DAPT-Dauer bei KHK: Empfehlungen nach PCI und ACS

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Thrombosis Canada (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Leitlinie von Thrombosis Canada (2025) befasst sich mit der optimalen Dauer der dualen Thrombozytenaggregationshemmung (DAPT) nach elektiver und notfallmäßiger perkutaner Koronarintervention (PCI).

Dabei wird betont, dass der Nutzen der DAPT zur Reduktion ischämischer Ereignisse stets gegen das Risiko von Blutungen abgewogen werden muss.

Die Empfehlungen berücksichtigen sowohl Personen mit chronisch stabiler Angina pectoris als auch solche mit akutem Koronarsyndrom (ACS).

Klinischer Kontext

Die koronare Herzkrankheit (KHK) gehört weltweit zu den häufigsten Todesursachen und betrifft einen signifikanten Anteil der erwachsenen Bevölkerung. Nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) oder einer perkutanen Koronarintervention (PCI) haben Patienten ein deutlich erhöhtes Risiko für rezidivierende ischämische Ereignisse.

Die duale Plättchenhemmung (DAPT) kombiniert Acetylsalicylsäure mit einem P2Y12-Rezeptor-Inhibitor, um die Thrombozytenaggregation synergistisch zu unterdrücken. Dies verhindert effektiv die Entstehung von Stentthrombosen und weiteren atherothrombotischen Komplikationen an rupturierten Plaques.

Die klinische Herausforderung besteht in der individuellen Abwägung zwischen dem Schutz vor Ischämien und dem unvermeidlich erhöhten Blutungsrisiko. Die Dauer der Therapie richtet sich nach dem klinischen Präsentationsbild, dem verwendeten Stenttyp und patientenspezifischen Risikofaktoren, welche durch verschiedene Scores klinisch evaluiert werden können.

Wissenswertes

Zur dualen Plättchenhemmung werden primär Clopidogrel, Ticagrelor und Prasugrel in Kombination mit Acetylsalicylsäure verwendet. Die Wahl des Wirkstoffs hängt vom klinischen Bild, wie etwa einem chronischen oder akuten Koronarsyndrom, und dem individuellen Blutungsrisiko ab.

Das Blutungsrisiko kann durch etablierte klinische Scores wie den PRECISE-DAPT-Score oder den ARC-HBR-Kriterienkatalog abgeschätzt werden. Diese Tools berücksichtigen Faktoren wie Alter, Nierenfunktion, Hämoglobinwert und frühere Blutungsereignisse.

Nach einem akuten Koronarsyndrom (ACS) ist das Risiko für rezidivierende Ischämien generell höher, weshalb oft potentere P2Y12-Inhibitoren und tendenziell längere Therapiephasen erwogen werden. Bei einer elektiven PCI wegen eines chronischen Koronarsyndroms steht oft eine kürzere DAPT-Dauer im Vordergrund, um das Blutungsrisiko zu minimieren.

Eine Deeskalation, beispielsweise der Wechsel von Ticagrelor auf Clopidogrel, kann bei Patienten mit hohem Blutungsrisiko oder nach Auftreten von Nebenwirkungen erwogen werden. Dies geschieht oft nach der kritischen Frühphase nach dem Stenting, wenn das Ischämierisiko abnimmt.

Vor elektiven chirurgischen Eingriffen muss das Risiko einer Stentthrombose gegen das perioperative Blutungsrisiko abgewogen werden. Oft wird der P2Y12-Inhibitor einige Tage vor der Operation pausiert, während Acetylsalicylsäure nach Möglichkeit beibehalten wird.

Patienten mit Vorhofflimmern benötigen eine orale Antikoagulation, was in Kombination mit einer DAPT das Blutungsrisiko massiv erhöht. Daher wird meist eine rasche Reduktion von einer Triple-Therapie auf eine duale Therapie aus Antikoagulans und einem Thrombozytenaggregationshemmer angestrebt.

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis der Leitlinie ist, dass eine Verkürzung der DAPT auf unter 12 Monate bei ACS nicht routinemäßig erfolgen sollte. Es wird empfohlen, diese Strategie gezielt bei hohem Blutungsrisiko einzusetzen. Schwere Blutungen nach einer PCI erhöhen das Mortalitätsrisiko signifikant und können den ischämischen Schutz der DAPT aufheben.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie wird bei Personen ohne hohes Blutungsrisiko eine DAPT-Dauer von mindestens 12 Monaten nach einem akuten Koronarsyndrom empfohlen.

Eine Verkürzung auf 1 bis 6 Monate kann gemäß Leitlinie erwogen werden, wenn ein hohes Blutungsrisiko vorliegt. Bei elektiven PCIs ist eine Verkürzung auf 6 Monate ebenfalls eine Option.

Die Leitlinie nennt Clopidogrel als den am häufigsten verwendeten und bevorzugten P2Y12-Inhibitor. Dies gilt insbesondere für Personen, die zusätzlich eine orale Antikoagulation benötigen.

Es wird empfohlen, Acetylsalicylsäure (ASS) innerhalb von 1 bis 4 Wochen nach Beginn einer Triple-Therapie abzusetzen. Dies dient der Minimierung des Blutungsrisikos.

Bei hohem thrombotischem Risiko kann die DAPT über 12 Monate hinaus verlängert werden. Alternativ beschreibt die Leitlinie eine duale Hemmung mit niedrig dosiertem Rivaroxaban und ASS.

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Quelle: Duration of Dual Antiplatelet Therapy in Patients With Coronary Artery Disease (Thrombosis Canada, 2025). Originaldokument ansehen

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