HFOV vs. konventionelle Beatmung bei Neugeborenen: Cochrane
Hintergrund
Lungen- und Atemwegserkrankungen sind eine häufige Ursache für Morbidität und Mortalität bei reifen und fast reifen Neugeborenen. Seit Jahrzehnten wird standardmäßig die konventionelle Beatmung (CV) zur Behandlung von schweren pulmonalen Dysfunktionen eingesetzt.
Die Hochfrequenzoszillationsbeatmung (HFOV) stellt ein alternatives Beatmungsverfahren dar. Es wurde vermutet, dass die HFOV bei diesen Säuglingen effektiver sein könnte als die konventionelle Beatmung.
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Abstract eines Cochrane Reviews (2025). Die Meta-Analyse untersucht, ob die HFOV im Vergleich zur CV bei Säuglingen (ab 35 Schwangerschaftswochen) mit schwerem Lungenversagen Vorteile bietet.
Empfehlungen
Der Cochrane Review wertete drei Studien mit insgesamt 368 Neugeborenen (Alter unter 28 Tagen) mit schwerer pulmonaler Dysfunktion aus.
Klinische Endpunkte und Mortalität
Die Evidenzlage erlaubt laut Review keine eindeutige Empfehlung für oder gegen den Einsatz der HFOV bei reifen oder fast reifen Neugeborenen mit schwerer pulmonaler Dysfunktion.
Es wird darauf hingewiesen, dass die HFOV die Mortalität während des Krankenhausaufenthalts oder im ersten Lebensjahr möglicherweise erhöht (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).
Vergleich der Beatmungsformen
Die nachfolgende Tabelle fasst die Ergebnisse des Vergleichs zwischen HFOV und konventioneller Beatmung zusammen:
| Endpunkt | Effekt (95% Konfidenzintervall) | Vertrauenswürdigkeit der Evidenz |
|---|---|---|
| Therapieversagen | RR 1,19 (0,86 bis 1,64) | Sehr niedrig |
| Mortalität (Klinik oder 1. Jahr) | RR 1,47 (0,92 bis 2,34) | Niedrig |
| Pulmonales Lecksyndrom | RR 0,91 (0,33 bis 2,54) | Sehr niedrig |
| Beatmungsdauer | MD 0,70 Tage (-0,97 bis 2,37) | Sehr niedrig |
Langzeitfolgen und Forschungsbedarf
Zu neurologischen Entwicklungsergebnissen im Alter von zwei Jahren oder später liegen in den eingeschlossenen Studien keine Daten vor.
Die Autoren schlussfolgern, dass weitere randomisierte kontrollierte Studien erforderlich sind. Diese sollten laut Review folgende Aspekte berücksichtigen:
-
Stratifizierung nach zugrunde liegender Erkrankung
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Erfassung langfristiger neurologischer Entwicklungsergebnisse
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Vergleich neuerer Formen der konventionellen Beatmung mit der HFOV
💡Praxis-Tipp
Der Review weist darauf hin, dass die Hochfrequenzoszillationsbeatmung (HFOV) bei reifen und fast reifen Neugeborenen mit schwerer pulmonaler Dysfunktion die Mortalität im Vergleich zur konventionellen Beatmung möglicherweise erhöht. Aufgrund der sehr unsicheren Datenlage kann der routinemäßige Einsatz der HFOV in dieser Patientengruppe derzeit weder unterstützt noch widerlegt werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es keine ausreichende Evidenz für eine Überlegenheit der HFOV. Die Datenlage ist sehr unsicher, und es wird darauf hingewiesen, dass die HFOV die Mortalität möglicherweise sogar erhöhen könnte.
Die Auswirkungen der HFOV auf die Dauer der mechanischen Beatmung sind laut Review sehr unsicher. Es konnte anhand der vorliegenden Daten kein signifikanter Unterschied zur konventionellen Beatmung festgestellt werden.
Der aktuelle Review fand in den eingeschlossenen Studien keine Daten zu neurologischen Entwicklungsergebnissen im Alter von zwei Jahren oder später. Die Autoren betonen den dringenden Bedarf an zukünftigen Studien, die diese Langzeitfolgen systematisch untersuchen.
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Quelle: Cochrane Review: High-frequency oscillatory ventilation versus conventional ventilation for infants with severe pulmonary dysfunction born at or near term (Cochrane, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.