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Diabetes Canada2018EndokrinologieInnere Medizin

Diagnostik von Diabetes & Prädiabetes: Leitlinie (Canada)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Diabetes Canada Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Diagnose eines Diabetes mellitus kann ab einem Nüchternblutzucker ≥ 7,0 mmol/L, einem HbA1c ≥ 6,5 % oder einem 2-h-Wert im oGTT ≥ 11,1 mmol/L gestellt werden.
  • Bei asymptomatischen Patienten ist ein zweiter Bestätigungstest an einem anderen Tag zwingend erforderlich.
  • Prädiabetes ist definiert durch eine gestörte Nüchternglukose (6,1-6,9 mmol/L), eine gestörte Glukosetoleranz (7,8-11,0 mmol/L) oder einen HbA1c von 6,0-6,4 %.
  • Ein Neugeborenen-Diabetes (Manifestation < 6 Monate) erfordert immer eine genetische Testung, da eine Therapie mit Sulfonylharnstoffen möglich sein kann.
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Hintergrund

Diabetes mellitus ist eine heterogene Stoffwechselerkrankung, die durch chronische Hyperglykämie gekennzeichnet ist. Diese führt langfristig zu mikrovaskulären Komplikationen (Retinopathie, Nephropathie, Neuropathie) und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko. Die diagnostischen Grenzwerte basieren primär auf der Schwelle, ab der das Risiko für eine Retinopathie signifikant ansteigt.

Klassifikation des Diabetes

Die Erkrankung wird in verschiedene Hauptkategorien unterteilt. Die Unterscheidung kann klinisch herausfordernd sein, ist aber für die Therapieentscheidung essenziell.

MerkmalTyp-1-DiabetesTyp-2-DiabetesMonogener Diabetes
ManifestationsalterMeist < 25 Jahre (nie < 6 Monate)Meist > 25 Jahre (zunehmend bei Jugendlichen)Meist < 25 Jahre (Neugeborenen-Diabetes < 6 Monate)
KörpergewichtMeist schlank (Adipositas möglich)> 90 % übergewichtig/adipösÄhnlich der Allgemeinbevölkerung
Inselzell-AutoantikörperMeist vorhandenFehlendFehlend
C-PeptidNicht nachweisbar / niedrigNormal / hochNormal
Therapie der 1. WahlInsulinNicht-insulinotrope AntidiabetikaSubtyp-abhängig
FamilienanamneseSelten (5-10 %)Häufig (75-90 %)Multigenerationell, autosomal-dominant
Ketoazidose (DKA)HäufigSeltenSelten (außer Neugeborenen-Diabetes)

Diagnostik des Diabetes

Die Diagnose kann durch verschiedene Parameter gestellt werden. Jeder Test hat spezifische Vor- und Nachteile.

ParameterDiagnostischer GrenzwertBemerkung
Nüchternplasmaglukose (FPG)≥ 7,0 mmol/LNüchtern = keine Kalorienzufuhr für mind. 8 Stunden
HbA1c≥ 6,5 %Nur bei Erwachsenen; validierter Assay; nicht bei Verdacht auf Typ-1-Diabetes
2-h-Plasmaglukose (oGTT)≥ 11,1 mmol/LIm 75-g-oralen Glukosetoleranztest
Gelegenheitsglukose≥ 11,1 mmol/LUnabhängig von der letzten Mahlzeit

Wichtige diagnostische Regeln:

  • Bei Vorliegen von Hyperglykämie-Symptomen reicht ein einzelner Wert im diabetischen Bereich für die Diagnosestellung aus.
  • Bei asymptomatischen Patienten muss ein einzelner auffälliger Wert an einem anderen Tag durch einen zweiten Labortest bestätigt werden (bevorzugt derselbe Test).
  • Bei Verdacht auf Typ-1-Diabetes (jung, schlank, symptomatisch, Ketonurie/Ketonämie) darf der Therapiebeginn nicht für Bestätigungstests verzögert werden, um eine rasche metabolische Entgleisung zu vermeiden.

Prädiabetes

Der Begriff Prädiabetes beschreibt Zustände, die mit einem hohen Risiko für die Entwicklung eines manifesten Diabetes und kardiovaskulärer Erkrankungen einhergehen.

KategorieParameterGrenzwert
Gestörte Nüchternglukose (IFG)Nüchternplasmaglukose6,1 - 6,9 mmol/L
Gestörte Glukosetoleranz (IGT)2-h-Wert im 75-g-oGTT7,8 - 11,0 mmol/L
Prädiabetes (HbA1c)HbA1c6,0 - 6,4 %

Metabolisches Syndrom

Das Metabolische Syndrom ist eine Konstellation von Risikofaktoren. Für die Diagnose müssen mindestens 3 der folgenden Kriterien erfüllt sein:

ParameterGrenzwert (Männer)Grenzwert (Frauen)
Bauchumfang≥ 102 cm (Europäer/Kanada)≥ 88 cm (Europäer/Kanada)
Triglyceride≥ 1,7 mmol/L (oder medikamentöse Therapie)≥ 1,7 mmol/L (oder medikamentöse Therapie)
HDL-Cholesterin< 1,0 mmol/L< 1,3 mmol/L
Blutdruck≥ 130 systolisch und/oder ≥ 85 diastolisch (oder Therapie)≥ 130 systolisch und/oder ≥ 85 diastolisch (oder Therapie)
Nüchternglukose≥ 5,6 mmol/L (oder medikamentöse Therapie)≥ 5,6 mmol/L (oder medikamentöse Therapie)

💡Praxis-Tipp

Verzögern Sie bei Verdacht auf einen Typ-1-Diabetes (junge, schlanke Patienten mit Ketonurie) niemals den Insulin-Therapiebeginn, nur um auf einen zweiten Bestätigungstest zu warten. Bei Säuglingen mit Diabetes-Manifestation vor dem 6. Lebensmonat muss immer eine genetische Testung erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Ein Diabetes mellitus kann ab einem HbA1c-Wert von ≥ 6,5 % diagnostiziert werden (bei Erwachsenen, mittels validiertem Assay).
Nur wenn der Patient gleichzeitig typische Symptome einer Hyperglykämie aufweist. Bei asymptomatischen Patienten ist immer ein Bestätigungstest an einem anderen Tag erforderlich.
Eine Nüchternglukose von 6,1-6,9 mmol/L, ein 2-h-Wert im oGTT von 7,8-11,0 mmol/L oder ein HbA1c von 6,0-6,4 %.
Nein, laut Leitlinie wird der HbA1c-Wert nicht als alleiniger diagnostischer Test für Kinder, Jugendliche oder bei Verdacht auf Typ-1-Diabetes empfohlen.
Es müssen mindestens 3 von 5 Kriterien (erhöhter Bauchumfang, erhöhte Triglyceride, niedriges HDL, erhöhter Blutdruck, erhöhte Nüchternglukose) erfüllt sein.

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