen.
Nach Therapiebeginn können Kortikosteroide jedoch zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen eingesetzt werden. Bei Patientinnen mit schwerer Nieren- oder Leberfunktionseinschränkung ist eine besondere klinische Überwachung erforderlich.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist auf die Möglichkeit eines atypischen Ansprechens hin, bei dem es initial zu einem vorübergehenden Tumorwachstum oder dem Auftreten neuer Läsionen kommen kann. Es wird empfohlen, klinisch stabile Patientinnen bei einem initialen Befund einer Krebsprogression bis zur definitiven Bestätigung des Fortschreitens weiter zu behandeln.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen von Pembrolizumab in dieser Indikation nicht belegt. Die vom Hersteller eingereichten Daten aus indirekten Studienvergleichen wurden als methodisch ungeeignet eingestuft.
Die Zulassung umfasst erwachsene Patientinnen mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem Endometriumkarzinom mit MSI-H oder dMMR. Voraussetzung ist ein Progress nach platinbasierter Therapie und dass keine kurative Operation oder Bestrahlung möglich ist.
Die Vergleichstherapie erfolgt nach ärztlicher Maßgabe. Sie umfasst endokrine Therapien, systemische Chemotherapien (wie Cisplatin oder Doxorubicin) oder Best supportive Care.
Der Bericht rät von einer systemischen Gabe von Kortikosteroiden vor Therapiebeginn ab, da dies die Wirksamkeit beeinträchtigen kann. Zur Behandlung später auftretender immunvermittelter Nebenwirkungen dürfen sie jedoch eingesetzt werden.
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Quelle: IQWiG A22-76: Pembrolizumab (Endometriumkarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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