Darunavir/COBI/FTC/TAF bei HIV: Indikation und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Darunavir/Cobicistat/Emtricitabin/Tenofoviralafenamid (DRV/COBI/FTC/TAF).

Das Medikament ist zur Behandlung einer Infektion mit dem humanen Immundefizienzvirus Typ 1 (HIV-1) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (Körpergewicht mindestens 40 kg) zugelassen.

Für die Bewertung unterteilte das IQWiG die Zielpopulation in vier Gruppen: therapienaive Erwachsene, therapienaive Jugendliche, vorbehandelte Erwachsene und vorbehandelte Jugendliche. Verwertbare Studiendaten lagen dem Institut ausschließlich für die Gruppe der vorbehandelten Erwachsenen vor.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht bewertet den Zusatznutzen der Fixkombination anhand der vier definierten Patientengruppen.

Therapienaive Patienten und Jugendliche

Laut IQWiG-Bericht liegen für therapienaive Erwachsene und Jugendliche sowie für vorbehandelte Jugendliche keine Studiendaten vor. Ein Zusatznutzen ist für diese Gruppen laut Bewertung folglich nicht belegt.

Vorbehandelte Erwachsene (ohne Umstellungsindikation)

Die Bewertung für diese Gruppe basiert auf der offenen, randomisierten EMERALD-Studie. Hierbei wurde die Fixkombination mit der Fortführung der bisherigen Therapie (geboosterter Proteaseinhibitor plus Emtricitabin/Tenofovirdisoproxil) verglichen.

Der Bericht fasst folgende Ergebnisse zusammen:

  • Mortalität und Morbidität: Es zeigt sich kein signifikanter Unterschied bei AIDS-definierenden Ereignissen oder dem virologischen Ansprechen.

  • Lebensqualität: Endpunkte zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie nicht erhoben.

  • Nebenwirkungen: Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden (Ausmaß: gering). Dies ist auf signifikant häufigere Erkrankungen des Nervensystems unter der neuen Fixkombination zurückzuführen.

Vorbehandelte Erwachsene (mit Umstellungsindikation)

Für Patienten, die aufgrund von virologischem Versagen oder Nebenwirkungen ihre Therapie umstellen müssen, wurden keine Daten vorgelegt. Ein Zusatznutzen ist laut IQWiG auch für diese Gruppe nicht belegt.

Dosierung

Der Bericht zitiert folgende Dosierungsempfehlungen aus der Fachinformation:

WirkstoffkombinationDosisIndikation / Anwendung
DRV/COBI/FTC/TAF1 Tablette (800/150/200/10 mg) 1-mal täglichErwachsene und Jugendliche (ab 12 J., ≥ 40 kg) mit HIV-1, Einnahme mit einer Mahlzeit

Kontraindikationen

Der Bericht listet basierend auf der Fachinformation folgende Kontraindikationen und Warnhinweise auf:

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe

  • Schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C)

  • Gleichzeitige Anwendung mit starken Induktoren (z. B. Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin, Rifampicin, Johanniskraut) wegen möglichem Wirkungsverlust

  • Gleichzeitige Anwendung mit bestimmten Wirkstoffen wegen lebensbedrohlicher Nebenwirkungen (z. B. Amiodaron, Simvastatin, Ticagrelor, Ergotderivate, Quetiapin)

  • Bei einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) unter 30 ml/min sollte die Therapie nicht eingeleitet werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der IQWiG-Bericht weist darauf hin, dass bei virologisch supprimierten Patienten ohne medizinische Umstellungsindikation ein Wechsel auf diese Fixkombination mit einem höheren Risiko für Nebenwirkungen des Nervensystems einhergehen kann. Es wird daher impliziert, dass ein Therapiewechsel bei stabilen Patienten ohne zwingenden Grund (wie virologisches Versagen oder Unverträglichkeiten) kritisch abgewogen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für therapienaive Erwachsene und Jugendliche nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer hat für diese Gruppen keine verwertbaren Studiendaten vorgelegt.

Für vorbehandelte Erwachsene ohne Umstellungsindikation sieht das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen geringen höheren Schaden im Vergleich zur Fortführung der bisherigen Therapie. Dies begründet sich durch signifikant vermehrte Nebenwirkungen im Bereich des Nervensystems.

Gemäß den im Bericht zitierten Fachinformationen sollte die Behandlung bei Patienten mit einer geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) unter 30 ml/min nicht eingeleitet werden. Sinkt die eGFR während der Therapie unter diesen Wert, wird ein Absetzen empfohlen.

Die Fachinformation gibt an, dass keine Darunavir-assoziierten Resistenzmutationen vorliegen dürfen. Zudem wird eine Viruslast von unter 100.000 Kopien/ml und eine CD4-Zellzahl von mindestens 100 Zellen/µl vorausgesetzt.

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Quelle: IQWiG A17-48: Darunavir-Cobicistat-Emtricitabin-Tenofoviralafenamid (HIV-Infektion) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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