BCG vs. Mitomycin C bei Blasenkrebs: Cochrane Review
Hintergrund
Das Urothelkarzinom der Harnblase weist nach einer transurethralen Resektion (TURB) ein hohes Risiko für Rezidive und eine Krankheitsprogression auf. Etwa 75 Prozent der neu diagnostizierten Fälle sind nicht-muskelinvasive Tumoren der Stadien Ta und T1.
Um das Risiko eines Rückfalls zu minimieren, wird häufig eine adjuvante intravesikale Therapie eingesetzt. Hierbei kommen primär die Immuntherapie mit Bacillus Calmette-Guérin (BCG) oder die Chemotherapie mit Mitomycin C (MMC) zur Anwendung.
Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review aus dem Jahr 2020. Die Meta-Analyse vergleicht die Wirksamkeit und Sicherheit von BCG gegenüber MMC bei Erwachsenen mit einem nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinom mit intermediärem oder hohem Risiko.
Empfehlungen
Der Cochrane Review formuliert basierend auf der Auswertung von 12 randomisierten kontrollierten Studien folgende Kernaussagen:
Vergleich der klinischen Endpunkte
Die Evidenzqualität für alle untersuchten Endpunkte wird als niedrig eingestuft. Es zeigt sich folgendes Bild im direkten Vergleich der beiden Wirkstoffe:
| Endpunkt | Effekt von BCG im Vergleich zu MMC | Evidenzgrad |
|---|---|---|
| Gesamtmortalität | Geringer oder kein Unterschied (HR 0,97) | Niedrig |
| Zeit bis zum Rezidiv | Mögliche Verringerung des Risikos (HR 0,88) | Niedrig |
| Zeit bis zur Progression | Geringer oder kein Unterschied (HR 0,96) | Niedrig |
| Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse | Mögliche Risikoerhöhung (RR 2,31) | Niedrig |
| Lebensqualität | Keine ausreichenden Daten verfügbar | Nicht bewertbar |
Anwendungshinweise zur intravesikalen Therapie
Laut Review wird die Instillationslösung direkt über einen Katheter in die Harnblase eingebracht. Die Lösung sollte dort für 1,5 bis 2 Stunden verbleiben.
Es wird beschrieben, dass Patienten in dieser Zeit alle 30 bis 45 Minuten ihre Position wechseln sollten. Dies dient dazu, dass die Lösung mit allen Bereichen der Blasenwand in Kontakt kommt.
Kontraindikationen
Der Review nennt spezifische Kontraindikationen für beide intravesikalen Therapien:
Bacillus Calmette-Guérin (BCG)
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Makrohämaturie und traumatische Katheterisierung
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Kürzlich erfolgte Tumorresektion (weniger als zwei Wochen nach TURB)
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Harninkontinenz und symptomatische Harnwegsinfektionen
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Immunsuppression
Mitomycin C (MMC)
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Reduzierte Knochenmarksfunktion und Blutungsneigung
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Schädigungen von Leber, Lunge oder Nieren
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Allgemein schlechter Gesundheitszustand und Überempfindlichkeit gegen MMC
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Hämaturie, Blasenperforation und Harnwegsinfektionen
💡Praxis-Tipp
Der Review warnt vor dem Einsatz von BCG innerhalb der ersten zwei Wochen nach einer transurethralen Resektion (TURB) sowie bei traumatischer Katheterisierung. Es wird betont, dass BCG im Vergleich zu Mitomycin C das Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse wie eine lebensbedrohliche BCG-Sepsis erhöhen kann. Daher wird eine strenge Beachtung der Kontraindikationen beschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review verringert BCG im Vergleich zu Mitomycin C möglicherweise die Zeit bis zu einem Rezidiv. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Evidenzqualität niedrig ist und auch kein Unterschied bestehen könnte.
Es wird beschrieben, dass die Lösung nach der Instillation für 1,5 bis 2 Stunden in der Harnblase verbleiben sollte. Zudem wird ein regelmäßiger Positionswechsel des Patienten alle 30 bis 45 Minuten empfohlen.
Die Meta-Analyse zeigt, dass BCG im Vergleich zu Mitomycin C wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Unterschied bei der Gesamtmortalität bewirkt. Auch bezüglich der Tumorprogression konnte kein signifikanter Vorteil nachgewiesen werden.
Der Review beschreibt, dass BCG das Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse im Vergleich zu Mitomycin C erhöhen kann. Als gefährlichste Komplikation wird eine BCG-Sepsis genannt, die sich als akute, tuberkuloseähnliche Erkrankung mit hohem Fieber und hämodynamischer Instabilität äußert.
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Quelle: Cochrane Review: Intravesical Bacillus Calmette-Guérin versus mitomycin C for Ta and T1 bladder cancer (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.