Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL): Therapie
Hintergrund
Das diffuse großzellige B-Zell-Lymphom (DLBCL) ist die häufigste Neoplasie des lymphatischen Systems. Es geht von reifen B-Zellen aus und führt unbehandelt rasch zum Tod.
Charakteristisch für die Erkrankung sind rasch progrediente Lymphknotenvergrößerungen, extranodale Manifestationen sowie Allgemeinsymptome (B-Symptomatik). Der Therapieanspruch ist kurativ, wobei die Heilungsrate insgesamt bei etwa 60 bis 70 Prozent liegt.
Die Erkrankung ist biologisch heterogen. Basierend auf der Genexpression lassen sich Untergruppen wie keimzentrumsartige (GCB) und aktivierten B-Zellen ähnliche (ABC) Lymphome unterscheiden. Die individuelle Prognose wird maßgeblich durch den Internationalen Prognostischen Index (IPI) abgeschätzt.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxis-Hinweis der Leitlinie betrifft die Nachsorge nach erfolgreicher Therapie. Es wird ausdrücklich davon abgeraten, in der asymptomatischen Nachsorge routinemäßige Bildgebungen wie CT oder PET/CT durchzuführen. Bildgebende Verfahren haben laut Leitlinie nur dann ihre Berechtigung, wenn der klinische Befund einen Krankheitsrückfall oder eine Spätkomplikation vermuten lässt.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt als Standard 6 Zyklen des R-CHOP-Protokolls. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko (IPI 2-5) wird alternativ der Einsatz von R-CHP in Kombination mit Polatuzumab-Vedotin empfohlen.
Laut Leitlinie stellt die CAR-T-Zell-Therapie den neuen Standard bei primär refraktärer Erkrankung oder bei einem frühen Rezidiv (innerhalb von 12 Monaten) dar. Sie sollte auch älteren Patienten angeboten werden, sofern keine limitierenden Komorbiditäten vorliegen.
Es wird eine Ausbreitungsdiagnostik mittels Ganzkörper-PET/CT unter Verwendung von 18-FDG empfohlen. Dieses Verfahren gilt als internationaler Standard und dient auch der späteren Evaluierung des Behandlungsergebnisses.
Bei Kontraindikationen gegen Anthrazykline empfiehlt die Leitlinie den Ersatz von Doxorubicin durch Etoposid (R-CEOP-Schema). Alternativ kann eine pegylierte liposomale Doxorubicin-Formulierung erwogen werden, da diese als weniger kardiotoxisch gilt.
Die Leitlinie rät von einer Erhaltungstherapie mit Rituximab oder anderen Substanzen wie Lenalidomid ab. Diese Ansätze führen laut aktuellen Daten zu keiner Verbesserung der Behandlungsergebnisse.
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Quelle: Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (Onkopedia). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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