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Hautpflege bei Senioren: Cochrane Review

Diese Leitlinie stammt aus 2020 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2020)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Struktur der Haut, was sie anfälliger für Schäden wie Risse oder Ulzerationen macht.

Eine angemessene Hautpflege ist daher ein zentraler Aspekt in der Betreuung älterer Menschen.

Bisher basieren viele Pflegemaßnahmen in Krankenhäusern und Pflegeheimen eher auf traditionellen Erfahrungswerten als auf solider wissenschaftlicher Evidenz.

Der vorliegende Cochrane Review (2020) untersucht die Wirksamkeit von Hygiene- und Pflegeinterventionen (Emollienzien) zur Erhaltung der Hautintegrität bei Personen ab 60 Jahren.

Die eingeschlossenen Studien wurden ausschließlich in Pflegeheimen durchgeführt.

Empfehlungen

Der Review fasst die Ergebnisse zu verschiedenen Pflegeinterventionen zusammen, weist jedoch auf eine insgesamt sehr niedrige bis niedrige Evidenzqualität hin.

Hautrisse und Hautschäden

Laut den Autoren gibt es Hinweise darauf, dass die zweimal tägliche Anwendung von Feuchtigkeitscremes zusätzlich zur Standardpflege die Inzidenz von Hautrissen reduzieren könnte.

In einer Studie sank die Rate von 10,57 auf 5,76 Risse pro 1000 Bettentage.

Es wird jedoch betont, dass dieses Ergebnis auf sehr schwacher Evidenz basiert.

Eine abschließende Beurteilung zur Prävention von Hautschäden ist derzeit nicht möglich.

Hauttrockenheit und Feuchtigkeitsverlust

Bestimmte Interventionen können laut Review die klinisch bewertete Hauttrockenheit im Vergleich zur Standardpflege verringern (niedrige Evidenzqualität).

Zu den untersuchten, potenziell wirksamen Maßnahmen gehören:

  • Die Verwendung von feuchtigkeitsspendenden Seifenstücken

  • Kombinationen aus Wasserbädern, Ölbädern und Lotionen

  • Standardisierte Hautpflegesysteme (Waschlotion und Leave-on-Lotion)

Bei objektiven Messparametern wie dem transepidermalen Wasserverlust (TEWL) oder der Hydratation des Stratum corneum (SCH) zeigte sich kein eindeutiger Unterschied zur Standardpflege.

Übersicht der klinischen Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die bewerteten Endpunkte und die zugehörige Evidenzqualität gemäß GRADE-Systematik zusammen:

Klinischer EndpunktBeobachteter Effekt der InterventionEvidenzqualität
Hautrisse (Inzidenz)Mögliche Reduktion durch 2x tägliche CremeSehr niedrig
Hauttrockenheit (Score)Mögliche Verbesserung durch diverse RegimesNiedrig
Transepidermaler WasserverlustKein eindeutiger Unterschied zur StandardpflegeNiedrig
Hydratation (Stratum corneum)Kein eindeutiger Unterschied zur StandardpflegeSehr niedrig
Unerwünschte WirkungenMögliches Auftreten von leichten IrritationenSehr niedrig

Unerwünschte Wirkungen

Die Datenlage zu Nebenwirkungen ist unzureichend.

In einer Studie wurden unter spezifischen Pflegeregimes leichte bis schwere Irritationen (Rötung, Juckreiz) beobachtet, während in der Kontrollgruppe keine unerwünschten Ereignisse auftraten.

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💡Praxis-Tipp

Obwohl die regelmäßige Anwendung von Emollienzien in der Praxis weit verbreitet ist, weist der Review auf eine unzureichende Studienlage hin. Es wird hervorgehoben, dass bei der Einführung neuer, standardisierter Pflegeregimes auf mögliche lokale Hautreaktionen wie Rötungen oder Juckreiz geachtet werden sollte, da diese in einzelnen Untersuchungen auftraten.

Häufig gestellte Fragen

Der Review zitiert eine Studie, in der eine zweimal tägliche Anwendung von Feuchtigkeitscremes untersucht wurde. Aufgrund der sehr niedrigen Evidenzqualität lässt sich daraus jedoch keine allgemeingültige Empfehlung für eine spezifische Frequenz ableiten.

Laut den Daten können bestimmte standardisierte Pflegeregimes, die feuchtigkeitsspendende Waschlotionen und Cremes kombinieren, die klinisch bewertete Hauttrockenheit reduzieren. Die Evidenz für diesen Effekt wird jedoch als niedrig eingestuft.

Ja, in den untersuchten Studien wurden vereinzelt unerwünschte Wirkungen wie leichter Juckreiz, Rötungen oder Irritationen durch die Pflegeprodukte dokumentiert. In den Kontrollgruppen mit Standardpflege traten diese Ereignisse nicht auf.

Es gibt Hinweise aus einer Einzelstudie, dass die Inzidenz von Hautrissen durch regelmäßiges Eincremen gesenkt werden könnte. Die Autoren betonen jedoch, dass die Datenlage zu schwach ist, um diesbezüglich sichere Schlussfolgerungen zu ziehen.

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Quelle: Cochrane Review: Hygiene and emollient interventions for maintaining skin integrity in older people in hospital and residential care settings (Cochrane, 2020). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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