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Musik bei Schlafstörungen: Cochrane Review 2022

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Schlaflosigkeit (Insomnie) ist ein weit verbreitetes Problem, das mit einer verminderten Lebensqualität sowie körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen einhergeht. Obwohl die kognitive Verhaltenstherapie als Erstlinientherapie gilt, wird sie in der Praxis oft zu selten eingesetzt.

Pharmakologische Behandlungen sind weit verbreitet, gehen jedoch mit Risiken wie Abhängigkeit und Nebenwirkungen einher. Daher greifen viele Betroffene auf Selbsthilfestrategien zurück.

Das Hören von Musik vor dem Schlafengehen ist eine häufig genutzte, nicht-pharmakologische Methode zur Schlafverbesserung. Der vorliegende Cochrane Review (2022) untersucht die Evidenz und Wirksamkeit dieser Intervention bei Erwachsenen.

Empfehlungen

Der Cochrane Review (2022) fasst die Evidenz zum Musikhören bei Schlafstörungen zusammen. Die eingeschlossenen Studien untersuchten das tägliche Hören von Musik für 25 bis 60 Minuten über einen Zeitraum von drei Tagen bis zu drei Monaten.

Auswirkungen auf die Schlafqualität

Laut den Autoren zeigt sich ein positiver Effekt auf die subjektive Schlafqualität:

  • Es gibt Evidenz von moderater Qualität, dass Musik die Schlafqualität (gemessen mit dem PSQI) signifikant verbessert.

  • Die Effektstärke entspricht etwa einer Standardabweichung zugunsten der Intervention.

  • Bei den objektiven Parametern (gemessen via Polysomnographie) konnte hingegen kein eindeutiger Effekt nachgewiesen werden.

Weitere Schlafparameter

Für andere Aspekte des Schlafs ist die Evidenzlage laut Review weniger eindeutig. Es wird auf folgende Ergebnisse mit niedriger bis sehr niedriger Evidenzqualität hingewiesen:

  • Mögliche leichte Verkürzung der Einschlaflatenz (Zeit bis zum Einschlafen).

  • Mögliche leichte Verbesserung der Gesamtschlafdauer und der Schlafeffizienz.

  • Kein klarer Nachweis für eine Reduktion des Schweregrads der Insomnie oder der nächtlichen Aufwachvorgänge.

Art der Musik

Die Studien verwendeten überwiegend ruhige oder entspannende Musik verschiedener Genres. Der Review stellt fest, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Wirkung gab, unabhängig davon, ob die Musik von Forschern ausgewählt wurde oder die Teilnehmer aus einer Vorauswahl wählen durften.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die Effekte der Musikintervention im Vergleich zu keiner Behandlung oder Standardversorgung zusammen:

EndpunktEffekt der MusikinterventionEvidenzgrad (GRADE)
Subjektive Schlafqualität (PSQI)Signifikante VerbesserungModerat
Schweregrad der Insomnie (ISI)Kein klarer Effekt nachweisbarSehr niedrig
Einschlaflatenz (subjektiv)Mögliche leichte VerkürzungNiedrig
Gesamtschlafdauer (subjektiv)Mögliche leichte VerlängerungNiedrig
Schlafeffizienz (subjektiv)Mögliche leichte VerbesserungNiedrig
Objektive Schlafparameter (PSG)Kein Effekt nachweisbarNiedrig bis sehr niedrig
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💡Praxis-Tipp

Der Review hebt hervor, dass Musikhören zwar die subjektiv empfundene Schlafqualität deutlich verbessern kann, objektive Messungen wie die Polysomnographie jedoch oft keine messbaren Veränderungen zeigen. Da in den Studien keine unerwünschten Ereignisse berichtet wurden, wird die Intervention als sichere, ergänzende Selbsthilfemaßnahme eingestuft.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es moderate Evidenz dafür, dass das Hören von Musik die subjektive Schlafqualität bei Erwachsenen mit Insomnie verbessert. Auf die objektive Einschlafzeit oder den Schweregrad der Erkrankung konnte jedoch kein starker Effekt nachgewiesen werden.

In den untersuchten Studien wurde primär ruhige und entspannende Musik mit langsamem Tempo verwendet. Der Review zeigt keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit zwischen verschiedenen ruhigen Genres wie Klassik, Jazz oder New Age.

Die in der Meta-Analyse eingeschlossenen Studien untersuchten Interventionen, bei denen die Teilnehmer täglich für 25 bis 60 Minuten Musik hörten. Es wird darauf hingewiesen, dass die optimale Dauer und Häufigkeit in zukünftigen Studien weiter untersucht werden muss.

In keiner der vom Review eingeschlossenen Studien wurden unerwünschte Ereignisse oder Nebenwirkungen durch die Musikintervention berichtet. Die Methode wird daher als sehr sichere Maßnahme beschrieben.

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Quelle: Cochrane Review: Listening to music for insomnia in adults (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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