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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Deutscher Herzbericht 2024: Update & Zusammenfassung (DGK)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen 50 % der Top-10-Todesursachen in Deutschland aus.
  • Die Herzinsuffizienz-Mortalität zeigt 2022 nach Jahren des Rückgangs wieder einen leichten Anstieg.
  • Kathetergestützte Verfahren wie TAVI und Ablationen verzeichnen kontinuierliche Zuwächse.
  • Die COVID-19-Pandemie führte zu einem Rückgang der Hospitalisationsraten um 10,3 % (2018-2022).
  • Prävention und telemedizinische Ansätze (z. B. Heart-Failure-Units) rücken stärker in den Fokus.
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Hintergrund

Der Deutsche Herzbericht fasst jährlich die wichtigsten Entwicklungen in der kardiologischen Versorgung zusammen. Die Daten des Updates 2024 beziehen sich auf das Erfassungsjahr 2022. Prägend ist die zunehmende Alterung der Gesellschaft: Der Anteil der über 65-Jährigen stieg im Vergleich zu 2011 auf 22,12 %, der über 80-Jährigen auf 7,25 %.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen dominieren zu 50 % die Top-10-Liste der Todesursachen:

PlatzErkrankung
1Chronisch ischämische Herzerkrankung
4Akuter Herzinfarkt
6Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
9Hypertensive Herzerkrankung
10Vorhofflimmern

Koronare Herzkrankheit (KHK)

Die Herzinfarktsterblichkeit stagniert seit 2019 bei 49 pro 100.000 Einwohnern.

ProzedurFallzahl (2022)Entwicklung
Linksherzkatheter723.503Stetiger Rückgang (-3,5 % seit 2016)
PCI295.429Rückgang um 3,1 % (vs. 2021)
Bypassoperationen36.167Stabil seit der Pandemie
  • Männer werden deutlich häufiger mit einer perkutanen Koronarintervention (PCI) behandelt.
  • Intravaskuläre Bildgebung wird trotz klarer Evidenz nur bei 10 % der Prozeduren genutzt.

Herzklappenerkrankungen

Die altersstandardisierte Mortalitätsrate erreicht mit 21,9 pro 100.000 Einwohnern das höchste Niveau seit Beginn der Erfassung.

EingriffFallzahl (2022)Trend
TAVI23.991Zunehmend
Aortenklappenersatz (chirurgisch)7.778Anstieg
Mitralklappen-OP (isoliert)6.353Leicht ansteigend (Rekonstruktionsrate: 64,7 %)
Mitralklappen-Eingriff (kathetergestützt)7.434Leicht ansteigend
Trikuspidalklappen-Eingriff (kathetergestützt)2.842Zunehmend

Herzrhythmusstörungen

  • Katheterablationen: Kontinuierlicher Anstieg auf 107.886 Eingriffe.
  • Herzschrittmacher: Stetige Zunahme bei AV-Block (mittlerweile 51,6 % aller Implantationen), Rückgang bei Sick-Sinus-Syndrom und bradykardem Vorhofflimmern.
  • ICD: Abnahme der primärprophylaktischen Implantationen auf 60,4 %.

Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz ist das Fokusthema des Berichts und weist eine hohe Morbidität (446.814 vollstationäre Fälle) und Mortalität (37.570 Gestorbene) auf.

  • Mortalität: Leichter Anstieg auf 37,7 pro 100.000 Einwohner (mögliche Trendumkehr nach Jahren des Rückgangs).
  • Kunstherz/VAD: Leicht rückläufig (655 LVAD/RVAD-Implantationen).
  • Herztransplantationen: Anstieg auf 358 (davon 46 Spenderorgane aus Ländern mit Widerspruchslösung).
  • Bei Erwachsenen mit angeborenem Herzfehler (EMAH) ist die Herzinsuffizienz die häufigste Todesursache.

Auswirkungen der COVID-19-Pandemie

Zwischen 2018 und 2022 kam es zu einer bemerkenswerten Abnahme der vollstationären Krankenhausaufnahmen um 10,3 %. Dies betrifft unter anderem KHK (-16,6 %), Herzrhythmusstörungen (-6,7 %) und Herzinsuffizienz (-8,0 %). Ein Zusammenhang mit der Pandemie (Vermeidung von Krankenhausaufenthalten aus Sorge vor Infektion) ist wahrscheinlich.

Fazit und Ausblick

  • Prävention: Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, hohes LDL-Cholesterin, Diabetes und Übergewicht müssen gezielter eingedämmt werden.
  • Vernetzung: Das hohe Ausmaß an Begleiterkrankungen erfordert multidisziplinäre Ansätze wie Heart-Failure-Units (HFU) und Telemonitoring.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei PCI-Eingriffen häufiger die intravaskuläre Bildgebung – diese wird aktuell bundesweit nur in 10 % der Fälle eingesetzt. Fördern Sie zudem bei Herzinsuffizienz-Patienten die Anbindung an Heart-Failure-Units und Telemonitoring-Programme.

Häufig gestellte Fragen

Die chronisch ischämische Herzerkrankung belegt weiterhin den ersten Platz der Todesursachen.
Nach mehreren Jahren des Rückgangs zeigte sich 2022 wieder ein leichter Anstieg der Mortalitätsrate auf 37,7 pro 100.000 Einwohner.
Trotz klarer Evidenz für einen Benefit wird sie aktuell nur bei etwa 10 % der Prozeduren durchgeführt.
Zwischen 2018 und 2022 gab es einen Rückgang der vollstationären Aufnahmen um 10,3 %, vermutlich weil Patienten aus Sorge vor Infektionen das Krankenhaus mieden.
Der AV-Block ist mit 51,6 % aller Implantationen die häufigste Indikation, während Eingriffe wegen Sick-Sinus-Syndrom rückläufig sind.

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