Rumpftraining nach Schlaganfall: Cochrane Review
Hintergrund
Ein Schlaganfall führt häufig zu einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit des Rumpfes. Diese Beeinträchtigung äußert sich durch verminderte Muskelkraft, veränderte Aktivierungsmuster und ein reduziertes Gleichgewicht im Sitzen.
Eine adäquate Rumpffunktion bildet die Basis für die Kontrolle von Kopf und Extremitäten. Sie gilt in der Literatur als wesentlicher Prädiktor für die funktionelle Unabhängigkeit und die allgemeine Erholung nach einem zerebrovaskulären Ereignis.
Das Rumpftraining zielt darauf ab, diese Funktionen durch spezifische Übungen wiederherzustellen. Der vorliegende Cochrane Review (2023) untersucht die Effekte dieser Intervention auf verschiedene klinische Endpunkte im Vergleich zu dosisangepassten und nicht-angepassten Kontrollgruppen.
Empfehlungen
Der Review fasst die Evidenz zur Wirksamkeit des Rumpftrainings in der subakuten und chronischen Phase nach einem Schlaganfall zusammen.
Trainingsansätze und Indikation
In den eingeschlossenen Studien wurden primär drei Therapieansätze untersucht. Die Autoren beschreiben folgende potenziell positive Effekte:
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Ein Training der Rumpfstabilität (Core-Stability) wird zur Verbesserung von Rumpffunktion, Gleichgewicht und Gehfähigkeit beschrieben.
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Selektive Rumpfbewegungen zeigen laut Evidenz positive Effekte auf die Rumpffunktion, das Gleichgewicht im Stehen und die Gehfähigkeit.
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Ein Rumpftraining auf instabilem Untergrund kann sich positiv auf Alltagsaktivitäten, Rumpffunktion, Gleichgewicht und Gehfähigkeit auswirken.
Effekte bei dosisangepasster Kontrolltherapie
Wenn die Therapiedauer in der Interventions- und Kontrollgruppe identisch war, zeigte das Rumpftraining signifikante Verbesserungen in spezifischen motorischen Bereichen. Bei den Alltagsaktivitäten ergab sich in diesem Setting jedoch kein Unterschied.
| Endpunkt | Effekt des Rumpftrainings | Vertrauenswürdigkeit der Evidenz (GRADE) |
|---|---|---|
| Rumpffunktion | Signifikante Verbesserung | Sehr niedrig |
| Gleichgewicht im Stehen | Signifikante Verbesserung | Sehr niedrig |
| Beinfunktion | Signifikante Verbesserung | Sehr niedrig |
| Gehfähigkeit | Signifikante Verbesserung | Niedrig |
| Lebensqualität | Signifikante Verbesserung | Sehr niedrig |
| Alltagsaktivitäten (ADL) | Kein signifikanter Effekt | Sehr niedrig |
| Arm-Hand-Aktivität | Kein signifikanter Effekt | Sehr niedrig |
Sicherheit und unerwünschte Ereignisse
Die Auswertung der Studien ergab keinen Unterschied hinsichtlich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse oder Stürze zwischen den Gruppen. Das Rumpftraining wird auf Basis der vorliegenden Daten als sichere Intervention eingestuft.
💡Praxis-Tipp
Laut dem Review zeigt Rumpftraining bei dosisangepasster Kontrolltherapie keinen signifikanten Effekt auf die allgemeinen Alltagsaktivitäten (ADL) oder die Arm-Hand-Aktivität. Es wird hervorgehoben, dass der primäre Nutzen in der gezielten Verbesserung der Rumpffunktion, des Gleichgewichts und der Gehfähigkeit liegt. Für die klinische Praxis wird die Integration des Rumpftrainings ab der subakuten Phase, also etwa zwei Wochen nach dem Ereignis, als sinnvoll erachtet.
Häufig gestellte Fragen
Der Review unterstützt die regelmäßige Integration von Rumpftraining in der subakuten Phase (zwischen zwei Wochen und sechs Monaten) sowie in der chronischen Phase. Für die akute Phase direkt nach dem Ereignis liegen derzeit keine ausreichenden Studiendaten vor.
In den eingeschlossenen Studien wurden am häufigsten das Training der Rumpfstabilität, selektive Rumpfbewegungen und das Rumpftraining auf instabilem Untergrund angewendet. Diese Ansätze zeigten die konsistentesten Effekte auf die motorische Erholung.
Die Datenlage ist hierzu gemischt. Bei einer dosisangepassten Kontrolltherapie konnte kein signifikanter Effekt des Rumpftrainings auf die Arm-Hand-Aktivität oder -Beweglichkeit nachgewiesen werden.
Die Auswertung der Studien zeigte keinen Unterschied bezüglich schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, einschließlich Stürzen. Die Intervention gilt den Autoren zufolge als sicher und gut verträglich.
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Quelle: Cochrane Review: Trunk training following stroke (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.