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Inspiratorisches Atemmuskeltraining bei COPD: Cochrane

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Cochrane Review (2023) untersucht die Wirksamkeit des inspiratorischen Atemmuskeltrainings (IMT) bei chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Dabei wird das IMT sowohl als alleinige Intervention als auch in Kombination mit einer pulmonalen Rehabilitation (PR) bewertet.

COPD ist durch eine nicht-reversible Atemwegsobstruktion gekennzeichnet, die zu Überblähung und einer hohen Belastung der Atemmuskulatur führt. Das Hauptsymptom Dyspnoe schränkt die Lebensqualität und körperliche Aktivität der Betroffenen stark ein.

Das IMT zielt darauf ab, die Kraft und Ausdauer der Einatemmuskulatur durch spezifische Widerstandsübungen zu verbessern. Es kommen verschiedene Geräte zum Einsatz, die der Einatmung einen definierten Widerstand entgegensetzen.

Empfehlungen

Der Review formuliert basierend auf 55 randomisiert-kontrollierten Studien folgende Kernaussagen zur Wirksamkeit:

IMT in Kombination mit pulmonaler Rehabilitation (PR)

Laut Meta-Analyse bietet die Ergänzung einer PR durch ein IMT keinen klinisch bedeutsamen Zusatznutzen. Es zeigt sich zwar eine messbare Zunahme der inspiratorischen Muskelkraft, diese erreicht jedoch nicht die minimale klinisch relevante Differenz (MCID).

Es ergeben sich folgende Resultate für die Kombinationstherapie:

  • Keine klinisch relevante Verbesserung der Dyspnoe gemessen mit Borg-Skala oder mMRC (moderate bis sehr niedrige Evidenz).

  • Keine relevante Steigerung der funktionellen körperlichen Leistungsfähigkeit im 6-Minuten-Gehtest (sehr niedrige Evidenz).

  • Keine signifikante Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität in SGRQ- oder CAT-Scores.

IMT als alleinige Intervention (vs. Kontrolle/Sham)

Wird das IMT als alleinige Maßnahme im Vergleich zu einer Scheinbehandlung oder keiner Intervention durchgeführt, zeigen sich positive Effekte. Der Review bewertet das IMT als mögliche Einstiegsintervention für Personen, die nicht an einer PR teilnehmen können.

Als Monotherapie zeigt das IMT folgende Effekte:

  • Wahrscheinliche Verbesserung der funktionellen Leistungsfähigkeit um durchschnittlich 35,71 Meter im 6-Minuten-Gehtest (moderate Evidenz).

  • Wahrscheinliche Verbesserung der Lebensqualität, gemessen mit dem CAT-Score (moderate Evidenz).

  • Mögliche Linderung der Dyspnoe, wobei die Evidenz je nach Messskala variiert (niedrige bis sehr niedrige Evidenz).

Vergleich der klinischen Endpunkte

EndpunktIMT + PR vs. PR alleinIMT vs. Kontrolle/Sham
DyspnoeKein relevanter UnterschiedMögliche Verbesserung
6-Minuten-Gehtest+5,95 m (nicht klinisch relevant)+35,71 m (klinisch relevant)
Lebensqualität (CAT)Kein relevanter UnterschiedSignifikante Verbesserung
Inspiratorische Muskelkraft+11,46 cmH2O (unter MCID)+14,57 cmH2O (unter MCID)

Sicherheit und Subgruppen

In den eingeschlossenen Studien wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse durch das IMT berichtet. Ein Abstract erwähnte lediglich geringfügige und selbstlimitierende Nebenwirkungen.

Es bleibt laut Review unklar, ob Personen mit einer nachgewiesenen Schwäche der Atemmuskulatur oder bei längerer Trainingsdauer stärker vom IMT profitieren. Hierzu wird weitere Forschung empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Der Review legt nahe, dass ein isoliertes Atemmuskeltraining besonders für Personen erwogen werden kann, die aufgrund einer schweren COPD oder aus logistischen Gründen nicht an einer umfassenden pulmonalen Rehabilitation teilnehmen können. Wenn jedoch bereits eine pulmonale Rehabilitation stattfindet, bringt ein zusätzliches Atemmuskeltraining laut Evidenz keinen relevanten klinischen Mehrwert.

Häufig gestellte Fragen

Laut Meta-Analyse führt ein zusätzliches inspiratorisches Atemmuskeltraining (IMT) während einer pulmonalen Rehabilitation zu keinem klinisch bedeutsamen Zusatznutzen. Weder Dyspnoe noch Lebensqualität oder körperliche Leistungsfähigkeit werden dadurch relevant weiter gesteigert.

Der Review zeigt, dass ein alleiniges IMT im Vergleich zu einer Kontrollgruppe die Distanz im 6-Minuten-Gehtest um durchschnittlich knapp 36 Meter erhöht. Dieser Wert überschreitet die minimale klinisch relevante Differenz von 26 Metern.

In den analysierten Studien wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse berichtet. Die Intervention gilt als sicher, wobei vereinzelt nur über geringfügige und selbstlimitierende Effekte berichtet wurde.

Die aktuelle Evidenz lässt keine eindeutigen Schlüsse zu, ob Personen mit einer vorbestehenden Schwäche der Atemmuskulatur stärker profitieren. Der Review sieht das IMT jedoch als sinnvolle Option für Betroffene, die nicht an einer klassischen pulmonalen Rehabilitation teilnehmen können.

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Quelle: Cochrane Review: Inspiratory muscle training, with or without concomitant pulmonary rehabilitation, for chronic obstructive pulmonary disease (COPD) (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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