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DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie)Kardiologie

Kardio-MRT Physik: Leitlinie der DGK (2018)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das MRT-Signal basiert auf Wasserstoffprotonen, deren Magnetisierung durch T1- (longitudinal) und T2/T2*-Relaxation (transversal) beschrieben wird.
  • Gadolinium-basierte Kontrastmittel (GBCA) verkürzen primär die T1-Zeit und werden zur Signalverstärkung in T1-gewichteten Bildern genutzt.
  • Der Bildkontrast wird maßgeblich durch die Kombination von Echozeit (TE) und Repetitionszeit (TR) gesteuert.
  • Für die kardiale Bildgebung sind EKG-Synchronisation (prospektiv oder retrospektiv) und Atem-Gating essenziell zur Artefaktreduktion.
  • Spezielle Sequenzen wie bSSFP bieten ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis, erfordern jedoch ein exaktes Shimming.
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Hintergrund

Das MRT-Signal hat seinen Ursprung im Atomkern des Wasserstoffs (Proton). In einem starken äußeren Magnetfeld (B0) richten sich die Spins aus und erzeugen eine Längsmagnetisierung (Mz). Ein Radiofrequenz-Puls (RF-Puls) kippt diese in die Transversalebene (Mxy). Die Rückkehr in den Ausgangszustand wird durch zwei Relaxationszeiten beschrieben:

  • T1-Relaxation: Beschreibt die Erholung der Längsmagnetisierung (Spin-Gitter-Relaxation).
  • T2/T2-Relaxation:* Beschreibt den Zerfall der Quermagnetisierung durch Dephasierung der Spins (Spin-Spin-Zerfall inkl. B0-Inhomogenitäten).

Kontrastmittel (GBCA)

Gadolinium-basierte Kontrastmittel (GBCA) verteilen sich extrazellulär und überschreiten keine intakten Zellmembranen. Ihr physikalischer Haupteffekt ist die Verkürzung der T1-Zeit des umgebenden Gewebes. Dies führt zu einer Signalverstärkung in T1-gewichteten Bildern.

Gewebekontrast und Sequenzparameter

Der Bildkontrast wird durch die Wahl von Repetitionszeit (TR) und Echozeit (TE) bestimmt. Eine starke Gewichtung reduziert grundsätzlich das Signal-Rausch-Verhältnis (SNR).

GewichtungRepetitionszeit (TR)Echozeit (TE)Mechanismus
T1KurzKurzBetont Unterschiede in der longitudinalen Relaxation
T2 / T2*LangLangBetont Unterschiede im transversalen Signalzerfall
Protonendichte (PD)LangKurzMinimiert T1- und T2-Einflüsse, Signal primär durch Protonendichte

Kardiale und Respiratorische Synchronisation

Aufgrund der Herz- und Atembewegung sind in der Kardio-MRT spezielle Techniken zur Artefaktvermeidung zwingend erforderlich:

  • Respiratorisches Gating: Nutzung von Atemkissen oder Navigator-Echos (Anregung eines Gewebeblocks über dem Zwerchfell zur Verfolgung der Atemexkursion).
  • EKG-Synchronisation: Abstimmung der Bildaufnahme auf den QRS-Komplex.
  • Prospektive Triggerung: Die Aufnahme startet nach Detektion der R-Zacke. Am Ende des Herzzyklus verbleibt ein "blindes Intervall" ohne Datenaufzeichnung.
  • Retrospektives Gating: Kontinuierliche Datenaufnahme mit nachträglicher Zuordnung zu den Herzphasen. Ideal für die Cine-Bildgebung, da das blinde Intervall entfällt.

Wichtige Pulssequenzen in der Kardio-MRT

SequenztypEigenschaftenKlinische Relevanz
Spoiled Gradienten-EchoKurze TR, anfällig für Flussartefakte, niedriges SNRDarstellung von Fluss-Jets (Signalauslöschung)
bSSFP (Balanced SSFP)Hohes SNR, T2/T1-Kontrast, wenig flussempfindlichStandard für Cine-Bildgebung; benötigt sehr gutes Shimming
Spin-Echo (SE)Nutzt 180°-Refokussierungspuls, T2-GewichtungAnatomie, Ödemdarstellung (weniger anfällig für B0-Inhomogenitäten)
Fast/Turbo-Spin-EchoMehrere k-Raum-Zeilen pro RR-Intervall (Echozuglänge)Beschleunigte anatomische Bildgebung

Signalunterdrückung (Blut und Fett)

Um spezifische Pathologien besser darzustellen, werden Störsignale gezielt unterdrückt:

  • Black-Blood-Spin-Echo: Fließendes Blut verlässt die Bildschicht zwischen dem 90°- und 180°-Puls (Spin Wash-out) und erscheint schwarz. Die Unterdrückung wird durch Double Inversion Recovery (IR) deutlich verbessert.
  • STIR (Short TI Inversion Recovery): Nutzt die kurze T1-Zeit von Fett. Die Bildaufnahme erfolgt exakt zu dem Zeitpunkt (TI), an dem die Magnetisierung von Fett den Nullpunkt durchschreitet.
  • CHESS: Spektrale Fettunterdrückung basierend auf der unterschiedlichen Resonanzfrequenz (Chemical Shift) von Fett und Wasser. Erfordert ein sehr homogenes Magnetfeld.

Phase Contrast Velocity Encoding

Zur quantitativen Flussmessung (z. B. über Herzklappen) werden Geschwindigkeiten in der Phase der transversalen Magnetisierung kodiert. Durch bipolare Gradienten erfahren bewegte Spins eine Phasenverschiebung proportional zu ihrer Geschwindigkeit. Das maximal messbare Geschwindigkeitsspektrum wird als VENC (Velocity Encoding Sensitivity) definiert.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei bSSFP-Sequenzen auf ein exaktes, patientenbezogenes Shimming, da Magnetfeldinhomogenitäten sonst zu störenden 'Banding'-Artefakten führen. Nutzen Sie bei stark arrhythmischen Patienten bevorzugt die prospektive EKG-Triggerung anstelle des retrospektiven Gatings.

Häufig gestellte Fragen

Fließendes Blut verlässt die Bildschicht oft schon zwischen dem 90°-Anregungspuls und dem 180°-Refokussierungspuls (Spin Wash-out). Da diese Spins nicht refokussiert werden, geben sie kein Signal ab ('Black Blood').
Die prospektive Triggerung startet die Aufnahme nach der R-Zacke und lässt am Ende des Herzzyklus ein 'blindes Intervall'. Das retrospektive Gating zeichnet kontinuierlich auf und ordnet die Daten nachträglich zu, was das blinde Intervall vermeidet, bei starken Arrhythmien jedoch fehleranfällig ist.
STIR nutzt einen 180°-Inversionspuls. Da Fett eine sehr kurze T1-Zeit hat, erholt sich seine Längsmagnetisierung schneller und durchschreitet den Nullpunkt vor anderem Gewebe. Die Bildaufnahme erfolgt exakt in diesem Nullpunkt, sodass das Fettsignal ausgelöscht wird.
Gadolinium-basierte Kontrastmittel (GBCA) verkürzen primär die T1-Relaxationszeit des umgebenden Gewebes. Dies führt zu einer deutlichen Signalverstärkung (Hyperintensität) in T1-gewichteten Aufnahmen.

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