High-Flow-Sauerstofftherapie (HFNC) auf der ITS: Cochrane
Hintergrund
High-Flow-Nasenkanülen (HFNC) applizieren einen hohen Fluss an erwärmter und befeuchteter Atemluft mit Sauerstoff. Sie werden zunehmend zur Atemunterstützung bei Erwachsenen mit akuter respiratorischer Insuffizienz auf der Intensivstation (ITS) eingesetzt.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2021 untersucht die Wirksamkeit der HFNC-Therapie. Dabei wird HFNC sowohl mit der Standard-Sauerstofftherapie als auch mit der nicht-invasiven Beatmung (NIV) oder nicht-invasiven Überdruckbeatmung (NIPPV) verglichen.
Die eingeschlossenen Studien umfassen erwachsene Intensivpatienten. Die Behandlung mit HFNC wurde bei diesen Personen entweder nach einer Extubation initiiert oder es handelte sich um Patienten, die zuvor keine mechanische Beatmung erhalten hatten.
Empfehlungen
Der systematische Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit der High-Flow-Sauerstofftherapie:
HFNC im Vergleich zur Standard-Sauerstofftherapie
Laut Review führt der Einsatz von HFNC im Vergleich zur Standard-Sauerstofftherapie möglicherweise zu weniger Therapieversagen. Dies zeigt sich durch eine seltenere Eskalation auf alternative Formen der Sauerstofftherapie (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).
Bei anderen klinischen Endpunkten zeigt sich wahrscheinlich kein relevanter Unterschied. Dies betrifft insbesondere folgende Parameter:
-
Mortalität (moderate Vertrauenswürdigkeit)
-
Auftreten von Pneumonien (moderate Vertrauenswürdigkeit)
-
Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation (niedrige Vertrauenswürdigkeit)
HFNC im Vergleich zu NIV oder NIPPV
Der Review findet keine Evidenz für einen Unterschied beim Therapieversagen zwischen HFNC und nicht-invasiver Beatmung (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit). Auch bei der Krankenhausmortalität zeigt sich kein signifikanter Unterschied.
Bezüglich des PaO2/FiO2-Quotienten weist die Analyse darauf hin, dass dieser unter HFNC in den ersten 24 Stunden niedriger sein könnte als unter NIV. Bei Endpunkten wie Pneumonieinzidenz oder Barotrauma ist die Evidenzlage laut den Autoren sehr unsicher.
Übersicht der klinischen Endpunkte
| Klinischer Endpunkt | HFNC vs. Standard-Sauerstoff | HFNC vs. NIV / NIPPV |
|---|---|---|
| Therapieversagen | Seltener unter HFNC | Kein Unterschied |
| Mortalität | Kein Unterschied | Kein Unterschied |
| Pneumonie-Risiko | Kein Unterschied | Unsichere Evidenz |
| ITS-Aufenthaltsdauer | Kein Unterschied | Kein Unterschied |
| PaO2/FiO2-Quotient | Unsichere Evidenz | Möglicherweise niedriger unter HFNC |
💡Praxis-Tipp
Der Review zeigt, dass HFNC der Standard-Sauerstofftherapie in Bezug auf das Therapieversagen überlegen sein kann, jedoch keinen klaren Vorteil gegenüber der nicht-invasiven Beatmung (NIV) bietet. Es wird betont, dass die Evidenz für viele Endpunkte, einschließlich des Patientenkomforts und möglicher Hauttraumata, von niedriger oder sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit ist. Die Wahl der Atemunterstützung sollte daher weiterhin individuell abgewogen werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es wahrscheinlich keinen Unterschied in der Mortalität, wenn HFNC mit einer Standard-Sauerstofftherapie oder einer nicht-invasiven Beatmung verglichen wird.
Die Analyse zeigt, dass HFNC im Vergleich zur Standard-Sauerstofftherapie möglicherweise zu einem geringeren Therapieversagen führt. Es muss seltener auf alternative Beatmungsformen eskaliert werden.
Der Review findet keine Evidenz für einen Unterschied im Therapieversagen zwischen HFNC und NIV. Der PaO2/FiO2-Quotient könnte unter HFNC in den ersten 24 Stunden jedoch etwas niedriger ausfallen.
Im Vergleich zur Standard-Sauerstofftherapie führt HFNC wahrscheinlich zu keinem Unterschied bei den Pneumoniefällen. Im Vergleich zur NIV ist die Evidenzlage bezüglich der Pneumonieinzidenz sehr unsicher.
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Quelle: Cochrane Review: High-flow nasal cannulae for respiratory support in adult intensive care patients (Cochrane, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.