Riboflavin bei Hypertonie: Cochrane Review
Hintergrund
Ein erhöhter Blutdruck ist ein wesentlicher Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen. Selbst unter medikamentöser Therapie erreichen viele Erwachsene keine ausreichende Blutdruckkontrolle.
Riboflavin (Vitamin B2) ist ein wasserlösliches Vitamin und fungiert als Kofaktor für das Enzym MTHFR. Es besteht die Hypothese, dass eine Supplementierung den Blutdruck senken könnte, insbesondere bei Personen mit einem spezifischen genetischen Polymorphismus (MTHFR 677TT).
Diese Zusammenfassung basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2025. Die Autoren evaluierten die Wirksamkeit und Sicherheit von oralen Riboflavin-Supplementen im Vergleich zu Placebo bei Erwachsenen.
Empfehlungen
Der Cochrane Review fasst die aktuelle Studienlage zur blutdrucksenkenden Wirkung von Riboflavin zusammen.
Blutdrucksenkung
Die Auswertung von vier randomisiert-kontrollierten Studien zeigt, dass der Effekt von Riboflavin auf den Blutdruck sehr unsicher ist. Die Meta-Analyse liefert folgende durchschnittliche Veränderungen im Vergleich zu Placebo:
| Endpunkt | Mittlere Differenz (MD) | 95%-Konfidenzintervall | Evidenzqualität (GRADE) |
|---|---|---|---|
| Systolischer Blutdruck | -1,94 mmHg | -5,74 bis +1,86 mmHg | Sehr niedrig |
| Diastolischer Blutdruck | -3,03 mmHg | -5,97 bis -0,09 mmHg | Sehr niedrig |
| Unerwünschte Ereignisse | Kaum/kein Unterschied | Nicht berechenbar | Niedrig |
Die Konfidenzintervalle sind weit und schließen einen fehlenden klinischen Effekt nicht aus.
Einfluss der Genetik
Die Autoren untersuchten auch den Einfluss des MTHFR-C677T-Genotyps auf die Wirksamkeit. Es konnte kein statistisch signifikanter Unterschied in der Blutdrucksenkung zwischen den verschiedenen Genotypen nachgewiesen werden.
Medikation und Ausblick
Es liegen keine Daten darüber vor, ob die Einnahme von Riboflavin zu einer Reduktion der Dosis oder Anzahl von Antihypertensiva führt.
Aufgrund des hohen Verzerrungsrisikos der bisherigen Studien fordern die Autoren größere, methodisch hochwertige Untersuchungen.
💡Praxis-Tipp
Obwohl Riboflavin als kostengünstiges Supplement zur Blutdrucksenkung diskutiert wird, belegt die aktuelle Evidenz keinen sicheren klinischen Nutzen. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Supplementierung derzeit keine etablierte antihypertensive Therapie ersetzen oder in der Dosis reduzieren kann.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem aktuellen Cochrane Review ist die Evidenz für eine blutdrucksenkende Wirkung von Riboflavin sehr unsicher. Die bisherigen Studien weisen eine geringe Teilnehmerzahl und ein hohes Verzerrungsrisiko auf.
Die theoretische Überlegung, dass der MTHFR-677TT-Genotyp besonders profitiert, konnte in der Meta-Analyse nicht sicher bestätigt werden. Der Review fand keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Blutdrucksenkung zwischen den Genotyp-Subgruppen.
Die Auswertung zeigt, dass Riboflavin im Vergleich zu Placebo wahrscheinlich zu keinem oder nur einem sehr geringen Unterschied bei unerwünschten Ereignissen führt. Es liegen jedoch insgesamt nur sehr wenige Daten zu Nebenwirkungen vor.
Der Review identifizierte keine Studien, die den Effekt von Riboflavin auf die Anzahl oder Dosis der benötigten Antihypertensiva untersuchten. Eine Reduktion der Standardmedikation wird durch die aktuelle Datenlage nicht gestützt.
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Quelle: Cochrane Review: Riboflavin supplements for blood pressure lowering in adults (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.