Chirurgie bei Lymphödem nach Brustkrebs: Cochrane Review
Hintergrund
Brustkrebs ist die weltweit häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Eine belastende und häufige Komplikation der onkologischen Behandlung ist das sekundäre Lymphödem der Brust und der oberen Extremitäten.
Die Entstehung eines Lymphödems resultiert meist aus der operativen Entfernung von Lymphknoten oder einer Strahlentherapie in der Axilla. Dies führt zu einer chronischen Abflussstörung der Lymphflüssigkeit im betroffenen Arm.
Bisher bestand Unklarheit über die Wirksamkeit chirurgischer Interventionen in diesem Bereich. Der vorliegende Cochrane Review untersucht daher die Evidenz operativer Verfahren sowohl zur Prävention als auch zur Behandlung des armbetonten Lymphödems nach einer Brustkrebstherapie.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract des systematischen Reviews.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die Evidenz zu chirurgischen Interventionen wie folgt zusammen:
Prävention des Lymphödems
Zur Vorbeugung eines Lymphödems wurde die Technik der lymphovenösen Anastomose (LVA) als Teil eines präventiven Managementprotokolls untersucht.
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Die LVA führt laut Review zu einer signifikanten Reduktion der Lymphödem-Inzidenz im Vergleich zu einem nicht-operativen Vorgehen (RR 0,20).
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Die Evidenz basiert auf zwei Studien mit insgesamt 95 Teilnehmern und wird als Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit (low-certainty evidence) eingestuft.
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Es wird angemerkt, dass beide Studien im selben Zentrum durchgeführt wurden, was die Generalisierbarkeit einschränken könnte.
Therapie des manifesten Lymphödems
Für die Behandlung eines bereits bestehenden Lymphödems (Stadium 2) wurde der vaskularisierte Lymphknotentransfer evaluiert.
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Der Eingriff zeigt eine Reduktion des Extremitätenvolumens sowie eine Linderung von Schmerzen und Schweregefühl.
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Zudem wird eine Verringerung der jährlichen Infektionsrate und eine Verbesserung der Gesamtfunktion beschrieben.
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Diese Ergebnisse beruhen auf einer einzigen Studie mit 36 Teilnehmern und bieten eine Evidenz von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit (very low-certainty evidence).
Forschungsbedarf
Die Autoren des Reviews betonen den Mangel an qualitativ hochwertigen randomisiert-kontrollierten Studien (RCTs). Es wird darauf hingewiesen, dass wichtige sekundäre Endpunkte in den bisherigen Studien kaum berichtet wurden.
💡Praxis-Tipp
Bei der Aufklärung über chirurgische Interventionen am Lymphsystem sollte auf die aktuell noch schwache Studienlage hingewiesen werden. Der Cochrane Review zeigt zwar vielversprechende Ansätze für die lymphovenöse Anastomose und den Lymphknotentransfer, stuft die Evidenz jedoch als niedrig bis sehr niedrig ein.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review zeigt die lymphovenöse Anastomose (LVA) vielversprechende Ergebnisse in der Prävention. Die Studienlage deutet auf eine reduzierte Inzidenz im Vergleich zum nicht-operativen Vorgehen hin, auch wenn die Evidenzqualität noch als niedrig eingestuft wird.
Der vaskularisierte Lymphknotentransfer wird im Review als mögliche Therapieoption bei einem etablierten Lymphödem im Stadium 2 genannt. Es wird beschrieben, dass das Verfahren das Armvolumen reduzieren und Symptome wie Schmerzen und Schweregefühl lindern kann.
Die aktuelle Evidenz wird vom Cochrane Review als niedrig bis sehr niedrig eingestuft. Es wird betont, dass weitere qualitativ hochwertige, randomisiert-kontrollierte Studien erforderlich sind, um die Wirksamkeit abschließend zu beurteilen.
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Quelle: Cochrane Review: Surgical interventions for the prevention or treatment of lymphoedema after breast cancer treatment (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.