Demenz: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: NICE (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die NICE-Leitlinie befasst sich mit der Diagnostik, Behandlung und Betreuung von Menschen mit Demenz sowie der Unterstützung ihrer Angehörigen. Demenz beschreibt eine Reihe kognitiver und verhaltensbezogener Symptome, die progredient verlaufen und die Alltagsfähigkeit zunehmend einschränken.

Zu den häufigsten Formen zählen die Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenz, gemischte Demenz, Lewy-Körperchen-Demenz und frontotemporale Demenz. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer personenzentrierten Versorgung, die den individuellen Wert und die Lebensgeschichte der Betroffenen in den Mittelpunkt stellt.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Koordination der Versorgung zwischen verschiedenen Diensten und der Schulung des Personals. Zudem werden neue diagnostische Methoden wie die Amyloid-Bildgebung und die Untersuchung des Liquor cerebrospinalis bei der Subtyp-Diagnostik berücksichtigt.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur Versorgung von Menschen mit Demenz:

Diagnostik

Bei Verdacht auf Demenz wird zunächst eine Anamnese unter Einbeziehung von Angehörigen empfohlen. Zudem sollen körperliche Untersuchungen und Blut- sowie Urintests erfolgen, um reversible Ursachen für einen kognitiven Abbau auszuschließen.

Für die kognitive Testung wird die Verwendung validierter Kurzinstrumente wie dem 10-CS, 6CIT oder Mini-Cog empfohlen. Ein unauffälliges Testergebnis schließt eine Demenz laut Leitlinie jedoch nicht sicher aus.

Bei anhaltendem Verdacht nach Ausschluss reversibler Ursachen wird eine Überweisung an eine spezialisierte Diagnostikeinrichtung empfohlen. Zur Bestimmung des Demenz-Subtyps sollte eine strukturelle Bildgebung angeboten werden.

Nicht-medikamentöse Therapie

Zur Förderung des Wohlbefindens wird eine Reihe von Aktivitäten empfohlen, die auf die Präferenzen der betroffenen Person zugeschnitten sind.

  • Angebot einer kognitiven Stimulationstherapie in der Gruppe bei leichter bis mittelschwerer Demenz

  • Erwägung von kognitiver Rehabilitation oder Ergotherapie zum Erhalt der Alltagsfunktionen

  • Keine Anwendung von Akupunktur, Ginseng, Vitamin-E-Präparaten oder pflanzlichen Formulierungen zur Demenzbehandlung

Management von Verhaltenssymptomen

Vor dem Beginn einer Behandlung von Unruhe oder Distress wird eine strukturierte Beurteilung empfohlen, um klinische oder umweltbedingte Ursachen (wie Schmerzen oder Delir) zu identifizieren.

Antipsychotika sollen laut Leitlinie nur angeboten werden, wenn eine Gefahr für die Person selbst oder andere besteht. Alternativ können sie erwogen werden, wenn Agitation, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen schweres Leid verursachen.

Bei der Anwendung von Antipsychotika wird die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Zeit empfohlen. Die Notwendigkeit der Medikation sollte mindestens alle sechs Wochen überprüft werden.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Empfehlungen zur medikamentösen Therapie der verschiedenen Demenz-Subtypen:

Demenz-SubtypSchweregradEmpfohlene MedikationAnmerkungen
Alzheimer-KrankheitLeicht bis mittelschwerDonepezil, Galantamin oder RivastigminMonotherapie; Start mit dem kostengünstigsten Präparat
Alzheimer-KrankheitMittelschwerMemantinBei Kontraindikationen gegen AChE-Hemmer oder als Kombinationstherapie
Alzheimer-KrankheitSchwerMemantinAls Monotherapie oder in Kombination mit einem AChE-Hemmer
Lewy-Körperchen-DemenzLeicht bis mittelschwerDonepezil oder RivastigminGalantamin nur bei Unverträglichkeit der Alternativen
Lewy-Körperchen-DemenzSchwerDonepezil oder RivastigminMemantin erwägen, falls AChE-Hemmer kontraindiziert sind
Vaskuläre DemenzAlleKeine routinemäßige GabeNur bei Verdacht auf komorbide Alzheimer- oder Lewy-Körperchen-Demenz
Frontotemporale DemenzAlleKeineAChE-Hemmer und Memantin sollen nicht angeboten werden

Kontraindikationen

Die Leitlinie warnt davor, Antidepressiva routinemäßig zur Behandlung einer leichten bis mittelschweren Depression bei leichter bis mittelschwerer Demenz anzubieten. Eine Ausnahme besteht bei vorbestehenden schweren psychischen Erkrankungen.

Valproat soll nicht zur Behandlung von Agitation oder Aggression bei Demenz angeboten werden, es sei denn, es ist für eine andere Erkrankung indiziert.

Bei Lewy-Körperchen-Demenz oder Parkinson-Demenz wird darauf hingewiesen, dass Antipsychotika die motorischen Symptome verschlechtern und schwere Sensitivitätsreaktionen auslösen können.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, eine Demenz allein aufgrund eines unauffälligen Ergebnisses in einem kognitiven Kurztest auszuschließen, da diese Instrumente nicht bei allen Betroffenen ausreichend sensitiv sind.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie empfiehlt validierte Kurzinstrumente wie den 10-CS, 6CIT, Mini-Cog oder TYM. Ein unauffälliges Ergebnis schließt eine Demenz jedoch nicht sicher aus.

Antipsychotika werden nur empfohlen, wenn eine Eigen- oder Fremdgefährdung besteht oder wenn Agitation, Halluzinationen oder Wahnvorstellungen schweres Leid verursachen. Es wird die niedrigste wirksame Dosis für die kürzestmögliche Zeit empfohlen.

Laut Leitlinie sollen bei frontotemporaler Demenz weder Acetylcholinesterase-Hemmer noch Memantin angeboten werden.

Vor einer medikamentösen Therapie wird eine strukturierte Beurteilung empfohlen, um Ursachen wie Schmerzen oder ein Delir auszuschließen. Als primäre Maßnahme werden psychosoziale und umweltbezogene Interventionen empfohlen.

Die Leitlinie rät explizit von der Anwendung von Ginseng, Vitamin-E-Präparaten oder anderen pflanzlichen Formulierungen zur Behandlung der Demenz ab.

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Quelle: NG97: Suspected acute coronary syndrome: initial assessment and early management (NICE, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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