IQWiG2020Onkologie

Daratumumab (Multiples Myelom): Therapie und Dosierung

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A20-15 bewertet den Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason (D-VTd).

Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom. Voraussetzung für diese spezifische Indikation ist, dass die Betroffenen für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) geeignet sind.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) eine Induktionstherapie (Bortezomib/Dexamethason-basiert), gefolgt von einer Hochdosistherapie mit ASZT und einer anschließenden Erhaltungstherapie mit Lenalidomid festgelegt.

Empfehlungen

Bewertung des Zusatznutzens

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen von Daratumumab in dieser Kombination nicht belegt. Der pharmazeutische Unternehmer legte zur Bewertung Daten der CASSIOPEIA-Studie vor, die jedoch als nicht geeignet eingestuft wurden.

Methodische Einschränkungen der Evidenz

Der Bericht nennt folgende Hauptgründe für die fehlende Belegbarkeit des Zusatznutzens:

  • Die Erhaltungstherapie in Teil 2 der Studie entsprach nicht der vom G-BA geforderten zweckmäßigen Vergleichstherapie (Lenalidomid).

  • Die Erstlinientherapie muss als zusammenhängende Therapiesequenz betrachtet werden, weshalb Teil 1 der Studie isoliert nicht zur Bewertung ausreicht.

  • Patientinnen und Patienten über 65 Jahre wurden aus der Studie ausgeschlossen, was die Übertragbarkeit einschränkt.

  • Die Dosierungen von Thalidomid und Dexamethason in der Studie waren geringer als in den jeweiligen Fachinformationen vorgegeben.

Anforderungen an die Anwendung

Die Therapie darf gemäß Bericht nur durch medizinisches Fachpersonal erfolgen. Es wird betont, dass eine Ausrüstung zur Wiederbelebung zwingend vorgehalten werden muss.

Dosierung

Das in der CASSIOPEIA-Studie (Teil 1) angewendete Dosierungsschema für die Induktionstherapie (Zyklen à 28 Tage) wird im Bericht wie folgt beschrieben:

MedikamentDosisApplikationSchema (28-Tage-Zyklus)
Daratumumab16 mg/kgi.v.Z 1-2: Tag 1, 8, 15, 22; Z 3-6: Tag 1, 15
Bortezomib1,3 mg/m²s.c.Z 1-6: Tag 1, 4, 8, 11
Thalidomid100 mgoralZ 1-6: täglich vor dem Schlafengehen
Dexamethason20-40 mgoralZ 1-2: 40 mg an 8 Tagen; Z 3-6: reduzierte Dosis

Zur Reduktion infusionsbedingter Reaktionen wird eine Prämedikation empfohlen. Diese umfasst laut Dokument Paracetamol, ein Antihistaminikum und Montelukast.

Kontraindikationen

Der Bericht weist auf ein mögliches Interferenz-Phänomen hin, da Daratumumab zu einem positiven indirekten Coombs-Test führen kann. Es wird empfohlen, vor Therapiebeginn eine Blutgruppen-Typisierung und ein Screening durchzuführen.

Eine Reaktivierung von Hepatitis B ist unter der Therapie möglich. Daher muss der HBV-Status vor Einleitung der Behandlung zwingend bestimmt werden.

Zudem ist eine Verstärkung bestehender Neutropenien und Thrombozytopenien möglich. Das Blutbild sollte während der Therapie regelmäßig kontrolliert werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird im Bericht besonders darauf hingewiesen, dass Daratumumab mit Blutgruppen-Testungen interferieren kann, was zu verzögerten Blutproduktbereitstellungen führen kann. Daher wird empfohlen, Blutbanken über die Behandlung zu informieren und bei Notfalltransfusionen ungekreuzte AB0/Rh(D)-kompatible Erythrozytenkonzentrate zu verwenden.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für die Kombination aus Daratumumab, Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason nicht belegt. Die vorgelegten Studiendaten wurden aufgrund methodischer Einschränkungen als nicht geeignet eingestuft.

Der Bericht betont die Notwendigkeit, vor Therapiebeginn den Hepatitis-B-Status zu bestimmen. Zudem wird eine Blutgruppen-Typisierung und ein Antikörper-Screening empfohlen, da Daratumumab den indirekten Coombs-Test verfälschen kann.

Ja, zur Vermeidung infusionsbedingter Reaktionen wird eine Prämedikation empfohlen. Diese besteht laut Dokument aus Paracetamol, einem Antihistaminikum und Montelukast.

Die Dokumentation gibt an, dass Frauen im gebärfähigen Alter während der Therapie eine zuverlässige Kontrazeptionsmethode anwenden müssen. Diese Maßnahme wird bis zu drei Monate nach Therapieende empfohlen.

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Quelle: IQWiG A20-15: Daratumumab (multiples Myelom, Stammzelltransplantation) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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