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Ejaculatio praecox & SSRI: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Ejaculatio praecox (vorzeitiger Samenerguss) ist eine häufige sexuelle Dysfunktion bei Männern. Sie ist definiert durch eine Ejakulation, die früher auftritt als gewünscht, was zu erheblichem Leidensdruck und Beziehungsproblemen führen kann.

Die Pathophysiologie ist nicht vollständig geklärt, jedoch spielt Serotonin eine wichtige hemmende Rolle im Ejakulationsprozess. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) werden daher häufig zur medikamentösen Behandlung eingesetzt.

Der vorliegende Cochrane Review (2021) untersucht die Evidenz zur Wirksamkeit und Sicherheit von SSRI im Vergleich zu Placebo bei erwachsenen Männern mit vorzeitigem Samenerguss.

Empfehlungen

Der Cochrane Review zeigt, dass eine Therapie mit SSRI im Vergleich zu Placebo verschiedene patientenrelevante Endpunkte verbessert. Die Autoren betonen folgende positive Effekte:

  • Verbesserung der persönlich wahrgenommenen Symptomatik (moderate Vertrauenswürdigkeit)

  • Erhöhte Zufriedenheit mit dem Geschlechtsverkehr (moderate Vertrauenswürdigkeit)

  • Bessere wahrgenommene Kontrolle über die Ejakulation (moderate Vertrauenswürdigkeit)

  • Verringerung des subjektiven Leidensdrucks (moderate Vertrauenswürdigkeit)

Verlängerung der Latenzzeit

Die intravaginale Ejakulationslatenzzeit (IELT) wird durch die Einnahme von SSRI möglicherweise verlängert. Der Review gibt eine mittlere Differenz von 3,09 Minuten an (niedrige Vertrauenswürdigkeit).

Unerwünschte Wirkungen

Laut den Studienergebnissen geht die Behandlung mit SSRI mit einer erhöhten Rate an unerwünschten Ereignissen einher (moderate Vertrauenswürdigkeit). Dies führt laut Review auch zu vermehrten Therapieabbrüchen (niedrige Vertrauenswürdigkeit).

Zu den häufigsten kurzfristigen Nebenwirkungen zählen Schläfrigkeit, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit, Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Übelkeit. Zudem wird auf mögliche sexuelle Nebenwirkungen wie eine reduzierte Libido oder eine erektile Dysfunktion hingewiesen.

Therapiebeendigung

Um ein Absetzsyndrom zu vermeiden, wird ein schrittweises Ausschleichen der Medikation über mehrere Wochen empfohlen. Ein abruptes Absetzen kann zu Schwindel, Kopfschmerzen, Ataxie und Angstzuständen führen.

Alternative medikamentöse Therapieoptionen

Neben SSRI listet der Review weitere pharmakologische Ansätze auf, die in der Praxis Anwendung finden:

Wirkstoffklasse / MedikamentPrimäre IndikationEffekt bei Ejaculatio praecox
ClomipraminDepressionenVerlängert die intravaginale Latenzzeit
TramadolSchmerztherapieVerlängert die intravaginale Latenzzeit
PDE-5-HemmerErektile DysfunktionZeigen Nutzen, besonders bei begleitender erektiler Dysfunktion
Alpha-RezeptorenblockerBenigne ProstatahyperplasieKönnen die Symptomatik verbessern
Topische LokalanästhetikaLokale BetäubungReduzieren die Sensibilität des Penis

Kontraindikationen

Der Review mahnt zur Vorsicht bei der Verordnung von SSRI an jüngere Männer mit Ejaculatio praecox, die gleichzeitig an Depressionen leiden oder Suizidgedanken aufweisen. In dieser Gruppe besteht ein potenziell erhöhtes Risiko für Suizidgedanken oder -versuche.

Zudem wird vor multiplen Arzneimittelwechselwirkungen gewarnt, die ein lebensbedrohliches Serotoninsyndrom auslösen können.

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💡Praxis-Tipp

Bei der Aufklärung über SSRI zur Behandlung der Ejaculatio praecox sollte transparent kommuniziert werden, dass die Evidenz für die Verlängerung der Latenzzeit von niedriger Qualität ist. Zudem ist es ratsam, auf das Risiko sexueller Nebenwirkungen wie Libidoverlust oder erektile Dysfunktion hinzuweisen, da diese die ursprüngliche sexuelle Problematik überlagern können.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review verlängern SSRI die intravaginale Ejakulationslatenzzeit (IELT) im Durchschnitt um etwa 3,09 Minuten. Die Vertrauenswürdigkeit dieser Evidenz wird jedoch als niedrig eingestuft.

Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Müdigkeit, Gewichtszunahme, Mundtrockenheit und Übelkeit. Der Review weist zudem auf mögliche sexuelle Nebenwirkungen wie eine verminderte Libido oder das Auftreten einer erektilen Dysfunktion hin.

Es wird empfohlen, SSRI über mehrere Wochen schrittweise auszuschleichen. Ein abruptes Absetzen kann laut Review zu einem Absetzsyndrom mit Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen und Schlafstörungen führen.

Der Text erwähnt als weitere medikamentöse Optionen Clomipramin, Tramadol, PDE-5-Hemmer sowie topische Lokalanästhetika (Lidocain-Prilocain). Zudem wird auf verhaltenstherapeutische Ansätze wie die Stop-Start- oder Squeeze-Technik verwiesen.

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Quelle: Cochrane Review: Selective serotonin re-uptake inhibitors for premature ejaculation in adult men (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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