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HBV/HCV-Screening: EASL Leitlinie 2025 – Risikofaktoren unzureichend

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf EASL Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Aktuelle internationale Leitlinien empfehlen ein Screening auf Hepatitis B (HBV) und Hepatitis C (HCV) primär bei Personen mit Risikofaktoren oder erhöhten ALT-Werten.
  • Eine Studie im Rahmen der EASL-Leitlinien 2025 ergab, dass über die Hälfte der HBsAg-positiven (67%) und Anti-HCV-positiven (54%) Patienten keine identifizierbaren Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte aufwiesen.
  • Das risikofaktor-basierte Screening für HBV und HCV in der Primärversorgung wird als suboptimal bewertet.
  • Ein universelles einmaliges Screening für alle Erwachsenen könnte die Bemühungen zur Eliminierung viraler Hepatitiden erheblich voranbringen.
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Hintergrund

Die meisten internationalen Leitlinien empfehlen derzeit ein Screening auf Hepatitis-B-Virus (HBV) und Hepatitis-C-Virus (HCV) nur für Personen mit bekannten Risikofaktoren oder erhöhten ALT-Werten. Dieser Ansatz könnte jedoch unzureichend sein, um die virale Hepatitis vollständig zu eliminieren. Eine aktuelle Untersuchung im Kontext der EASL Clinical Practice Guidelines on the management of hepatitis B virus (2025) bewertet die Anwendung dieser Screening-Leitlinien in der Primärversorgung.

Studiendesign

Die Studie umfasste zwei Hauptkomponenten:

  • Retrospektive Analyse (Januar 2021 – März 2023): Eine Überprüfung mikrobiologischer Daten von 90.170 Patienten zur Bestimmung der Testraten, Analyse klinischer Merkmale und Bewertung des Managements.
  • Prospektive Intervention (März – April 2024): Ein HBV- und HCV-Screening sowie eine Befragung zu Risikofaktoren bei allen Erwachsenen, die zwei Primärversorgungszentren (PCCs) zur Blutentnahme aufsuchten.

Ergebnisse

Die retrospektive Analyse von 90.170 Patienten zeigte, dass die Screening-Raten für HBV bei 16 % und für HCV bei 10 % lagen. Bemerkenswert ist, dass ein signifikanter Anteil der positiv getesteten Patienten keine der üblicherweise berücksichtigten Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte aufwies:

  • HBsAg-positive Patienten (n=84, 0,5%): 67% hatten keine Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte.
  • Anti-HCV-positive Patienten (n=277, 3%): 54% hatten keine Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte.
  • HCV-RNA-positive Patienten (n=45, 0,5%): 46% hatten keine Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte.

In der prospektiven Studie mit 1030 Patienten (Durchschnittsalter 55 Jahre, 39,6% Männer, 73% Spanier) wurde Anti-HCV in 1,16% der Fälle nachgewiesen (HCV-RNA in 0,19%). Auch hier fehlten 67% der Anti-HCV-positiven Patienten Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte. Es wurden keine HBsAg-positiven Fälle identifiziert, und der Hepatitis-B-Impfstatus war bei 50% der Patienten unsicher.

Fazit und Empfehlung

Die Ergebnisse legen nahe, dass das risikofaktor-basierte Screening für HBV und HCV in der Primärversorgung suboptimal ist. Mehr als die Hälfte der positiv getesteten Patienten wies keine identifizierbaren Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte auf. Um diese Einschränkungen zu überwinden und die Eliminierungsbemühungen für virale Hepatitiden erheblich voranzutreiben, könnte ein universelles einmaliges Screening für alle Erwachsenen eine effektivere Strategie darstellen.

💡Praxis-Tipp

Berücksichtigen Sie, dass ein Großteil der Patienten mit Hepatitis B oder C keine klassischen Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte aufweist. Ein breiteres Screening, möglicherweise ein universelles einmaliges Screening, könnte unerkannt bleibende Infektionen aufdecken.

Häufig gestellte Fragen

Nein, die Studie zeigt, dass risikofaktor-basiertes Screening suboptimal ist, da über die Hälfte der positiv getesteten Patienten keine identifizierbaren Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte aufwiesen.
In der Studie fehlten 67% der HBsAg-positiven und 54% der Anti-HCV-positiven Patienten bekannte Risikofaktoren oder erhöhte ALT-Werte.
Die Studie schlägt vor, dass ein universelles einmaliges Screening für alle Erwachsenen die aktuellen Einschränkungen beheben und die Eliminierungsbemühungen erheblich voranbringen könnte.
Die Screening-Rate für HBV betrug 16% und für HCV 10% bei 90.170 Patienten.

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