IQWiG2022Onkologie

Daratumumab (Multiples Myelom): Indikation und Therapie

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) bewertet den Zusatznutzen des monoklonalen Antikörpers Daratumumab.

Die Bewertung bezieht sich auf die Kombinationstherapie mit Pomalidomid und Dexamethason bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom.

Der Bericht unterscheidet zwei Patientengruppen: Personen mit genau einer Vortherapie (Proteasom-Inhibitor und Lenalidomid) sowie Personen mit mindestens zwei Vortherapien, die unter oder nach der letzten Therapie eine Krankheitsprogression zeigten.

Für die zweite Fragestellung stützt sich die Bewertung maßgeblich auf die Ergebnisse der randomisierten, kontrollierten APOLLO-Studie.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert folgende Kernbewertungen zum Zusatznutzen:

Patientengruppe mit einer Vortherapie

Für Patientinnen und Patienten mit genau einer Vortherapie wurden vom pharmazeutischen Unternehmer keine geeigneten Daten vorgelegt.

Daher ist ein Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason für diese Gruppe nicht belegt.

Patientengruppe mit mindestens zwei Vortherapien

Für diese Gruppe wurden die Daten der APOLLO-Studie herangezogen, welche die Dreifachkombination mit der Zweifachkombination (Pomalidomid plus Dexamethason) vergleicht.

Beim Gesamtüberleben zeigte sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.

Lebensqualität und Nebenwirkungen

Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigten sich gemischte Effekte:

  • Ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen bei Personen unter 65 Jahren (Zukunftsperspektive)

  • Ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen bei Männern (Körperbild)

Im Bereich der Nebenwirkungen ergaben sich statistisch signifikante Unterschiede zum Nachteil der Daratumumab-Kombination.

Es zeigten sich Anhaltspunkte für einen höheren Schaden durch spezifische schwere unerwünschte Ereignisse, konkret bei Leukopenien und Pneumonien.

Gesamtfazit

Aufgrund der vorliegenden Datenlage und der festgestellten negativen Effekte bei den Nebenwirkungen ist ein Zusatznutzen in der Gesamtschau nicht belegt.

Dies gilt für alle untersuchten Patientengruppen im Rahmen dieses Anwendungsgebiets.

Dosierung

Die im Bericht beschriebene Anwendung der Studienmedikation richtet sich nach den Vorgaben der Fachinformationen:

WirkstoffDosisApplikationswegFrequenz
Daratumumab1800 mgsubkutanZyklus 1-2: wöchentlich; Zyklus 3-6: alle 2 Wochen; ab Zyklus 7: alle 4 Wochen
Pomalidomid4 mgoralTag 1-21 eines 28-Tage-Zyklus
Dexamethason40 mg (20 mg bei Alter über 75 Jahre)oralwöchentlich (Tag 1, 8, 15, 22)

Kontraindikationen

Laut Bericht bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder sonstige Bestandteile

  • Anwendung in der Schwangerschaft nur, wenn der Nutzen die potenziellen Risiken für den Fetus überwiegt

Zudem werden folgende prophylaktische Maßnahmen beschrieben:

  • Prämedikation zur Reduktion des Risikos infusionsbedingter Reaktionen (IRR)

  • Antivirale Prophylaxe zur Prävention einer Herpes-zoster-Virusreaktivierung

  • Beachtung der Interferenz von Daratumumab mit dem indirekten Coombs-Test

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation wird dringend empfohlen, vor Behandlungsbeginn eine Blutgruppenbestimmung und ein Antikörperscreening durchzuführen. Daratumumab kann den indirekten Coombs-Test stören, was im Notfall die Bereitstellung von Blutprodukten verzögern kann.

Häufig gestellte Fragen

Der IQWiG-Bericht kommt zu dem Schluss, dass ein Zusatznutzen für diese Kombinationstherapie nicht belegt ist. Dies liegt unter anderem an fehlenden Daten für eine Subgruppe und einem höheren Schaden bei schweren Nebenwirkungen in der anderen Subgruppe.

Laut Bericht zeigte sich unter der Daratumumab-Kombination ein höherer Schaden bei spezifischen schweren unerwünschten Ereignissen. Dazu zählten insbesondere schwere Leukopenien und Pneumonien.

Die subkutane Formulierung wird in einer Dosis von 1800 mg verabreicht. Das Intervall verlängert sich im Therapieverlauf von einer wöchentlichen Gabe auf eine Gabe alle vier Wochen.

Es wird darauf hingewiesen, dass Daratumumab mit dem direkten Antiglobulin-Test (indirekter Coombs-Test) interferiert. Daher wird ein Screening und eine Typisierung vor Therapiebeginn empfohlen.

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Quelle: IQWiG A21-101: Daratumumab (multiples Myelom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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